Sodbrennen in der Schwangerschaft

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Sodbrennen in der Schwangerschaft 2018-08-02T12:13:14+00:00

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen gehört zu den häufigsten Beschwerden des Verdauungstraktes in der Schwangerschaft. Etwa jede zweite Frau leidet während der Schwangerschaft daran. Dafür zeigen sich gleich mehrere Gründe verantwortlich. Worum es sich dabei handelt was werdenden Müttern Linderung verschaffen kann, erfahren Sie hier.

Was ist Sodbrennen und wie entsteht es?

Sodbrennen entsteht dann, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und die Schleimhäute reizt. Das Resultat ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein bis hinauf in den Hals. Auch Drücken und Schmerzen können auftreten.

Aus Studien und Umfragen geht hervor, dass 17 bis 45 Prozent aller Schwangeren über Sodbrennen klagen. In einigen Studien findet sich – vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel – eine Häufigkeit von bis zu 72 Prozent.

Ist Sodbrennen während der Schwangerschaft gefährlich?

In der Regel handelt es sich beim Sodbrennen in der Schwangerschaft um eine normale „Begleiterscheinung“, die nicht gefährlich ist. Nach der Entbindung klingen die Beschwerden für gewöhnlich schnell wieder ab.

Bei sehr starkem Sodbrennen kann es jedoch zu Reizungen und Entzündungen der Speiseröhre kommen, die behandlungsbedürftig sind.

Welche Symptome können mit Sodbrennen einhergehen?

Wie erwähnt, können durch das Sodbrennen ein Brennen, Schmerzen und Druckgefühle auftreten. Die folgenden Symptome sind jedoch ebenfalls möglich:

  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  •  Verdauungsstörungen, wie Durchfall
  •  häufiges und / oder saures Aufstoßen
  •  Halsschmerzen
  •  Schlafstörungen

Das Wohlbefinden also durch diese an sich harmlose Erscheinung erheblich beeinträchtigt werden.

Ursachen für Sodbrennen in der Schwangerschaft

Für das Sodbrennen in der Schwangerschaft zeigen sich gleich mehrere Ursachen verantwortlich.

  •  Nachlassen der Muskelspannung: Die vermehrte Ausschüttung des Hormons Progesteron verursacht eine Entspannung der glatten Muskulatur. Der Schließmuskel zum Magen schließt daher weniger dicht und Magensäure kann einfacher aus dem Magen in die Speiseröhre gelangen.
  •  hormonelle Umstellung: Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt der werdenden Mutter. Hierdurch können unter anderem Beschwerden, wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen auftreten. Die Verdauungsstörungen können wiederum auch dafür sorgen, dass das Risiko für Sodbrennen steigt.
  •  zunehmender Druck auf die Verdauungsorgane: Je größer das Kind wird, desto mehr Druck üben Gebärmutter, Fruchtwasser und Fetus auf die Organe der Mutter aus. Der Magen kann daher nach oben verlagert werden, wodurch der Magensaft wiederum leichter in die Speiseröhre gelangen kann.

Risikofaktoren für Sodbrennen

Neben den Ursachen für das Sodbrennen gibt es auch verschiedene Risikofaktoren für die Beschwerden. Diese können das Leiden intensivieren und sollten daher gemieden werden. Zu ihnen gehören:

  •  Rauchen: In der Schwangerschaft sollten Zigaretten ohnehin tabu sein. Wenn Sie zu Sodbrennen neigen aber auch. Das Nervengift Nikotin wirkt sich unter anderem nachteilig auf die Muskulatur aus und kann den Körper zudem stressen.
  •  Alkohol: Ebenso wie Zigaretten sind alkoholische Getränke während der Schwangerschaft ohnehin nicht angeraten. Auch außerhalb der Schwangerschaft können sie aber Sodbrennen begünstigen.
  •  fettige Speisen: Fette regen die Produktion von Magensäure an. Fettreiche Speisen können daher Sodbrennen begünstigen oder aber verschlimmern.
  •  säureerzeugende Nahrungsmittel: Neben den fettigen Speisen können auch würzige und scharfe Nahrungsmittel, zuckerhaltige Lebensmittel, koffeinhaltige Getränke und andere säureerzeugende Gerichte auf den Magen schlagen. Kaffee, Kohlensäure, besonders süße oder scharfe Speisen und stark verarbeitete Lebensmittel sind häufige Problemquellen.
  •  große Portionen: Größere Mahlzeiten können generell dafür sorgen, dass der Magen überladen ist. In der Schwangerschaft kommt hierzu noch der Druck durch das wachsende Kind.

Tipps und Hausmittel gegen Sodbrennen

Um das Sodbrennen in der Schwangerschaft zu lindern oder ihm bestenfalls sogar vorzubeugen, können verschiedene Mittel und Maßnahmen getestet werden. Darunter:

  •  Essverhalten: Kleine Portionen erzeugen weniger Druck und entlasten das Verdauungssystem. Essen Sie daher kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  •  Lagerung: Damit die Säure nicht so leicht aufsteigen kann, sollte der Oberkörper beim Schlafen leicht erhöht werden.
  •  Basische Lebensmittel und Kuren: Eine gemüsereiche Kost beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt positiv. Heilerde oder basische Kuren können ebenfalls verwendet werden. Sie reduzieren die Säure. Stilles Wasser und Kräutertees verdünnen die Magensäure hingegen und schwächen damit die Konzentration ab.
  •  Stärke: Reiswaffeln, Vollkornbrot und Reis saugen die Säure auf und binden sie. Hierdurch steht weniger Flüssigkeit zur Verfügung, die in die Speiseröhre laufen kann.
  •  Leichtverdauliches: Eine fettarme Kost und viel Gemüse sollten auf Ihrem Speiseplan stehen. Das erleichtert die Verdauung und reduziert die Produktion von Magensäure.
  •  Entspannung und Bewegung: Stress schlägt auf den Magen – das ist allgemein bekannt. Entspannung und leichte Bewegung an der frischen Luft können Abhilfe schaffen und der Verdauung auf die Sprünge helfen.
  •  Essenszeiten: Wenn Sie abends noch sehr spät größere Mengen zu sich nehmen, ist die Verdauung beim Zubettgehen noch in vollem Gange. Sodbrennen kann dadurch vor allem in der Schwangerschaft noch begünstigt werden. Ziehen Sie die letzte Mahlzeit des Tages daher vor.

Medikamente gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sogenannte Antazida – also Medikamente gegen Sodbrennen – können in der Regel auch während der Schwangerschaft verwendet werden. Sprechen Sie die Einnahme jedoch im Vorfeld mit Ihrem Arzt ab.

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