Tee in der Schwangerschaft

//Tee in der Schwangerschaft
Tee in der Schwangerschaft 2018-07-16T12:04:07+00:00

Tee in der Schwangerschaft – welche Sorten Sie unbedenklich trinken können

Viele Frauen müssen in der Schwangerschaft ihre Trinkgewohnheiten umstellen. Denn Kaffee und Softdrinks sind jetzt nicht mehr gern gesehen. Den erhöhten Flüssigkeitsbedarf während dieser Zeit können nicht nur Wasser und verdünnte Obstsäfte decken, sondern auch Tee. Der schmeckt kalt und warm. Kräutertees sind zudem gut gegen viele Schwangerschaftsbeschwerden. Werdende Mütter sind allerdings oft verunsichert, welchen und wie viel Tee sie in der Schwangerschaft trinken dürfen.

© Pixel2013 / Pixabay

Inhaltsverzeichnis:

Mythos und Wahrheit rund um Tee in der Schwangerschaft
Kräutertees in der Schwangerschaft – die Dosis entscheidet                                                                                                    Früchtetee – der schmackhafte Schwangerschaftsbegleiter
Rooibostee – der ideale Schwangerschaftstee

Mythos und Wahrheit rund um Tee in der Schwangerschaft

Über den Teegenuss in der Schwangerschaft sind viele Halbwahrheiten im Umlauf. Es spricht nichts gegen Tee in der Schwangerschaft, wenn Sie einige Grundregeln beachten und die richtigen Sorten auswählen. Sie schaden damit weder sich selbst, noch dem Ungeborenen.

Auch Tee enthält Koffein

Koffein findet sich nicht nur in Kaffee- und Kakaobohnen, sondern auch in Teeblättern und anderen Pflanzen. Zuviel Koffein in der Schwangerschaft kann zu einem niedrigen Geburtsgewicht, Wachstumsretardierung, Fehlbildungen und sogar Fehlgeburten führen. Allerdings macht es die Menge. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, täglich nicht mehr als 300 mg Koffein zu sich zu nehmen, andere Länder wie Schweden und die USA setzen diese Grenze bei 200 mg während der Schwangerschaft an. Diese Menge entspricht zwei Tassen schwarzem Tee und drei Tassen grünem Tee pro Tag. Vorsichtig sollten Sie auch mit Mate- und Oolongtee sein. Daneben können Sie jedoch ohne Probleme weitere Tassen Kräuter- und Früchtetee trinken.

Eisenräuber Tee?

Das Baby benötigt für seine gesunde Entwicklung Eisen. Damit die Versorgung optimal gesichert ist, erhöht sich während der Schwangerschaft das Blutvolumen der Mutter. Ein Eisenmangel kann daher zum Problem werden. Tee steht immer wieder in dem Verdacht, dem Körper Eisen zu entziehen. Richtig ist, dass Tee die Eisenaufnahme verringern kann, aber das geschieht in kleinerem Umfang als bei Milchprodukten oder bestimmten Gemüsesorten. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie Grün- oder Schwarztee nicht zum Essen trinken. Damit weniger Tannin aus dem Tee gelöst wird, empfiehlt sich eine kurze Ziehzeit und eine Wassertemperatur für den Aufguss von maximal 60 Grad.

Senkt Tee wirklich den Folsäurespiegel ab?

Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft ist ein ausgeglichener Folsäurespiegel wichtig für die Entwicklung des Ungeborenen. Wenn Sie Schwarz- oder Grüntee in großen Mengen, das heißt, mehr als sechs bis acht Tassen pro Tag trinken, hat das tatsächlich negative Auswirkungen auf Ihren Folsäurespiegel.

Kräutertees in der Schwangerschaft – die Dosis entscheidet

Gesund, schmackhaft, entspannend und kalorienarm – es gibt viele gute Gründe, die für Kräutertee in der Schwangerschaft sprechen. Mit einer Einschränkung: Kräutertees sind nicht nur lecker, sondern wirken auch wie eine Arznei. Bei Schwangerschaftsbeschwerden können sie Linderung bringen, doch in großen Mengen und bei regelmäßigem Konsum können sich negative Wirkungen ergeben und einzelne Wirkstoffe oder ätherische Öle via die Plazenta dem Baby schaden oder die gefürchteten Frühwehen auslösen. Bestimmte Sorten sollten Sie nur bei Bedarf und lediglich eine kurze Zeit anwenden, zum Beispiel, wenn Sie Sodbrennen haben oder gegen Ende der Schwangerschaft mit Himbeerblättertee die Wehen anregen möchten. Als Faustregel bei Kräutertees gilt: Wenn Sie mit dem Kraut kochen können, dürfen Sie es auch als Tee in der Schwangerschaft verwenden. Salbei allerdings nicht, da der Bluthochdruck verursachen kann. Wechseln Sie zudem immer die Sorten, denn Tees entfalten erst über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung. Sollten Sie aus Versehen einmal eine Tasse „schlechten“ Kräutertee getrunken haben, ist das noch kein Grund zur Panik, denn wie bei allem, macht es hier die Dosis. Auch wenn Sie „gefährliche“ Kräuter in den beliebten Schwangerschaftsteemischungen finden, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Dosierung ist denkbar gering und Sie können Ihre Tasse Tee ohne weiteres genießen.

Diese Kräutertees können Sie ohne Bedenken trinken

  • Fenchel: Fencheltee hilft bei Blähungen und gegen Magenkrämpfe, stimuliert die Verdauung und ist milchbildend.
  • Hagebutte: Unterstützt Ihr Immunsystem, fördert die Verdauung und hat eine leicht abführende Wirkung.
  • Hanf: Hanftee ohne THC ist ein idealer Schwangerschaftstee mit einer beruhigenden Wirkung. Er hilft gegen Übelkeit und verbessert den Schlaf.

  • Kamille: Kamille ist antibakteriell und gegen Pilze, hat sich als Krampflöser bewährt und eine mild-beruhigende Wirkung.
  • Lavendel: Während Schwangere das Öl meiden sollten, ist der Tee unbedenklich. Lavendel fördert den Schlaf und stärkt die Nerven.

  • Melisse: Auch Melissentee wirkt gegen nervöse Unruhe und ist krampflösend.

  • Minze: Gegen eine gelegentliche Tasse Pfefferminztee ist nichts einzuwenden, verwenden Sie jedoch nicht das ätherische Öl. Minze hilft gegen Erbrechen und Übelkeit sowie bei Beschwerden im Verdauungstrakt und der Galle. Der Tee ist säurebildend, weshalb Sie bei Sodbrennen besser Abstand davon nehmen.

  • Zistrose: Zistrosentee kann Schwermetalle ausleiten und beugt Erkältungskrankheiten vor.

Mit diesen Tees sollten Sie vorsichtig sein

  • Anis: Wirkt in großen Mengen stimulierend auf die Gebärmutter, gegen eine gelegentliche Tasse ist nichts einzuwenden.
  • Brennnessel: Dieser Tee ist nur in geringer Dosierung in speziellen Schwangerschaftsteemischungen unbedenklich.
  • Eisenkraut: Kein Schwangerschaftstee, da er wehenfördernd wirkt.
  • Ginseng: Ginsengtee sollten Sie vermeiden, da es die Hormonproduktion des Babys überstimuliert.

  • Hibiskus: Hibiskus wirkt blutdrucksenkend und abführend. Eine gelegentliche Tasse ist in Ordnung, große Mengen senken den Östrogenspiegel ab.

  • Himbeerblätter: Himbeerblätter lösen Wehen aus. Trinken Sie den Tee auf keinen Fall vor der 36. Schwangerschaftswoche.
  • Johanniskraut: Viele schätzen die beruhigende Wirkung, doch alleine genossen, kann das Baby Schaden nehmen. Als Beimengung in Teemischungen allerdings unbedenklich.

  • Rosmarin: In der Schwangerschaft nicht empfehlenswert, da der Tee Krämpfe auslöst.

  • Salbei: Salbei stimuliert die Gebärmutter. Nehmen Sie diesen Tee allenfalls zum Gurgeln.
  • Schafgarbe: Wirkt gegen Wassereinlagerungen. Diesen Tee sollten Sie nur nach Rücksprache mit einer Hebamme in umsichtiger Dosierung einnehmen.
  • Yogitee: Die beliebten Gewürzmischungen sind sparsam anzuwenden, da viele wehenfördernde Gewürze enthalten sind.
  • Zimt: Zimt kann die Wehen fördern, beschränken Sie daher den Genuss.

Früchtetee – der schmackhafte Schwangerschaftsbegleiter

Früchtetee ist reich an Mineralstoffen und Vitamin C. Achten Sie jedoch bei Mischungen darauf, welche Kräuter zugesetzt werden. Manche Früchtetees sind zudem sehr säurehaltig, was zu Sodbrennen führen kann. Sanddorntee kann Ihnen jede Menge wertvolles Eisen liefern.

Rooibostee – der ideale Schwangerschaftstee

Der aus dem südafrikanischen Rotbusch gewonnene Tee ist koffeinfrei und liefert viele gute Mineral- und Vitalstoffe. Vor allem ist Rooibos, der in verschiedenen Geschmacksvarianten daherkommt, ein hervorragender Eisenlieferant. Die enthaltenen Antioxidantien beugen Krampfadern vor und der Tee dämpft das Stresshormon Cortisol. Mit etwas Milch oder Pflanzenmilch getrunken, werden Sie Ihren Kaffee oder Schwarztee nicht vermissen.

Weitere interessante Artikel