Wie oft stillen?

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Wie oft stillen? 2018-04-16T11:35:40+00:00

Wie oft soll man stillen?

Stillen ist die naturgegebene Ernährungsform für Ihr Baby. Sie bezieht sich nicht nur auf die Nahrungsaufnahme. Stillen bedeutet, dass alle existentiellen Bedürfnisse Ihres Babys erfüllt werden. Dazu braucht es Zeit, Fürsorglichkeit und ein Zurückstellen der eigenen Wünsche. Zum Wohl Ihres Kindes.

Mutter stillt ihr Baby
© nataliaderiabina / Fotolia

Gibt es einen Stillrhythmus?

Die Frage nach der Häufigkeit des Stillens lässt sich ganz einfach beantworten – legen Sie Ihr Baby an die Brust, wenn es hungrig ist. Füttern Sie nach Bedarf und nicht nach festgelegten Zeiten. Ein vorgegebener Rhythmus würde der Einzigartigkeit Ihres Kindes nicht gerecht werden. Manche Babys sind von der Geburt so geschafft, dass sie eine Erholungsphase von mehreren Tagen brauchen. Dann wird die Trinkmenge bei jeder Stillzeit gering ausfallen, sodass diese Kinder viel öfter nach Milch verlangen werden, um den täglichen Gesamtbedarf zu realisieren.

Kräftig entwickelte Babys trinken häufig von Anfang bei jeder Mahlzeit beide Brüste leer. Zartere Kinder schlafen oft beim Stillen ein, bevor die erste Brust leer getrunken ist. Deshalb ist es in den ersten Wochen sehr wichtig, dass Sie dem Rhythmus Ihres Kindes folgen und nicht umgekehrt. Richten Sie sich nicht nach der Uhr, sondern beobachten Sie Ihr Kind. Sie werden sehr schnell erkennen, dass wachsende Unruhe ein Hungergefühl signalisiert. Ein erkennbarer Rhythmus wird sich bei den meisten Kindern erst nach ein bis zwei Monaten entwickeln. Bis dahin werden die Stillzeiten völlig unregelmäßig sein.

Trinkt mein Baby genug?

Bei Muttermilch kann es zu keiner Überfütterung kommen. In den ersten Lebenstagen verlangt Ihr Baby möglicherweise alle zwei Stunden oder häufiger nach der Brust. Bedenken Sie bitte, dass das Verdauungssystem Ihres Kindes anfangs nur minimale Mengen aufnehmen kann. Daher sind Sie in den ersten Wochen möglicherweise fast ununterbrochen am Stillen. Selbst wenn Ihr Baby eine halbe Stunde an der Brust trinkt, wird es nur so viel Milch aufnehmen, wie es braucht. Einige Kinder nehmen die erforderliche Milchmenge in den ersten fünf Minuten der Stillzeit zu sich und genießen anschließend den innigen Kontakt zur Mutter.

Sie können die täglich aufgenommene Milchmenge überprüfen, indem Sie das Baby regelmäßig wiegen. Aber fokussieren Sie sich nicht auf eine Gewichtszunahme laut Lehrbuch. Es wird Tage geben, an denen die Trinkmenge unterhalb des Durchschnittes liegen wird. Dann gibt es Tage mit physischen und psychischen Wachstumsschüben, an denen das Baby wesentlich mehr trinken wird. Wichtig sind in der Regel mindestens sechs nasse Windeln pro Tag und eine kontinuierliche Gewichtszunahme. Dann gedeiht Ihr Kind prächtig.

Stillen nährt die Psyche

Das Stillen bedeutet nicht nur lebensnotwendige Nahrungsaufnahme. Es bietet dem Baby ein erstes Erfolgserlebnis, indem es sich durch sein Saugen an der Brust mit Nahrung versorgen kann. Je mehr nach Bedarf gestillt wird, desto stärker prägt sich im Baby das Gefühl von Sicherheit aus. Dieses positive Erleben bildet den Grundstein für ein gesundes Selbstbewusstsein. Doch es ist nicht nur die physische Bedürfnisbefriedigung, die für den Säugling lebensnotwendig ist. Das Gefühl, gehalten zu werden und geborgen zu sein, setzt im Baby das Urvertrauen frei, das die Grundlage für ein glückliches Leben ist.

Wenn Sie Ihr Kind beim Stillen im Arm halten (s. auch Stillpositionen) und ihm in die Augen sehen, strahlen Sie das Gefühl aus, dass alles in Ordnung ist. Diese Ausstrahlung nimmt Ihr Baby auf und übt sich darin, diese Energie zu fühlen. Selbst wenn es satt und zufrieden an Ihrer Brust einschläft, wird es durch Ihre mütterliche Energie genährt. Es spürt die Wärme Ihrer Haut und atmet Ihren Duft. Sie sind seine Welt und je angenehmer und liebevoller diese ist, desto sicherer fühlt sich das Baby. Das Reifen von innerer Stärke, Selbstsicherheit und die Fähigkeit, dem Leben zu vertrauen, nehmen in diesen Stillzeiten ihren Anfang.

Die Bedürfnisse des Kindes stillen

Stillen bezieht sich nicht nur auf die Versorgung mit Nahrung. Ihr Baby hat existenzielle Bedürfnisse, die für das körperliche und geistige Wachstum gestillt werden müssen. Intensiver Körperkontakt oder das Tragen auf dem Arm ermöglichen Ihrem Kind den Aufbau einer Bindung, die es späteren Leben im Umgang mit anderen Menschen brauchen wird. In den ersten Tagen nach der Geburt werden Sie sehr müde sein. Bleiben Sie in diesem Fall im Bett und lassen Sie das Kind trinken und kuscheln, wann immer es danach verlangt. Binden Sie Familie und Freunde ein, damit Sie sich auf Ihr Baby konzentrieren können. Versuchen Sie nicht, dem Baby Ihren Lebensrhythmus anzuerziehen. Dazu ist es noch viel zu früh. Das Kind kann in diesem Alter weder seinen Körper noch seine Gefühle kontrollieren und ist komplett auf Ihr Verständnis und Einfühlungsvermögen angewiesen. Geben Sie ihm die Zeit, die es braucht. Je intensiver Sie sich auf die kindlichen Bedürfnisse einstellen und ihnen nachkommen, desto schneller wird ein harmonischer Rhythmus entstehen.

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