Toxoplasmose in der Schwangerschaft

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Toxoplasmose in der Schwangerschaft 2018-08-02T11:55:54+00:00

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose ist eine durch Parasiten ausgelöste Infektionskrankheit, die für Schwangere beziehungsweise ungeborene Kinder gefährlich werden kann und meist unbemerkt verläuft. Bei bestehendem Kinderwunsch und in der Schwangerschaft müssen daher entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

Was ist Toxoplasmose?

Die Toxoplasmose wird durch sogenannte protozooische Parasiten ausgelöst. Genau gesagt durch Toxoplasma gondii. Es handelt sich um Einzeller, deren Endwirt Katzen darstellen. Auch alle anderen Säugetiere können aber als Zwischenwirte verwendet werden – einschließlich dem Menschen.
Die Erkrankung ist bei Haustieren meldepflichtig.

Wieso ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich?

Säugetiere können eine Immunität gegen die Parasiten entwickeln, die die Toxoplasmose auslösen. Die Erkrankung ist vor allem in den folgenden Fällen aber dennoch gefährlich:

  •  eingeschränktes Immunsystem
  •  geschwächter Allgemeinzustand
  •  Schwangerschaft

Die Gründe hierfür liegen einerseits darin, dass sich die körpereigene Abwehr nicht gegen die Parasiten durchsetzen kann. Hierdurch können sie sich im Organismus ausbreiten. Im Falle der Schwangeren kann die Toxoplasmose sogenannte Fruchtschäden verursachen. Bei diesen handelt es sich um Miss- beziehungsweise Fehlbildungen des ungeborenen Kindes.

Allerdings treten derartige Risiken nur dann auf, wenn Sie sich während der Schwangerschaft erstmalig mit der Krankheit infizieren. Trat die Toxoplasmose bereits im Vorfeld auf, besteht in der Regel eine Immunität.

Symptome der Toxoplasmose bei Mensch und Tier

  • Bei Katzen und anderen Tieren sowie bei Menschen verläuft die Toxoplasmose oftmals beschwerdefrei und dadurch unbemerkt. Nur selten treten Durchfälle auf.Bei einer Erstinfektion oder wenn das Immunsystem geschwächt, kann jedoch eine ganze Bandbreite von Symptomen auftreten. Zu diesen gehören unter anderem:
  • Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Entzündungen der Netz- und Aderhaut der Augen
  • Entzündungen des Gehirns
  • Lungenentzündung
  • trockener Husten
  • Atemnot
  • Krampfanfälle
  • Lähmungen
  • Sehstörungen

In der Schwangerschaft bleibt die Toxoplasmose von der Mutter meist unbemerkt. Für das ungeborene Kind können sich aber verschiedene Probleme ergeben. Diese fallen umso schwerer aus, je jünger Embryo oder Fetus sind. Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel kann die Infektion zum Abbruch der Schwangerschaft führen. Bei Erstinfektionen im zweiten und dritten Trimester ist es möglich, dass die Toxoplasmose zunächst unbemerkt bleibt. Spätfolgen können jedoch auftreten.

Hierbei handelt es sich unter anderem um:

  • Augenentzündungen mit Sehstörungen
  • Krampfanfälle
  • Entwicklungsverzögerungen

Diese Schäden können sich teilweise noch Jahre später zeigen.

Welche Vorbeugungsmöglichkeiten gibt es bei Toxoplasmose?

Als beste und gängigste Vorbeugungsmaßnahme gilt es, während der Schwangerschaft keinen engen Kontakt zu Katzen zu haben und auch keine Katzentoiletten zu reinigen.
Wer aber bereits seit Jahren Katzen hält und diesen nicht plötzlich während der Schwangerschaft Freilauf gewährt, kann auf diese Vorsichtsmaßnahmen meist verzichten. Sollte die Katze an Toxoplasmose erkrankt sein, gibt sie vor allem zu Beginn der Infektion vermehrt die Eier der Parasiten ab. Die Chance, damit in Berührung zu kommen, ist also hoch. Dadurch sind langjährige Katzenhalter oftmals bereits immun.

Besteht kaum Kontakt zu Katzen und deren Kot, sollte er auch während der Schwangerschaft dringlichst gemieden werden. Zugleich sollte auf den Verzehr von rohem oder nicht vollständigem Fleisch verzichtet werden. Denn auch andere Tiere können als Zwischenwirt für die Parasiten dienen und dadurch die Einzeller enthalten.

Um abschätzen zu können, ob ein Risiko für Sie beziehungsweise Ihr ungeborenes Kind besteht, können Sie einen Test bei Ihrem Arzt durchführen lassen. Diese Maßnahme sollte im Idealfall bereits bei einem bestehenden Kinderwunsch durchgeführt werden. Sind in Ihrem Blut IgG-Antikörper vorhanden, besteht sehr wahrscheinlich eine Immunität.

Wie kann die Toxoplasmose behandelt werden?

Eine Behandlung ist oftmals nicht erforderlich. Findet die Erstinfektion in der Schwangerschaft statt, ist eine Therapie aber unumgänglich.

Die Behandlung kann durch Antibiotika oder aber durch Antiparasitika erfolgen. Bei den Erregern der Toxoplasmose kommen in der Regel Pyrimethamin und Sulfadiazin zum Einsatz.

Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Toxoplasmose

Da die Erreger der Toxoplasmose nicht nur Katzen und Menschen, sondern auch jedes andere Säugetier befallen können und zudem die Sporen über den Kot und das Fleisch abgegeben werden, sollten Schwangere ohne Immunität entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Das Meiden der Katzentoilette und rohen Fleisches reicht dafür nicht aus. Sie sollten zudem auch auf die folgenden Punkte achten:

  • Nach dem Kontakt zu Tieren, Fleisch, Gemüse, Obst und Erde sollten die Hände gründlich gewaschen und auch alle Oberflächen gereinigt werden, die mit Tiere oder Lebensmitteln in Berührung kamen.
  • Gartenarbeit sollte gemieden werden oder nur mit entsprechenden Schutzmaßnahmen erfolgen. Viele Tiere setzen ihren Kot in Beeten ab, wodurch es bei Kontakt zum Erdreich oder zu Pflanzen zu einer Infektion kommen kann.
  • Vermeiden Sie ungefiltertes Wasser.
  • Decken Sie Sandkästen ab.
  • Füttern Sie Ihre Haustiere zumindest während der Schwangerschaft nicht mit rohem Fleisch.

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