Schmerzen beim Stillen

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Schmerzen beim Stillen 2018-04-30T10:16:40+00:00

Schmerzen beim Stillen

Stillen hat normalerweise nichts mit Schmerzen zu tun. Die Natur sorgt nach der Entbindung mit dem Einschießen der Milch für die Ernährungsgrundlage des Babys. Wird dieser natürliche Vorgang gestört, können sich Schmerzen einstellen. Auch zu Beginn, wenn das Saugen des Babys für die Mutter noch ungewohnt ist, kann es eventuell etwas schmerzen. Mit dem richtigen Hintergrundwissen werden Sie erkennen, dass Stillen ein natürlicher Vorgang ist, den Sie, wenn Sie sich ihm hingeben, genießen und leben können.

Können beim Stillen Schmerzen auftreten?

Generell ist Stillen schmerzfrei, wenn Sie dem Stillprozess vertrauen und sich von Ihrem Instinkt leiten lassen. Die Stillzeit mit Ihrem Baby lässt sich nicht vergleichen. Sie müssen auf Ihren Körper hören und auf Ihr Baby. Wenn Sie sich dafür Zeit nehmen, werden schmerzhafte Zustände während des Stillens die Ausnahme sein.

Mutter hat Schmerzen beim Stillen
© barkstudio / Fotolia

Ursachen von Schmerzzuständen

Die Ursachen von Schmerzen, die beim Stillen auftreten können, sind im physischen und psychischen Bereich zu finden. Häufige Ursachen sind:

  • Die falsche Körperhaltung der Mutter verbunden mit Anspannungen im Schulterbereich
  • Die falsche Lage des Kindes beim Trinken, wodurch die Brustwarze überstrapaziert wird
  • Ein Milchstau, der Schmerzen beim Anlegen des Babys verursacht
  • Wunde Brustwarzen
  • Einrisse an der Brustwarze durch starkes Saugen
  • Der starke Zug beim Trinken durch das Baby
  • Angstzustände und Stress
  • Zu lange Fütterungspausen

Bei der ersten Geburt ist der Stillprozess etwas völlig Neues, auf das Sie sich einlassen müssen. Das Einschießen der Milch kann vereinzelt Spannungszustände in der Brust hervorrufen. Eventuelle Ängste und Unsicherheiten wirken sich in jedem Fall auf das Milchbildungshormon Prolaktin aus. Treten hier Unstimmigkeiten auf, können Schmerzzustände in der Brust entstehen.

Schmerzen beim Anlegen

Normalerweise fließt die Milch frei aus der Brust, wenn das Baby durch die ersten Saugbewegungen den Milchbildungsreflex ausgelöst hat. In den ersten Tagen nach der Entbindung kann es durch einen erhöhten Hormonpegel von Prolaktin zu einer Milchüberproduktion kommen. Bei einem Milchstau sind einzelne Bereiche der Brust hart und schmerzen bei Druck. Eispackungen nach dem Stillen dämmen eine mögliche Entzündungstendenz ein. Bettruhe und häufigeres Anlegen lassen Schmerzen beim Anlegen meist innerhalb von drei Tagen abklingen. Parallel dazu empfiehlt sich vor dem Stillen Wärme, um die Milch zum Fließen zu bringen. Dann können Sie Ihr Baby häufiger anlegen, damit die Brust ausgetrunken wird. Der Saugreflex des Kindes ist dabei viel effizienter, als das Abpumpen oder Ausstreichen.

Bei einer Brustentzündung können Honig- und Quarkkompressen, Wickel mit flachgedrückten Pellkartoffeln, gekochte Kohlblätter oder täglich zwei Tassen Bockshornkleesamen helfen, eine mögliche Entzündung durch Milchstau zu lindern. Sollte Ihr Kind zu den einzelnen Stillmahlzeiten unregelmäßige Milchmengen trinken, leeren Sie Ihre Brüste nach dem Stillen durch Ausstreichen der Milch, um einer Milchstauung vorzubeugen. Homöopathische Mittel wie Phytolacca C12, Nux vomica C6 oder Conium C6 können dabei helfen, während Belladonna C6, Bryonia C6 und Hepar sulfur C6 bei Brustentzündungen Abhilfe schaffen. Bachblüten wie Clematis, Red Chestnut oder Wild Rose Willow sorgen bei Stauungen oder Entzündungen der Brust ebenfalls für Heilung.

Schmerzen an den Brustwarzen

Die Brustwarzen sind durch das Stillen einer besonderen physischen Belastung ausgesetzt. In den ersten Stilltagen kann sich ein wundes Gefühl an den Brustwarzen einstellen, weil auch der Säugling das Erfassen der Brust erst lernen muss. Dieses Problem ist vorübergehender Natur. Es stellt sich meist am zweiten oder dritten Tag ein und kann ein bis zwei Tage bestehen. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass Ihr Baby nicht nur die Brustwarze, sondern den gesamten Warzenhof in den Mund nimmt. Dadurch wird der Milchflussreflex richtig ausgelöst, die Milch beginnt zu fließen und Ihre Brustwarze wird weniger strapaziert.

Wunde Brustwarzen können verschiedene Ursachen haben

  • Das Kind liegt beim Stillen nicht in der richtigen Position
  • Der Warzenhof wird nicht voll erfasst
  • Ungenügender Milchflussreflex
  • Einseitige Überbelastung der Brust
  • Empfindliche Haut
  • Mögliche Pilzinfektion (Soor)

Schmerzfreies Stillen

Den genannten Symptomen lässt sich mit folgenden Tipps beikommen:

  • Bei einer Hautempfindlichkeit sollten Sie die Stilldauer in den ersten Tagen etwas einschränken und dann allmählich steigern.
  • Legen Sie das Kind in diesem Fall häufiger, aber kürzer an. Dadurch entsteht kein Heißhunger, mit dem das Baby sehr kräftig an den Brustwarzen saugt. Achten Sie besonders auf die Anlegeposition.
  • Bei einer verkehrten Haltung des Kindes muss es den Zug an der Brustwarze verstärken, um die Milch aus den Milchgängen saugen zu können.
  • Um die Heilung wunder Brustwarzen zu beschleunigen, streichen Sie schon vor dem Stillen etwas Milch aus und legen ein warmes Tuch auf die Brust. Dadurch werden die Brustwarzen geschont.
  • Reiben Sie die Brust mit Mandelöl oder Heilsalbe ein.
  • Salbeitee hat ebenfalls heilende Wirkung auf wunde Brustwarzen.
  • Verzichten Sie auf Stillhütchen oder verwenden Sie diese nur im äußersten Notfall, da Ihr Baby dadurch irritiert wird.

Achten Sie darauf, entspannt zu sein und der Natur Ihres Körpers zu vertrauen. Die Sorge um Ihr Baby kann den Körper verkrampfen lassen. Muskelverspannungen und eine durch Angstzustände verringerte Ausschüttung von Prolaktin können physische Probleme hervorrufen. Schaffen Sie sich deshalb ein Umfeld, das Sie stärkt und beim Stillen unterstützt.

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