Schwangerschaftsbeschwerden

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Schwangerschaftsbeschwerden

Häufige Schwangerschaftsbeschwerden: Wissenswertes & Tipps

Eine Schwangerschaft kann sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen. Übelkeit, Krämpfe aber auch eine verstopfte oder laufende Nase können dazu gehören. Womit ist zu rechnen und was kann dagegen unternommen werden? Wir geben Antworten auf diese Fragen.

Schwangere Frau mit Rückenschmerzen
© focusandblur / Fotolia

Übelkeit mit oder ohne Erbrechen

Morgenübelkeit und Erbrechen gehören zu den bekannten Beschwerden während der Schwangerschaft. Tatsächlich kann die Übelkeit aber zu jeder Tageszeit auftreten. Zudem kommt es in einigen Fällen gar nicht zum Erbrechen. In anderen Fällen kann das Erbrechen sogar in einem gefährlichen Maße erfolgen, sodass eine kontrollierte Flüssigkeitszufuhr und die Gabe von verschiedenen Medikamenten notwendig wird. In der medizinischen Fachsprache wird dieser Zustand als Hyperemesis gravidarum bezeichnet.

Die Übelkeit tritt häufiger im ersten und zweiten Trimester auf, legt sich im Normalfall jedoch mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft.

Geruchsempfindlichkeit

Gerüche können nicht nur sehr genau wahrgenommen werden, sondern plötzlich auch sehr anziehend oder abstoßend wirken. Sogar zuvor als angenehm empfundene Düfte können Übelkeit auslösen.

Aversionen gegen Lebensmittel und ungewöhnlicher Appetit

Viele kennen den Scherz, dass Schwangere ungewöhnliche Gelüste entwickeln. Vanille-Eis und saure Gurken, Schokolade und Schinken – wenn der Appetit sich plötzlich verändert, könnten sich hormonelle Schwankungen dafür verantwortlich zeigen.

Gesteigerte Müdigkeit

Während der Embryo und Fetus wächst, durchläuft der Organismus der Mutter eine Vielzahl an Veränderungen. Die Blutmenge wird vergrößert, der Hormonspiegel wird an die Herausforderungen angepasst. Durch die veränderten Hormonkonzentrationen kommt es wiederum zu Veränderungen bei Muskulatur, Sehnen und Bändern.

All diese Umstellungen erfordern sehr viel Energie. Ein typisches Problem während der Schwangerschaft ist daher gesteigerte Müdigkeit.

Wassereinlagerungen und Schwellungen

Durch die hormonellen Veränderungen wird vermehrt Wasser eingelagert, vor allem in den Füßen und Beinen. Dadurch können die Beine schwer und geschwollen sein. Hinzu kommt noch, dass die Blutversorgung der Beine erschwert sein kann. Schwere, müde Beine sind die möglichen Folgen.

Stimmungsschwankungen

Fröhlich, kurz vorm Weinen, wütend – und das alles in zehn Minuten und ohne äußeren Auslöser. Auch hierfür zeigt sich die hormonelle Umstellung verantwortlich.

Sodbrennen, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen und häufiger Harndrang

Wenn das ungeborene Kind wächst, verschieben sich die Organe im Körper der Mutter. Auf Lunge und Magen wird Druck von unten ausgeübt. Auf die Blase Druck von oben. Die Folgen sind Sodbrennen, Kurzatmigkeit und häufiger Harndrang. Rückenschmerzen können eine Folge des nach vorne verlagerten und zunehmenden Gewichts sein.
Diese Beschwerden treten vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel auf, wenn das ungeborene Kind bereits eine beachtliche Größe erreicht hat.

Verdauungsbeschwerden

Aufgrund der hormonellen Veränderungen tritt in der Schwangerschaft vermehrt Verstopfung auf aber auch Blähungen können häufiger und stärker vorkommen.

Krämpfe und Kopfschmerzen

Krämpfe und Kopfschmerzen treten bei einigen Frauen vor allem am Anfang der Schwangerschaft auf. Manche Frauen berichten auch vom Nidationsschmerz – dem Einnistungsschmerz. Hierbei kann zusätzlich ein Ziepen und Ziehen auftreten. Ob die Einnistung wirklich spürbar ist, ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Es finden sich allerdings zahlreiche Berichte darüber.

Schwangerschaft oder prämenstruelles Syndrom?

Am Anfang der Schwangerschaft sind die typischen Schwangerschaftsbeschwerden kaum von dem prämenstruellen Syndrom (PMS) zu unterscheiden. Denn unter leichten Krämpfen, Kopfschmerzen und Übelkeit leiden viele Frauen an den Tagen vor den Tagen. Auch verstärkt auftretende Blähungen, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen sind bei PMS keine Seltenheit.

Ob es sich um die nahende Menstruation handelt oder eine Schwangerschaft vorliegt, kann daher in diesem frühen Stadium nur durch einen entsprechenden Test festgestellt werden.

5 Tipps gegen typische Schwangerschaftsbeschwerden

Einige Frauen erleben nur wenige und milde Beschwerden, andere scheinen keine der aufgelisteten Probleme auszulassen. In jedem Fall können die folgenden Tipps aber dabei helfen, das Ausmaß der Beschwerden gering zu halten:

  •  Tipp 1 – viel Ruhe
    Schwangerschaft ist zwar keine Krankheit, dennoch geht sie mit einem erhöhten Ruhe- und Schlafbedürfnis einher. Viele Pausen und ausreichend Schlaf sind daher wichtig. Werden die Beine schwer, sollten sie so oft wie möglich hochgelegt werden.
  • Tipp 2 – ausreichend Bewegung
    Spaziergänge, Schwangerschaftsgymnastik oder -Yoga können dabei helfen, das Wohlbefinden zu steigern.
  • Tipp 3 – kleine, ausgewogene Mahlzeiten
    Um Sodbrennen zu vermeiden und der Übelkeit entgegenzuwirken sollten lieber mehrere kleine, als wenige große Mahlzeiten gegessen werden. Viel Gemüse und leicht verdauliche Gerichte sollten auf dem Speiseplan stehen. Die Ballaststoffe im Gemüse können sogar eine positive Auswirkung auf die Verstopfung haben beziehungsweise dieser vorbeugen.
  • Tipp 4 – milde Hausmittel: Hausmittel…
    wie beispielsweise Ingwer, können gegen Übelkeit und Beschwerden eingesetzt werden. Es sollte aber in jedem Fall zuvor mit dem Arzt abgesprochen werden, ob diese Mittel während der Schwangerschaft geeignet sind.
  • Tipp 5 – Stillkissen
    Bereits während der Schwangerschaft kann ein Stillkissen gute Dienste leisten, da es eine bequemere Lagerung ermöglicht und somit beispielsweise Rückenschmerzen lindern kann.

Wann zum Arzt mit Schwangerschaftsbeschwerden?

Allein 70-80 Prozent aller Schwangeren leiden unter Morgenübelkeit – die typischen Schwangerschaftsbeschwerden sind also recht weit verbreitet. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft ist jedoch noch schwer einzuschätzen, ob es sich um ein „normales“ Problem handelt oder Therapiebedarf besteht. Es ist daher wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und im Zweifelsfall – beispielsweise bei sehr starkem und anhaltendem Erbrechen oder bei stärkeren Einschränkungen einen Arzt aufzusuchen.

 

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2019-08-20T11:13:31+00:00