Kaffee in der Stillzeit

Kaffee in der Stillzeit 2018-06-13T11:14:18+00:00

Kaffee in der Stillzeit – No-Go oder akzeptables Genussmittel?

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist bei Frauen und besonders bei jungen Müttern wichtig. Sie geben die aufgenommenen Nährstoffe über die Muttermilch an ihr Baby weiter. Daher wirkt sich der Konsum aller Speisen und Getränke auf das Kind aus. Es ist demnach wichtig zu wissen, welche Nahrungsmittel Frauen während der Stillzeit meiden sollten. Ein besonders interessantes Thema ist das Genussmittel Kaffee.

Ein Wort zum Kaffee

Kaffee zählt zu den beliebtesten überhaupt existierenden Genussmitteln. Das darin enthaltene Koffein wirkt anregend, weshalb für viele eine Tasse Kaffee fester Bestandteil der Morgenroutine ist. Gleichzeitig werden dem Getränk viele negative Eigenschaften nachgesagt. Davon gehören einige komplett in das Reich der Mythen, während andere bedingt zutreffen. Wie sich Kaffee letztlich auf unseren Körper auswirkt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Kaffeesorte
  • Herstellung beziehungsweise Röstung und die damit verbundenen Inhaltsstoffe
  • Zubereitung
  • Konsumverhalten
  • individueller Gesundheitszustand, körperliche Konstitution

Diese Auflistung zeigt, dass es kaum möglich ist, Pauschalaussagen über die Wirkung von Kaffee beziehungsweise Koffein zu treffen. Fest steht allerdings: Bei minderwertigem Kaffee (Sorte und Verarbeitung) in Verbindung mit einem hohen Konsumverhalten steigt das Risiko negativer Auswirkungen. Möglich sind dann beispielsweise Magenprobleme oder Schlafstörungen.

Warum bestimmte Stoffe Säuglingen schaden können

Der Organismus eines Erwachsenen ist in der Lage, auf verschiedene Stoffe angemessen zu reagieren und diese abzubauen. Dazu stehen uns viele körpereigene Mechanismen wie Enzyme zur Verfügung, die vor etwaigen Schäden bewahren. Natürlich können diese ihre Arbeit nicht uneingeschränkt verrichten. Bei vielen Stoffen, beispielsweise bei Genussmitteln wie Kaffee, entscheidet das Maß der Dinge. Anders ausgedrückt: Die Dosis macht das Gift. Säuglingen stehen die körpereigenen Helfer noch nicht in vollem Umfang zur Verfügung. Das bedeutet, sie können bestimmte Stoffe nur wesentlich langsamer und schwerer abbauen. Daher reichen bei unterschiedlichen Nahrungsbestandteilen auch bereits kleinere Dosen aus, um sich schlimmstenfalls negativ auf Ihr Kind auszuwirken.

Wie sich Koffein auf den Organismus eines Babys auswirkt

Ein großer Anteil an Koffein gelangt über das Blut der Mutter in die Muttermilch. Das bedeutet: Ihr Baby konsumiert praktisch die identische Menge an Koffein wie Sie. Da das Kind diesen Stoff allerdings nicht genauso verarbeiten kann wie der erwachsene Organismus, ist die Wirkung eine andere. Zunächst einmal kann ein Säugling das Koffein nur wesentlich langsamer abbauen als seine Mutter. Der Zeitraum zieht sich über mehrere Tage hin. Zum Vergleich: Bei einem Erwachsenen nimmt dieser Vorgang maximal fünf Stunden in Anspruch. Zudem beeinträchtigt eine zu hohe Koffeinzufuhr das Baby nicht nur auf mentaler, sondern auch auf körperlicher Ebene. Der Säugling weist eine übermäßige Gereiztheit auf und leidet unter Schlafstörungen. Dies ist nichts, was wir einem so kleinen Menschen zumuten möchten.

Welche Mengen Kaffee sind in der Stillzeit in Ordnung?

Kleinere Mengen Kaffee zu konsumieren ist während der Stillzeit möglich. Allerdings gibt es unterschiedliche Empfehlungen bezüglich der genauen Menge. Hier reichen die Angaben von ein bis zwei Tassen pro Woche bis hin zur gleichen Menge pro Tag. Natürlich stellt ein kompletter Verzicht auf Kaffee die einfachste Lösung dar, um Risiken für Mutter und Kind zu umgehen. Eingefleischten Kaffeeliebhaberinnen könnte es allerdings schwerfallen, sich daran zu halten. Das gilt auch bezüglich der körperlichen Belastungen, die, beispielsweise in Form von Schlafmangel, auf Mütter zukommen.

Alternativen und Zeitpunkt der Aufnahme

Wem es in erster Linie um Geschmack und Genuss und nicht um die anregende Wirkung geht, der findet leicht Alternativen. Zunächst wäre da entkoffeinierter Kaffee. Hier sollten Mütter auf Qualität setzen, damit sie keine unnötigen Zusätze wie beispielsweise Bitterstoffe durch unzureichende Röstung aufnehmen. Auch leckere Kaffeesorten aus Getreide wie beispielsweise Dinkel sind eine Option. Achten Sie hierbei auf die genauen Inhaltsstoffe. Die Auflistung der Zutaten sollte möglichst kurz ausfallen. Das zeigt, dass so wenig wie möglich unnötige Zusatzstoffe darin enthalten sind. Beachten Sie zudem auch den Zuckergehalt.

Im Fall von Kaffee beziehungsweise dem darin enthaltenen Koffein entscheidet nicht nur die Menge über die Auswirkungen auf das Kind. Ebenso wichtig ist der Zeitpunkt der Aufnahme. Den bereits erwähnten Umstand, dass ein erwachsener Organismus Koffein relativ schnell abbaut, können sich junge Mütter zunutze machen. Eine genussvolle Tasse Kaffee nach dem morgendlichen Stillen beispielsweise gilt als vollkommen in Ordnung. Denn bis zum nächsten Stillzeitpunkt sollte das Koffein bereits abgebaut sein.

Fazit

Kaffee in überschaubaren Mengen und zum richtigen Zeitpunkt genossen, macht Mütter munter und verursacht keinen Schaden beim Nachwuchs. Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Punkte und Tipps zum Abschluss:

  • Wie sich Kaffee auf unseren Organismus auswirkt, hängt von Qualität, Menge und unserer körperlichen Verfassung ab.
  • Mütter besitzen während Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Kalorienbedarf und sollten diesen über ausgewogene Mischkost decken.
  • Alles, was Mütter aufnehmen geben sie über das Blut an die Muttermilch und damit an das Kind weiter.
  • Säuglinge können Stoffe wie Koffein nur langsam und schwerer abbauen.
  • Eine zu hohe Koffeinzufuhr kann beim Baby zu Gereiztheit und Schlafstörungen führen.
  • Kaffee während der Stillzeit ist grundsätzlich erlaubt. Achten Sie auf Menge, Qualität und Zeitpunkt (unmittelbar nach dem Stillen) der Aufnahme.
  • Greifen Sie als Ausgleich zum koffeinhaltigen Heißgetränk zu leckeren Alternativen wie Getreidekaffee oder entkoffeiniertem Kaffee.

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