Schwangerschaftsübelkeit

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Schwangerschaftsübelkeit 2018-06-05T11:19:22+00:00

Schwangerschaftsübelkeit- was Sie darüber wissen sollten

Falls Sie schwanger sind, es aber noch nicht sicher wissen, werden Sie es höchstwahrscheinlich bald an Ihrem verminderten Wohlbefinden, insbesondere in den Morgenstunden, bemerken. In der Tat ist Übelkeit eine ganz normale Begleiterscheinung der Frühschwangerschaft.

Schwangerschaftsübelkeit, Frau hält sich den Bauch
Bildnachweis: © Antonioguillem / Fotolia

Übelkeit – erstes Anzeichen einer Schwangerschaft

Die so genannte Schwangerschaftsübelkeit gilt als eines der ersten Schwangerschaftsanzeichen: Mehr als 50 Prozent aller schwangeren Frauen leiden früher oder später an der berühmt berüchtigten Übelkeit.

Wann tritt die Schwangerschaftsübelkeit auf?

Meist macht sich die Übelkeit morgens direkt nach dem Aufstehen bemerkbar, in seltenen Fällen kann die „Morgenübelkeit“ aber auch den ganzen Tag über bestehen. Infolgedessen kommt es nicht selten zu Erbrechen. Jedoch werden Schwangere nur in Ausnahmefällen tatsächlich die ganze Schwangerschaft hindurch von Übelkeit und Erbrechen geplagt. So tritt die Schwangerschaftsübelkeit im Normalfall nur während des 1. Schwangerschaftsdrittels, also zwischen der 6. und der 12. Schwangerschaftswoche, auf. Ein Grund hierfür ist der Anstieg des Schwangerschaftshormons HCG in der Frühschwangerschaft, dessen Spiegel im dritten Schwangerschaftsmonat wieder abfällt. Nach der 12. Schwangerschaftswoche verschwindet die Übelkeit daher in der Regel wieder.

Wie stark ist die Übelkeit?

Der Grad an Übelkeit kann von Schwangeren ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Bei Frauen, die eine Mehrlingsgeburt erwarten, sind die Symptome meist stärker ausgeprägt. Die gute Nachricht: Das Unwohlsein ist ein Zeichen dafür, dass sich Ihr Körper auf das beginnende Wachstum des Embryos vorbereitet.

Die Ursachen von Übelkeit in der Schwangerschaft

Warum es im ersten Schwangerschaftsdrittel zu Übelkeit und Erbrechen kommt, ist aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht restlos geklärt. Man vermutet, dass der während der Schwangerschaft erhöhte Prostaglandin- und HCG-Spiegel für die Übelkeit verantwortlich ist. Darüber hinaus diskutiert man, inwiefern ein Vitamin-B6-Mangel, eine verminderte Muskelspannung im Bereich des Mageneingangs sowie die gesteigerte Geruchsempfindlichkeit zu Beginn der Schwangerschaft Übelkeit und Erbrechen auslösen können.

Falls die Symptome besonders stark ausgeprägt sind und sich auch bei Einnahme entsprechender Medikamente, keine Besserung zeigt, wird häufig überprüft, ob die Frau womöglich an einer Helicobacter-Pylori-Infektion leidet, einer Erkrankung der Magenschleimhaut, bei der sich die Helicobacter Pylori-Bakterien im Magens ansiedeln und den pH- Wert in der unmittelbaren Umgebung beeinflussen, was zu einer Magenschleimhautentzündung oder gar der Bildung von Geschwüren führen kann. Auch Mehrlingsschwangerschaften oder ein höheres Alter bei der Geburt können Schwangerschaftsübelkeit begünstigen. Zu guter Letzt haben auch die genetische Veranlagung sowie psychische Faktoren Einfluss darauf, wie stark die Schwangerschaftsübelkeit ausgeprägt ist.

Was tun gegen Schwangerschaftsübelkeit?

Keine Frage: Häufige Übelkeit und Erbrechen können sich negativ auf den Alltag und das eigene Wohlbefinden auswirken. Zum Glück gibt es einige Maßnahmen, mithilfe derer Sie die Übelkeit lindern können.

Wie Sie Symptome der Schwangerschaftsübelkeit selbst lindern können

Neben Medikamenten können Sie Ihre Lebensgewohnheiten ändern und folgende Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit ausprobieren:

  • Gönnen Sie sich regelmäßig Ruhephasen und unternehmen Sie, wenn möglich, immer wieder ausgiebige Spaziergänge an der frischen Luft. Dies gilt auch für berufstätige Frauen.
  • Stellen Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten um und setzen Sie statt auf üppige und stark gewürzte Speisen lieber auf, fett- und Kohlenhydrate-arme Kost.
  • Nehmen sie alle zwei bis drei Stunden eine kleinere Mahlzeit ein
  • Essen Sie bereits vor dem Aufstehen ein Stück Weißbrot, Knäckebrot, Zwieback oder einen Keks. Das vermindert die starke Übelkeit, die einsetzt, sobald der Kreislauf nach dem Aufstehen in Schwung kommt
  • Verzichten Sie auf Ihren Mittagsschlaf nach dem Essen und bleiben Sie lieber noch eine Weile sitzen, da die Übelkeit im Liegen für gewöhnlich verstärkt wird.
  • Um die Übelkeit einzudämmen sollten Sie während der ersten heiklen Schwangerschaftsphase keinen Kaffee zu sich nehmen. Achten Sie stattdessen darauf, ausreichend Wasser zu trinken oder greifen Sie zu verdünnten Fruchtsäften oder Kräutertees.

Aufgrund der hormonellen Veränderungen ändern sich auch das Geschmacks- und Geruchsempfinden. Vermeiden Sie deshalb starke Gerüche von Parfums sowie gebratenem oder stark gewürztem Essen.

Medikamente und andere Therapieformen

Grundsätzlich ist es bei der klassischen Schwangerschaftsübelkeit nicht nötig, einen Arzt aufzusuchen. In einigen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, sich medizinische Hilfe zu holen, z.B. wenn:

  • Sie mehr als 5 x täglich erbrechen müssen
  • Sie keine Nahrung und zu wenig Flüssigkeit im Magen behalten können
  • Sie an Gewicht verlieren
  • Sie im Erbrochenen Spuren von Blut finden
  • Ihr Erbrochenes wie Kaffee aussieht

Das so genannte unstillbare Schwangerschaftserbrechen (Hypermesis gravidarum) kann schwere Folgen für Mutter und Kind haben. Der Frauenarzt kann Ihnen in schwerwiegenden Fällen gezielt spezielle Medikamente verschreiben, die die Übelkeit eindämmen. Bei leichteren Symptomen können Sie nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker auch alternativ ein Vitamin-B6-Präparat einnehmen, das ebenfalls zu einer Linderung der Beschwerden beiträgt.

Sorgen Sie für eine ausreichende Nährstoffversorgung!

Bedenken Sie auch, dass Sie aufgrund der Übelkeit eventuell weniger Hunger verspüren und daher auch weniger Nährstoffe aufnehmen; gleiches gilt für das vermehrte Erbrechen, da auch hier wertvolle Nährstoffe verloren gehen. Um den Körper und Ihr ungeborenes Kind dennoch mit allen für die Schwangerschaft nötigen Vitaminen zu versorgen, bietet sich die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Schwangerschaftsvitaminen an. Derartige Kombipräparate enthalten zahlreiche wichtige Vitamine und Mineralstoffe und sind in der Apotheke frei erhältlich. Idealerweise wählen Sie ein Präparat, bei welchem Sie trotz umfangreicher Versorgung nur eine Tablette oder Kapsel täglich einnehmen müssen (z. B. Elevit) - was bei Übelkeit und möglichen Schluckbeschwerden einen enormen Vorteil darstellt.

Fazit – Übelkeit als Teil der Schwangerschaft betrachten

Es sollte erwähnt werden, dass es sich bei Schwangerschaftsübelkeit nicht um eine Krankheit, sondern um eine schwangerschaftsspezifische, körperliche Veränderung handelt, die, auch wenn sie teilweise als äußerst unangenehm wahrgenommen wird, in den meisten Fällen bald wieder vorübergeht.

Mit freundlicher Unterstützung von Bayer

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