27 SSW 2019-01-31T14:33:08+00:00

27. SSW / 27. Schwangerschaftswoche: Auf der Suche nach der besten Liegeposition

Viele Schwangere halten es in der 27. Schwangerschaftswoche nicht mehr in der Rückenlage aus. Schuld daran ist die Vena Cava. Auch Wassereinlagerungen können Ihnen aktuell zu schaffen machen.

Die Entwicklung Ihres Babys in der 27. Schwangerschaftswoche

Gedrehtes Baby in der siebenundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Gedrehtes Baby in der siebenundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Wenn Ihr Baby die Augen öffnet, dann nimmt es Lichtschimmer wahr. Stehen Sie in einem hell beleuchteten Zimmer, dann dringt ein rosafarbenes Licht durch Ihre Bauchdecke zu ihm. Das ist der Grund, warum in vielen Kliniken und Geburtshäusern die Entbindungszimmer rosarot gestrichen sind. Die Reifung des Gehirns macht Riesenfortschritte. Während die Hirnoberfläche vor einer Woche noch relativ glatt aussah, bilden sich nun die charakteristischen Gehirnfurchen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Babys ab dieser Schwangerschaftswoche in der Lage sind, zu träumen. Die meisten Organe sind nun soweit ausgereift, dass sie selbstständig ihre Arbeit übernehmen könnten, wenn Ihr Baby nun zur Welt kommen würde. Das ist bei der Lunge nicht der Fall. Wenn bei Ihnen eine Frühgeburt droht, zum Beispiel aufgrund einer Präeklampsie oder einer vorzeitigen Öffnung des Muttermundes, würde der Arzt veranlassen, Ihnen Lungenreifespritzen zu verabreichen. Das bedeutet, Sie erhalten zweimal im Abstand von 24 Stunden eine Injektion mit einem Nebennierenhormon. Damit die Injektion wirken und die Reifung der Lunge anregen kann, muss sie jedoch schon einige Tage vor der Entbindung gegeben werden. So wird die Gefahr des gefährlichen Atemnotsyndroms und Gehirnblutungen bei Extremfrühgeborenen etwa um die Hälfte reduziert. Trotzdem müssen Kinder, die um die 27. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblicken, noch eine Weile künstlich beatmet werden. Ihr Baby wird in dieser Woche immer mehr zum kleinen Wonneproppen, da sich seine Fettschicht weiter aufbaut. Viele Kinder haben in der 27. Schwangerschaftswoche die Kilogramm-Marke geknackt. Abweichungen nach oben und unten sind jedoch normal. Je näher der Geburtstermin rückt, desto größer werden die Unterschiede zwischen den einzelnen Kindern. Manche Neugeborene kommen mit knapp drei Kilogramm zur Welt, bei anderen sind es über vier.

Ultraschall und andere Untersuchungen in der 27. Schwangerschaftswoche

Falls bei Ihnen keine Risikofaktoren vorliegen, sollten Sie sich über das Thema Frühgeburt jedoch keine Sorgen machen. Denn jede Art von Stress überträgt sich auf Ihr Kind. Käme es jetzt schon zur Entbindung, hat Ihr Kind bereits deutlich bessere Überlebenschancen. Wenn bei Ihnen sehr häufig Infektionen der Scheide oder der Harnwege auftreten, sollten Sie auch außerplanmäßig zu Ihrem Frauenarzt gehen. Denn das kann ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes sein. Weitere Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes sind:

  • eine gesteigerte Menge an Fruchtwasser
  • die überdurchschnittliche Größe und Gewicht des Babys
  • Bluthochdruck der werdenden Mutter.

Zunächst empfiehlt der Arzt Ihnen einen oralen Glukosetoleranztest. Sie trinken eine Traubenzuckerlösung und danach wird Ihr Blutzuckerwert bestimmt. Unter 135 mg/dl besteht keine Problematik. Bei Auffälligkeiten wird danach der Zuckerbelastungstest durchgeführt. Dann wird Ihr Nüchternzuckerwert bestimmt und eine, beziehungsweise zwei Stunden nach dem Verabreichen der Traubenzuckerlösung gemessen. Bei den meisten Frauen genügt bei festgestelltem Gestationsdiabetes eine Umstellung der Ernährung. In manchen Fällen müssen jedoch auch Tabletten eingenommen oder Insulin gespritzt werden. Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte wieder automatisch.

Ihr Körper in der 27. Schwangerschaftswoche

Schwangerer Bauch einer Frau in der siebenundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Schwangerer Bauch einer Frau in der siebenundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Bis zur 35. oder 36. Schwangerschaftswoche nehmen Sie pro Woche etwa ein halbes Kilogramm zu. Das meiste davon entfällt auf Wassereinlagerungen. Während zu enge Schuhe und Ringe nur lästig sind, kann das eingelagerte Wasser jedoch auch Schmerzen verursachen. Besonders fies ist es, wenn sich durch das Gewebewasser der Kanal an der Handgelenkinnenseite verengt und der Druck auf die Nerven zum Karpaltunnelsystem führt.

Die gute Nachricht: Das überflüssige Wasser verschwindet schon kurz nach der Geburt wieder und wird meist einfach ausgeschwitzt. Ihre Lieblingsringe können Sie in dieser Zeit an einer Kette um den Hals tragen und die Schuhe kaufen Sie übergangsweise einfach eine Nummer größer. Bein- und Wadenkrämpfe, Juckreiz, Hämorrhoiden sind bei vielen Frauen auch in dieser Schwangerschaftswoche unangenehme, aber zuverlässige Begleiter. Wenn nicht gerade Wadenkrämpfe den Nachtschlaf rauben, dann schlägt das Vena-Cava-Syndrom eventuell zu. Die große Hohlvene im Rücken (Vena cava) wird durch das zunehmende Gewicht Ihres Babys zusammengedrückt, was Schwindel auslösen kann. Legen Sie sich auf die linke Körperseite, das nimmt den Druck von den Organen und entlastet den Blutfluss. Bei Lachen, Niesen oder Husten können nun schon einmal ein paar Tropfen Urin abgehen. Denken Sie daher unbedingt an eine regelmäßige Beckenbodengymnastik.

Das ist wichtig in der 27. Schwangerschaftswoche

Wassereinlagerungen: Bitte kommen Sie nicht auf die Idee, Ihre Wassereinlagerungen mit Tees oder gar Tabletten selbst zu therapieren. Eine eiweißreiche Ernährung mit viel Fisch und weißem Fleisch sowie eine konstant hohe Trinkmenge sind hilfreicher. Bei extrem dicken Beinen hat sich als Soforthilfe ein Meersalz-Fußbad bewährt.

Gute Laune: Ihr Baby fühlt Ihre Stimmungslage. Geht es Ihnen gut, dann auch dem Kind. Wenn Sie zwischendurch jedoch einmal einen schlechten Tag und miese Laune haben, dann ist das absolut in Ordnung. Seien Sie großzügig mit sich selbst!

Drehen: Wenn Sie sich im Liegen öfter drehen, muss Ihr Baby mitkommen. So können Sie ab und zu spielerisch seinen Gleichgewichtssinn fördern.

 

Bilder: © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

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