Ernährung in der Stillzeit

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Ernährung in der Stillzeit 2018-04-12T08:52:25+00:00

Wie sieht eine ausgewogene Ernährung in der Stillzeit aus?

Nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Stillzeit spielt die richtige und ausgewogene Ernährung für eine gesunde Entwicklung des Nachwuchses eine wichtige Rolle. Nachfolgend erfahren Sie, welche wertvollen Eigenschaften die Muttermilch hat und warum sie für das Baby so wichtig ist. Zudem wird erläutert, welche Lebensmittel Sie während der Stillzeit vermeiden sollten, wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung während der Stillzeit aussehen kann und wann es sinnvoll ist, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Ernährung in der Stillzeit
Bildnachweis: © Tomsickova / Fotolia

Warum ist die Muttermilch für das Baby so wichtig?

Die Muttermilch enthält zahlreiche wichtige Nährstoffe, die speziell auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und für die Entwicklung des Kindes erforderlich sind. Mehr als 160 Substanzen wurden mittlerweile in der Muttermilch nachgewiesen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Immunstoffe und Antikörper
  • Wachstumsfaktoren
  • Eiweiße
  • Das Zuckereiweiß Lactoferrin
  • Enzyme und Aminosäuren

Sie enthält also alles, was das Baby für eine gesunde Entwicklung braucht, ist gut verträglich und damit das wohl optimalste Nahrungsmittel für den Säugling. Die Muttermilch stärkt außerdem das Immunsystem und ist perfekt auf den Stoffwechsel sowie den Verdauungsapparat des Babys abgestimmt. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die normale Hirnentwicklung. Das Hormon Leptin ist wiederum wichtig für den Fettstoffwechsel und sorgt für ein Sättigungsgefühl im Körper des Babys. Dies könnte der Grund sein, weshalb bei Kindern, die in den ersten Wochen ihres Lebens gestillt wurden, das Risiko, später Übergewicht zu entwickeln, deutlich geringer ausfällt. Der individuelle Fettgehalt der Muttermilch hängt jedoch stark davon ab, wie sich die Mutter ernährt. Die Mineralien und Spurenelemente wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphat und Chlorid sind in ihrer Zusammensetzung bestmöglich auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt.

Antikörper können vor Krankheiten schützen

Dank der Antikörper, die vor Infektionen schützen können, leiden Babys, die mit Muttermilch gefüttert werden, im Gegensatz zu Flaschenkindern, seltener unter Mittelohrentzündungen oder Magen-Darm-Erkrankungen. Die in der Muttermilch enthaltenen Substanzen sollen außerdem Allergien und Asthma vorbeugen. Das Zuckereiweiß Lactoferrin hemmt das Wachstum von bestimmten Bakterien. Versuchen Sie daher nach Möglichkeit, Ihr Kind mindestens vier bis sechs Monate lang zu stillen. Bedenken Sie: Wenn Sie stillen, benötigen Sie ca. 500 Kalorien mehr pro Tag. Diesen Mehrbedarf sollten Sie über eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung decken.

Wie die Ernährung der Mutter die Qualität der Muttermilch beeinflusst

Die generelle Zusammensetzung der Muttermilch hängt zunächst einmal nicht davon ab, wie sich die Mutter ernährt. Der Anteil bestimmter Vitamine und Nährstoffe wird jedoch sehr wohl durch die Ernährung der Mutter beeinflusst. Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie der Jodgehalt der Muttermilch.

Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Damit sich das Gehirn des Babys optimal entwickeln kann, sollte die Muttermilch reich an Omega 6 und Omega 3-Fettsäuren sein. In der Stillzeit sollten Sie daher zwei Mal in der Woche fettreichen Seefisch essen, beispielsweise Lachs oder Makrele. Auch ideal sind hochwertige pflanzliche Öle wie Raps- oder Olivenöl. Von der DGE wird Stillenden empfohlenen, zusätzlich zur Tagesdosis von 250 mg Omega-3-Fettsäuren, täglich 200mg DHA einzunehmen.

Jod

Der Jodgehalt der Muttermilch ist in erster Linie von der Jodversorgung der Mutter abhängig. In der Stillzeit kann der Bedarf an Jod über die Nahrung allein häufig nicht gedeckt werden, sodass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bzw. spezieller Schwangerschaftspräparate sinnvoll sein kann. Von der DGE werden täglich 260 µg Jod für Stillende empfohlen. Wenn Sie Probleme mit der Schilddrüse haben, sollten Sie sich eine Empfehlung vom Gynäkologen oder Hausarzt einholen.

Wie sieht die optimale Ernährung in der Stillzeit aus?

Achten Sie im Allgemeinen auf eine gesunde, vollwertige, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und essen Sie jeden Tag frisches Obst und Gemüse. Bevorzugen Sie bei Brot, Reis und Nudeln Vollkornprodukte und nehmen Sie auch ausreichend fettarme Milch oder Milchprodukte zu sich. Auch Getreideprodukte sollten Sie regelmäßig essen, denn sie versorgen den Körper mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Um eine ausreichende Eisenzufuhr zu gewährleisten, sollte bei Ihnen ab und an ein Stück mageres, dunkles Fleisch auf dem Teller landen. Verwenden Sie zudem nur hochwertige, (mehrfach) ungesättigte Pflanzenöle und vermeiden Sie versteckte Fette.

Welche Lebensmittel sollten während der Stillzeit gemieden werden?

Orangen, Zitronen, Ananas, Kiwis und andere Zitrusfrüchte sind zwar gesunde Vitaminbomben, jedoch reagieren manche Babys darauf mit einem wunden Po. Spargel wiederum kann den Milchgeschmack negativ beeinflussen, sodass einige Babys zeitweise die Brust verschmähen. Unbedingt gemieden werden sollte Alkohol, denn dieses Genussmittel wird teilweise ebenfalls über die Muttermilch an das Kind weitergegeben. Wenn es doch einmal ein Gläschen Sekt sein soll, beispielsweise bei einer Feier, sollte danach eine längere Stillpause folgen. Zudem wird von zu viel Kaffee abgeraten, denn er kann bei empfindlichen Babys zur Unruhe führen und, abhängig von der Menge des aufgenommenen Koffeins, kann es bis zu drei Tage dauern, bis der Organismus des Babys das Koffein wieder abgebaut hat. Das Gleiche gilt für schwarzen Tee und Energy-Drinks.

Wann macht die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Sinn?

Auch wenn es bei einer ausgewogenen vitamin- und nährstoffreichen Ernährungsweise, prinzipiell möglich sein sollte, den Körper mit allen für die Schwangerschaft und Stillzeit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten eine gute Ergänzung, um den in dieser Zeit erhöhten Bedarf an wichtigen Stoffen ausreichend zu decken. Während die Mehrheit der Frauen in Deutschland der Meinung ist, sich gesund zu ernähren, konnte im Rahmen der nationalen Verzehrstudie II festgestellt werden, dass die von der DGE für bestimmte Vitamine und Mineralstoffe empfohlenen täglichen Mengen bei einem Großteil der Frauen bereits unter normalen Umständen nicht erreicht werden. Bedenken Sie, wie schwer es dann gerade zu Beginn der Zeit mit einem Neugeborenen, die häufig auch mit Stress verbunden ist, sein kann, auf eine abwechslungsreiche und nährstoffhaltige Ernährung zu achten.

Fazit

Was die ideale Ernährung in der Stillzeit angeht, sollten Sie vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Jod und Eisen achten. Ernähren Sie sich gesund, vielseitig und abwechslungsreich. Ansonsten ist die Muttermilch die perfekte Nahrung für Ihr Baby. Nahrungsergänzungsmittel können eine eventuell unzureichende Aufnahme an Nährstoffen ausgleichen. Neben den genannten Nährstoffen nehmen Sie auf diese Weise auch andere wichtige Mineralstoffe zu sich. Viele Schwangerschaftspräparate enthalten nicht nur Folsäure und Omega 3-Fettsäuren, sondern sind auch reich an weiteren Vitaminen und Mineralstoffen, welche den erhöhten Bedarf an Nährstoffen in der Stillzeit Rechnung tragen.

Mit freundlicher Unterstützung von Bayer

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