Welcher Tee in der Stillzeit?

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Welcher Tee in der Stillzeit? 2018-04-30T10:21:26+00:00

Welchen Tee können Sie in der Stillzeit genießen?

Um Ihr Baby stillen zu können, benötigt der Körper eine größere Flüssigkeitszufuhr. Daher sollten Sie bis zu 2-3 Liter Flüssigkeit pro Tag aufnehmen, vorzugsweise in Form von stillem Wasser oder als Kräutertees. Durch die verwendeten Kräuter können Sie die Milchproduktion fördern oder auch bremsen. Fenchel und Kümmel gehören zu den bevorzugten Kräutern, die beruhigend und milchsteigernd wirken sowie das Verdauungssystem entspannen. Ihr Baby nimmt die wirksamen Bestandteile über die Muttermilch in seinen Körper auf, daher brauchen Sie keinen zusätzlichen Tee zu füttern.

Stilltees – Fertigprodukt oder aus eigener Herstellung?

Stilltees vereinen unterschiedliche Kräuter, die entspannende und milchfördernde Eigenschaften besitzen. Natürlich können Sie auch einzelne Kräuter als Tee brühen, das Zusammenspiel verschiedener Kräuter sorgt häufig für einen angenehmeren Geschmack. Als milchbildende und entspannend wirkende Kräuter werden in Stilltees meist folgende Sorten miteinander kombiniert:

  • Anis
  • Kümmel
  • Fenchel
  • Bockshornkleesamen

Wenn Ihnen handelsübliche Stilltees zu teuer sind, verwenden Sie einfach getrocknete Brennnesseln oder einen Tee aus Erdbeerblättern. Diese gibt es online in großer Menge zum kleinen Preis. 1-2 Tassen pro Tag haben die gleiche Wirkung wie ein fertig gekaufter Stilltee. Alle Kräuter sorgen neben einer verstärkten Milchproduktion für seelische Entspannung. Das Gefühl von Wohlbefinden wirkt auf Muskeln und Gefäße und beruhigt auf diese Weise das gesamte Körpersystem. Der Anteil von Stresshormonen geht zurück, was Sie als Harmonisierung Ihres Gesamtzustandes wahrnehmen können. Ist Ihr Körper entspannt, kann der natürliche Fluss der Milchbildung erfolgen. Milchbildende Tee- und Kräutersorten lösen daher nicht direkt einen gesteigerten Milchfluss aus, sie sorgen vielmehr für eine ungestörte Ausscheidung der Milchbildungshormone, die sehr stark auf Stress und Anspannung reagieren.

Im Gegensatz zu den genannten Kräutern gehören Pfefferminze und Salbei dagegen zu den Kräutern, die die Hormonausschüttung beeinflussen und die Milchbildung bremsen. Sollten Ihre Milchdrüsen mehr Milch produzieren, als Ihr Baby braucht, können Sie mit diesen Teesorten den Milchfluss reduzieren und anpassen.

Stillende Frau trinkt Tee
© Iryna / Fotolia

Nicht jede Geschmacksnote sagt dem Nachwuchs zu

Sollte Ihr Kind beim Trinken sehr unruhig werden, kann das bedeuten, dass ihm die Milch nicht schmeckt. Was Sie an Nahrungsmitteln und Getränken aufnehmen, findet sich geschmacklich in der Muttermilch. Kräftige Gewürze wie beispielsweise Knoblauch oder Spargel hinterlassen Ihren Geschmack in der Milch, den manche Babys lieben, während andere in dieser Situation die Brust konsequent ablehnen. Achten Sie daher auf die Reaktion Ihres Kindes, wenn Sie eine neue Teesorte ausprobieren.

Teerezepturen für die Steigerung der Milchproduktion

Für die Steigerung der Milchproduktion können Sie sich Ihren eigenen Tee herstellen. Das einfachste Rezept besteht aus 25g Fenchel und 25g Melisse, die mit heißem Wasser aufgegossen werden. Von diesem Tee können Sie 2-3 Tassen pro Tag trinken. Für einen weiteren Tee werden folgende Kräuter miteinander kombiniert:

Teevariante 1:

55g Fenchel
25g Engelsüß
25g Melisse
15g Anis

2 Tassen pro Tag davon trinken.

Teevariante 2:

55g Dill
50g Majoran
45g Anis

2 Tassen pro Tag trinken.

Teevariante 3:

Anis, Brennnessel, Kümmel und Fenchel zu gleichen Teilen miteinander vermischen. Auf eine Tasse einen Teelöffel der klassischen Kräutermischung geben und überbrühen.

2-3 Tassen pro Tag genießen.

Teemixturen bei Milchstau und Brustdrüsenentzündung:

Ist das Brustdrüsengewebe angeschwollen, schmerzempfindlich und verhärtet, kann eine durch Bakterien ausgelöste Brustdrüsenentzündung vorliegen. Achten Sie auf Entzündungsherde an den äußeren Brustseiten, die rot und schmerzhaft sind. Suchen Sie in diesem Fall unbedingt den Rat eines Mediziners. Begleitend können Sie mit folgenden Kräutern Umschläge für die Brust machen:

Rezept 1:

45g Fenchel
55g aufrechtes Glaskraut

Rezept 2:

100g Lilienzwiebeln
100g Zwiebeln
35g Malvenblätter
35g Holunderblätter

Die Kräuter werden gemischt und mit etwas Wasser zu einem Brei gekocht. Diesen mehrmals täglich als Umschlag auf die betroffenen Brustbereiche legen.

Abstillen und das Ende der Milchproduktion

Wenn die Zeit des Abstillens gekommen ist, streichen Sie alle Teesorten vom Speiseplan, die die Milchbildung anregen. Ihr Kind wird von sich aus weniger nach der Brust verlangen und durch den verminderten Saugreflex sinkt die Milchmengenproduktion automatisch. Muss das Abstillen aus gesundheitlichen oder anderen Gründen kurzfristig erfolgen, kann die Milchbildung ebenfalls durch Tee gehemmt werden. Dazu nehmen Sie Sennes, Salbei, Hopfen, Nussblätter sowie Hopfenblüten und kombiniert sie in folgender Zusammensetzung:

Teevariante 1:

35g Salbei
35g Hopfen
15 g Nussblätter
15g Sennes

Teevariante 2:

45g Salbei
45g Hopfenblüten
20g Nussblätter

Die Kräutermischungen werden mit sehr heißem Wasser überbrüht. Anschließend den Tee 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und warm trinken. Von der Kräutermischung werden zwei Teelöffel für eine Tasse berechnet. Bereiten Sie den Tee stets frisch zu da, da sich die ätherischen Bestandteile bei längerem Stehen verflüchtigen. Zum Süßen des Tees sollten Sie nur Bienenhonig oder Naturrohzucker verwenden. Von Teevariante 1 können Sie am Tag 2 Tassen trinken, das zweite Rezept erlaubt 2-3 Tassen pro Tag.

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