22 SSW 2019-01-31T14:18:15+00:00

22. SSW / 22. Schwangerschaftswoche: Alles eine Frage der Konzentration

In dieser Woche merken Sie, wie Ihnen möglicherweise die Konzentration abhanden kommt. Vergesslichkeit ist ein typisches Phänomen in der 22. Schwangerschaftswoche.

Die Entwicklung Ihres Babys in der 22. Schwangerschaftswoche

Kinder in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Baby in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Ab der 22. Schwangerschaftswoche ist Ihr Baby eine Miniaturausgabe des Kindes, das Sie in ein paar Wochen in den Armen halten werden. Bislang ging es hauptsächlich darum, zu wachsen und tüchtig an Gewicht zuzulegen. In dieser Woche ist ein Kind durchschnittlich 350 bis 450 Gramm schwer und um die 27 Zentimeter groß – auch hier sind Abweichungen nach oben und unten keine Ausnahme, sondern die Regel. Nun muss der Nachwuchs Fett ansetzen. Das ist wichtig, um nach der Geburt Wärme und Energie speichern zu können. Der Fachausdruck ist „braunes Fettgewebe“, das besonders schnell in Energie umgesetzt wird. Die Haut des Kindes ist mittlerweile deutlich weniger transparent. Das Fettgewebe hat allerdings noch eine weitere Aufgabe: Zellen werden davon umhüllt, was ihnen eine bessere Kommunikation untereinander ermöglicht. Das ist wichtig, denn ab der 22. Woche fängt das Gehirn an zu reifen. Ein spezieller Bereich im Zentrum des Gehirns ist bis zur Geburt des Kindes darauf spezialisiert, ausschließlich Hirnzellen zu bilden. Das Gehirn liegt sicher in den beiden Schädelhälften. Die Knochen sind allerdings flexibel und verschieben sich während des Wachstums. Eine kleine Lücke, die sogenannte Fontanelle bleibt etwa bis zum zweiten Geburtstag des Kindes offen und schließt sich erst dann. Das eigentliche Gehirnwachstum ist um den Beginn des sechsten Lebensjahres abgeschlossen. Ansonsten ist Ihr Baby weiterhin aktiv und turnt herum. Meistens dann, wenn Sie sich ausruhen. Das liegt daran, dass sich die Bauchdecke entspannt, sobald Sie sich hinlegen und die Gebärmutter weniger von den umliegenden Organen eingeengt wird. Für den Nachwuchs bedeutet das mehr Platz. Ihr Kind produziert schon seit mehreren Wochen Mekonium, das sogenannte Kindspech, das als erster Stuhl nach der Geburt ausgeschieden wird. Während Teile davon vorher ins Fruchtwasser gelangt sind, verbleibt es jetzt bis zur Geburt im Körper, da der Schließmuskel seine Arbeit bereits aufgenommen hat. Weiterhin werden verstärkt rote und weiße Blutkörperchen gebildet, die Knochen enthalten mittlerweile auch Knochenmark.

Ultraschall und andere Untersuchungen in der 22. Schwangerschaftswoche

Bis zum Ende der 22. Schwangerschaftswoche haben die meisten Frauen die zweite Vorsorgeuntersuchung hinter sich. Neben dem Basisultraschall gibt es jedoch noch weitere feindiagnostische Maßnahmen, die je nach Befund oder bei einer Risikoschwangerschaft angebracht sein können.

Doppler-Ultraschall

Mit dem Doppler-Ultraschall kann der Arzt den Blutfluss zur Mutter in Richtung Plazenta, den Blutfluss in der Nabelschnur sowie in den kindlichen Gefäßen darstellen. Diese Untersuchung liefert wertvolle Hinweise darauf, ob das Baby ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt ist. Schwangere, die unter einem hohen Blutdruck leiden, sind besonders gefährdet. Denn kommen noch erhöhte Eiweißwerte im Urin hinzu, kann sich eine Präeklampsie oder Schwangerschaftsvergiftung entwickeln, die im schlimmsten Fall in das HELLP-Syndrom münden kann, bei dem auch Leber und Nieren betroffen sind. Mit dem Doppler-Ultraschall kann der Arzt beurteilen, wie hoch das Risiko ist, eine Präeklampsie zu entwickeln. Er wird gewöhnlich ab der 22. Schwangerschaftswoche angewendet.

Ultraschall in 3D und 4D

Manche Frauenärzte bieten ihn an, Kritiker bezeichnen den 3D/4D-Ultraschall als „unnötiges Babyfernsehen“. Bei diesem Verfahren werden die einzelnen Bilder zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. Bei 4D wird um den Faktor Zeit ergänzt, was bedeutet, Sie verfolgen die Bewegungen Ihres Babys live. Viele werdende Eltern empfinden diesen Moment als etwas ganz Besonderes. Notwendig ist das Verfahren nicht, es werden keine besseren Ergebnisse als bei einem ganz normalen Ultraschall geliefert.

Ihr Körper in der 22. Schwangerschaftswoche

Frau in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Mutter in der zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Das Baby wird größer und damit auch der Appetit der Mutter. Dem ein oder anderen Gelüst dürfen Sie gerne folgen, versuchen Sie jedoch, einen eventuellen Heißhunger mit gesunden Nahrungsmitteln zu befriedigen. Auf keinen Fall sollten Sie Angst vor dem Essen und einer Gewichtszunahme entwickeln. Eine Schwangerschaft ist keine Diät und mit etwas Disziplin haben Sie die Pfunde nach der Geburt schnell wieder unten. Vielleicht bemerken Sie mittlerweile eine Konzentrationsschwäche und eine überhöhte Vergesslichkeit an sich. Diese Schwangerschaftsamnesie ist normal und auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen. Dieser Zustand kann sich bis weit über die Geburt hinaus halten. Eine mögliche Theorie ist, dass Sie sich ganz auf Ihr Kind konzentrieren und Unwichtiges somit ausblenden. Viel Wasser zu trinken und hier und da eine Handvoll Nüsse helfen, den Kopf fit zu behalten.

Das ist wichtig in der 22. Schwangerschaftswoche

Brüste: Auf Ihren Brustwarzen wachsen nun kleine Erhebungen. Dabei handelt es sich um die sogenannten Montgomery-Drüsen. Die pflegen Ihre Brustwarzen und machen Sie geschmeidig für die kommende Stillzeit. Die Drüsen sondern angeblich auch Duftstoffe ab, die es Ihrem Baby erleichtern, die Brustwarze zu finden.

Ausfluss: In der Schwangerschaft kommt es bei vielen Frauen zu einem stärkeren Ausfluss. Benutzen Sie keine Tampons und greifen Sie lieber zu unparfümierten Slipeinlagen oder Binden. Bei Juckreiz sollten Sie allerdings zum Arzt.

Hämorrhoiden: Eine eher lästige Begleiterscheinung der Schwangerschaft, was durch Verstopfungen begünstigt wird. Salben schaffen Linderung.

 

Bilder: © Sebastian Kaulitzki / Fotolia

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