Knoblauch in der Stillzeit

Knoblauch in der Stillzeit 2018-06-18T12:24:19+00:00

Kann man Knoblauch in der Stillzeit essen?

Knoblauch ist Geschmackssache – Sie können ihn lieben und möchten kaum darauf verzichten, oder Sie gehören zu den Menschen, die am liebsten gar keinen Knoblauch essen. Wenn Sie zur ersten Gruppe zählen, stellt sich die Frage, ob Sie während der Stillzeit Knoblauch essen dürfen oder nicht. Hat Knoblauch einen Einfluss auf den Geschmack der Muttermilch, ist er gesund oder eher ungesund?

Rund um den Knoblauch: Gut oder schlecht in der Stillzeit?

Muttermilch ist eindeutig die beste Ernährung für Säuglinge. Die Milch hat die ideale Zusammensetzung, sie stärkt das Immunsystem des Kindes und sorgt für eine gesunde Entwicklung. Außerdem ist Stillen praktisch! Bei Ihrer Ernährung achten Sie darauf, dass Sie sich ausgewogen ernähren. Auf Alkohol und Medikamente verzichten Sie vollständig. Einige Nahrungsmittel können aber beim Kind für Blähungen oder Unverträglichkeiten sorgen. Wie sieht das bei Knoblauch aus? Ganz geringe Mengen haben sicher keinen Einfluss. Kritischer wird es dann, wenn Sie viel Knoblauch essen. Die Muttermilch kann den Geschmack annehmen. Das kann dazu führen, dass Ihr Baby den Geschmack als eigenartig empfindet und nicht mehr gut trinkt. In seltenen Fällen kann Knoblauch auch zu Blähungen führen.

Kann Knoblauch Blähungen und Koliken beim Baby auslösen?

Grundsätzlich ist es möglich, dass Ihr Kind sensibel auf Knoblauch reagiert. Es kommt jedoch immer auch auf die Dosierung an. Wenn Sie Ihr Essen mit wenig Knoblauch würzen, sind die Auswirkungen auf das Kind extrem gering. Wer jedoch gleich mehrere Zehen zu sich nimmt und beim Baby Unwohlsein und Bauchschmerzen feststellt, sollte in der Stillphase die Knoblauchmenge einschränken. Zu viel Knoblauch kann – ähnlich wie Zwiebeln, Paprikaschoten und Hülsenfrüchte – beim Baby zu Koliken und unangenehmen Blähungen führen.

Wie verändert Knoblauch den Geschmack und den Geruch der Muttermilch?

Auch hier spielt die Menge des verzehrten Knoblauchs wieder eine Rolle. Die Milch nimmt sowohl den Geschmack als auch den typischen Knoblauchgeruch an. Das Aroma des Knoblauchs steckt nicht nur in der Muttermilch. Auch die Haut und der Atem der Mutter sowie die Gerüche aus der Küche werden vom Baby wahrgenommen. Eigenartigerweise reagieren Babys völlig unterschiedlich darauf. Manche lehnen die Milch in diesem Fall ab, andere fühlen sich davon sogar besonders angezogen. Es ist sinnvoll, wenn Sie Ihr Baby und das Trinkverhalten genau beobachten, dann stellen Sie schnell selbst fest, ob ein Zusammenhang mit Ihrer Ernährung besteht. Wenn Sie die Auswirkungen des Knoblauchs dämpfen möchten, dann essen Sie ihn nicht roh, sondern angebraten, gedünstet oder mitgekocht.

Hautprobleme sind bei einem Knoblauchverzehr der Mutter nicht bekannt. Die antibiotischen und entzündungshemmenden Wirkstoffe im Knoblauch können sogar gut für eine gesunde und widerstandsfähige Haut sein. Es gilt jedoch immer: Wenn sich zum Beispiel die Haut im Windelbereich verändert, kann die Ernährung dafür verantwortlich sein. Lassen Sie dann verdächtige Lebensmittel weg und achten Sie darauf, ob sich eine Besserung ergibt.

Gesunde Inhaltsstoffe im Knoblauch

Knoblauch hat viele gesunde Seiten. Er gilt als blutdruckregulierend und blutdrucksenkend. Aber Vorsicht, wenn Ihr Blutdruck ohnehin schon niedrig ist. Dann ist der Genuss von größeren Mengen Knoblauch nicht sinnvoll. Die eigentlich gesunden Eigenschaften des Knoblauchs können Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen.

Im Detail enthält Knoblauch diese gesunden Inhalts- und Wirkstoffe:

  • Vitamine A, B1, B3, B5, B6, C, E und H
  • Alliin und Allicin mit antibiotischer Wirkung
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Jod
  • Selen

Kann Knoblauch die späteren Ernährungsgewohnheiten des Kindes beeinflussen?

Wenn Knoblauch zu den Nahrungsmitteln gehört, die Sie in Ihrem Speiseplan häufig verwenden, brauchen Sie weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit darauf zu verzichten. Reduzieren Sie eventuell die Menge. Sollte das gestillte Kind darauf empfindlich reagieren, lassen Sie den Knoblauch vorsichtshalber weg – wenn kein anderer Auslöser bekannt ist.

Das kindliche Geschmacksempfinden ist sehr sensibel. Milde und leicht süße Geschmacksrichtungen sind in den ersten Lebensmonaten genau richtig. Die Muttermilch hat einen süßen Geschmack. Nachdem Knoblauch den Geschmack verändern kann, sollten Sie auf die Dosierung achten, damit Sie den Erfolg beim Stillen nicht gefährden.

Es gibt derzeit noch keine Nachweise und Studien darüber, ob Kinder, die von Anfang an mit dem Duft von Knoblauch vertraut sind, auch später zu Knoblauchfans werden. Vermutlich spielen die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten in der jeweiligen Familie dabei eine wichtige Rolle. Wenn die Muttermilch allmählich von anderen Nahrungsmitteln abgelöst wird, bevorzugen die meisten Kinder ebenfalls einen milden und süßen Geschmack. Auf intensive Gewürze sollte in den ersten Lebensjahren verzichtet werden: Die ersten Gemüsebreie sollten weder zu viel Salz noch scharfe Gewürze enthalten. Dementsprechend gehört in das Essen fürs Baby und Kleinkind auch kein Knoblauch. Probieren ist trotzdem erlaubt! Wenn das Kind mit am Tisch sitzt, sollte es von allen Speisen kosten dürfen und die Vielfalt der Nahrungsmittel und Gewürze entdecken.

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