Muttermilch aufbewahren

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Muttermilch aufbewahren

Muttermilch aufbewahren – Das sollten Sie wissen und beachten

Muttermilch ist nach wie vor die beste Nahrung für Ihr Kind. Das faszinierende Naturprodukt enthält alles, was für eine gesunde Entwicklung wichtig ist. Es ist ganz normal, dass Situationen kommen, in denen Sie vielleicht keine Zeit zum Stillen finden. Beispielsweise, wenn Sie in Ihren Beruf zurückkehren oder einen freien Abend mit Freunden genießen. Vielleicht wünschen Sie sich aber auch, dass Ihr Partner ab und zu eine Mahlzeit übernimmt. Für diese Fälle können Sie Muttermilch abpumpen und aufbewahren. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie Sie mit Muttermilch hygienisch einwandfrei umgehen.

Frau hält Flasche mit Muttermilch
© evso / Fotolia

Inhaltsverzeichnis:

Welche Gefäße eignen sich zur Aufbewahrung?
Darf ich Muttermilch mischen?
Wie lange ist Muttermilch haltbar?
Wie kann ich Muttermilch schonend auftauen?
Warum riecht und schmeckt aufgetaute Muttermilch anders?

Welche Gefäße eignen sich zur Aufbewahrung?

Verwenden Sie für Muttermilch immer ein sauberes Gefäß, das sich fest verschließen lässt. Optimal eignen sich Behälter aus Glas oder Polypropylen (PP). Einige Ärzte empfehlen Gefäße aus Hartplastik (Polycarbonat). Auf ältere Babyflaschen aus Plastik sollten Sie jedoch der Gesundheit Ihres Babys zuliebe verzichten. Sie können – sofern nicht anders gekennzeichnet – Phthalate und Bisphenol A (BPA) als Weichmacher enthalten. Erst seit 2011 gilt ein europaweites Verbot von BPA. Dies bezieht sich jedoch nur auf Babyflaschen und nicht auf andere Kunststoffgefäße, die weiterhin Weichmacher enthalten können.

Neben Trink- und Glasbehältern eignen sich auch spezielle Muttermilchflaschen oder Muttermilchbeutel zur Aufbewahrung. Letztere sind zur einmaligen Verwendung gedacht, schon sterilisiert und sofort einsetzbar. Der Vorteil spezieller Muttermilchflaschen liegt darin, dass sie mit den Pumpen vieler Hersteller kompatibel sind. Auf diese Weise können Sie die Milch direkt in das endgültige Gefäß abpumpen und so Verunreinigungen beim Umfüllen vermeiden.

Wichtig: Schreiben Sie nach dem Abpumpen das Datum und die Uhrzeit auf den Behälter. So behalten Sie den Überblick über Ihre Vorräte und vermeiden, dass Sie Ihrem Kind versehentlich Milch geben, die nicht mehr haltbar ist.

Darf ich Muttermilch mischen?

Wenn Sie mehrmals am Tag Milch abpumpen, spricht nichts dagegen, diese in einem Gefäß zu sammeln. Dabei sollten Sie jedoch eine wichtige Regel beachten: Schütten Sie niemals warme zu gekühlter Milch! Haben Sie bereits Milch abgepumpt und bewahren diese im Kühlschrank auf, sollten Sie die nächste Portion erst hinzugeben, wenn diese ebenfalls abgekühlt ist. Sie dürfen auch frische mit bereits eingefrorener Milch mischen. Hierbei ist jedoch wichtig, dass die neu hinzugefügte Milch gekühlt und ihre Menge geringer ist als die eingefrorene. Ansonsten besteht das Risiko, dass die gefrorene Milch antaut.

Wie lange ist Muttermilch haltbar?

Das hängt ganz davon ab, wo Sie die Muttermilch aufbewahren. Planen Sie die Milch kurz nach dem Abpumpen zu füttern, können Sie sie einige Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. Soll sie mehrere Tage halten, ist sie im Kühlschrank gut aufgehoben. Einen größeren Vorrat bewahren Sie am besten im Gefrierfach auf.

Aufbewahrung bei Raumtemperatur

Haben Sie frisch Muttermilch abgepumpt, können Sie diese etwa vier bis acht Stunden in einem normal temperierten Raum (16 bis maximal 20 Grad Celsius) aufbewahren. Trinkt das Kind innerhalb dieser Zeit nicht, sollten Sie die Flasche in den Kühlschrank stellen.

Aufbewahrung im Kühlschrank

Im Kühlschrank ist Muttermilch bei null bis vier Grad Celsius etwa drei bis fünf Tage haltbar. Um ganz sicher zu gehen, dass die Temperatur erreicht wird, sollten Sie die Milch in die Null-Grad- oder Frischezone des Kühlschranks stellen. Hat Ihr Gerät keine dieser beiden Zonen, messen Sie die Temperatur im Inneren mit einem Thermometer. Ist Ihr Kühlschrank zu warm oder haben Sie Zweifel, sollten Sie die Muttermilch einfrieren, um sie länger haltbar zu machen.

Aufbewahrung im Tiefkühlschrank

Ist der Milchfluss gut, spricht nichts dagegen, gleich mehr Milch abzupumpen und diese für den späteren Gebrauch einzufrieren. Das ist auch dann empfehlenswert, wenn die Milch nicht innerhalb der nächsten fünf Tage vom Kind verzehrt wird. Portionieren Sie die Milch vor dem Einfrieren vor. So müssen Sie später nicht mehr Milch auftauen, als Sie benötigen. Ideal sind Portionen zwischen 60 und 120 Millilitern. Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Kühlfach mindestens -17 Grad Celsius beträgt. Bei höheren Temperaturen reduziert sich die Haltbarkeit von bis zu sechs Monaten deutlich.

Wichtig:

Machen Sie das Gefäß oder den Beutel beim Einfrieren niemals ganz voll. Grund: Im Tiefkühlfach dehnt sich die Muttermilch aus, was im ungünstigsten Fall zu Rissen in dem Behältnis führt und die Milch unbrauchbar macht.

Überprüfen Sie die Temperaturen am Lagerort der Muttermilch täglich.

Haltbarkeit von Muttermilch auf einen Blick:

Raumtemperatur (16°C bis 20°C)
etwa 4 bis 8 Stunden

Kühlschrank (4°C oder kälter)
etwa 3 bis 5 Tage

Tiefkühlschrank (-18°C bis -22°C)
etwa 6 Monate

Wie kann ich Muttermilch schonend auftauen?

Zu schnelles Auftauen in der Mikrowelle zerstört die wertvollen Inhaltsstoffe in der Muttermilch. Außerdem können sich so heiße Stellen innerhalb der Milch bilden, an denen sich das Kind verbrühen kann. Gehen Sie deshalb besonders schonend vor und geben Sie der gefrorenen Milch Zeit. Stellen Sie das Gefäß mit der tiefgekühlten Portion am besten in den Kühlschrank, wo es in Ruhe auftauen kann. Je nach Gefriertemperatur kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis die Milch trinkfertig ist. Danach sollten Sie die Milch zeitnah füttern. Sie müssen mit sorgsam abgefüllter und eingefrorener Muttermilch nicht anders verfahren, als mit frisch abgepumpter Milch. Erwärmen Sie die Milch nach dem Auftauen wie gewohnt oder füttern Sie sie bei Raumtemperatur – ganz so, wie es Ihr Kind mag. Bleibt noch etwas übrig? Gut verschlossen hält sie sich noch weitere 24 Stunden im Kühlschrank. Erneut einfrieren dürfen Sie die aufgetaute Muttermilch aber auf keinen Fall.

Warum riecht und schmeckt aufgetaute Muttermilch anders?

Nach dem Auftauen riecht oder schmeckt die Milch anders. Der Grund dafür ist das Enzym Lipase, welches das enthaltene Fett in Fettsäuren aufspaltet. Dieser Prozess ist ganz normal und keineswegs gesundheitsschädlich. Im Gegenteil: Er hilft dem Säugling, die Muttermilch besser zu verdauen. Manchmal lehnen Kinder aufgetaute Milch wegen des veränderten Geruchs oder Geschmacks ab. In diesem Fall können Sie die Milch auf 40 Grad Celsius erhitzen und dadurch die Aktivität des Enzyms stoppen. Damit verliert es jedoch auch seine positive Wirkung auf die Verdauung.

Quelle: https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2014/09/muttermilch_fuer_das_eigene_kind___ab_jetzt_auch_in_der_kita_-190)019.html
(abgerufen am 21.05.2019)
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung und berät zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. BfR und Nationale Stillkommission veröffentlichen Empfehlungen zum hygienischen Umgang mit abgepumpter Muttermilch.

 

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2019-08-22T08:50:40+00:00