Risikoschwangerschaft

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Risikoschwangerschaft: Wann gelte ich als risikoschwanger?

Wenn Sie schwanger werden möchten oder bereits sind und plötzlich der Begriff „Risikoschwangerschaft“ fällt, sind Sie logischerweise zunächst beunruhigt. Die Einteilung in normal verlaufende Schwangerschaften und Risikoschwangerschaften ist aber nicht automatisch eine Vorhersage über den Verlauf der neun Monate. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Hinweis, dass bei einer Risikoschwangerschaft bestimmte Einschränkungen vorliegen und Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sein können. Informieren Sie sich jetzt über die Ursachen und Gründe, erfahren Sie mehr über die ärztliche Betreuung in der Schwangerschaft.

schwangere Frau

© hellenloures / Pixabay

Inhaltsverzeichnis:

Was ist eine Risikoschwangerschaft?
Die Kriterien für die Einstufung einer Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft
Komplikationen in der Schwangerschaft
Die Risikoeinstufung im Mutterpass
Was sollten Sie beachten, wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt?

 

Was ist eine Risikoschwangerschaft?

Ärzte sprechen von einer Risikoschwangerschaft, wenn bei der werdenden Mutter oder beim Kind bestimmte Faktoren zutreffen. Dazu gehören zum Beispiel Vorerkrankungen der Schwangeren wie hoher Blutdruck oder Diabetes. Einige Erkrankungen können eine besonders engmaschige Überwachung notwendig machen. Starkes Über- oder Untergewicht kann ebenfalls riskant sein.

Das Alter der werdenden Mutter ist an sich noch kein Grund für eine Einstufung als Risikoschwangerschaft, aber bei einem Alter ab 35 Jahren kann das Risiko generell leicht erhöht sein. Des Weiteren müssen Mehrlingsschwangerschaften sorgfältig überwacht werden. Im Verlauf der Schwangerschaft können Komplikationen auftreten, die eine besondere Überwachung erfordern.

Achtung: Lassen Sie sich allein von der Bezeichnung „Risikoschwangerschaft“ nicht verunsichern. Trotz dieser Kennzeichnung kann Ihre Schwangerschaft völlig normal verlaufen. Mit regelmäßigen Kontrollen bei ihrer Frauenärztin und gegebenenfalls einer Änderung der Medikation bei chronischen Krankheiten oder anderen Vorsichtsmaßnahmen ist das Risiko in den meisten Fällen beherrschbar.

Die Kriterien für die Einstufung einer Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft

Das Alter ist ein statistischer Faktor, der bei der Beurteilung, ob es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, eine Rolle spielt. Betroffen sind sehr junge Frauen, die unter 18 Jahren schwanger werden, und Frauen mit einem Alter von über 35 Jahren. Bei sehr jungen Frauen kann es während der neun Monate zu einem hohen Blutdruck oder zu Blutarmut kommen. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Wehen zu früh einsetzen, ist leicht erhöht. Bei älteren Frauen besteht eine höhere Gefahr für Chromosomenschädigungen. Des Weiteren kann auch die Geburt an sich schwieriger verlaufen. Diese genannten Risiken sind jedoch nur eine statistische Wahrscheinlichkeit – die meisten Schwangerschaften verlaufen sowohl bei sehr jungen Frauen als auch bei älteren Frauen normal.

Bei der werdenden Mutter können bestimmte Vorerkrankungen vorliegen, die eine Einstufung als Risikoschwangerschaft erfordern. Dazu gehören:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Hoher Blutdruck
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Leberschäden
  • Nierenleiden
  • Diabetes
  • Erkrankungen der Lunge oder eine vorausgegangene Lungentransplantation
  • Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Multiple Sklerose
  • HIV/Aids

Außerdem berücksichtigen die Mediziner, wie frühere Schwangerschaften verlaufen sind. Wenn Sie bereits eine oder mehrere Fehl- oder Totgeburten erlitten haben, ist das Risiko erhöht. Nach Operationen an der Gebärmutter oder einer beziehungsweise mehreren Entbindungen mit Kaiserschnitt ist es wahrscheinlich, dass Sie auch bei der aktuellen Schwangerschaft mit einem Kaiserschnitt rechnen müssen.

Komplikationen in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft können Komplikationen und Besonderheiten auftreten, die ebenfalls eine Einstufung als Risikoschwangerschaft begründen. Dazu gehören die bereits erwähnten Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften.

Frauenärzte überwachen des Weiteren alle Schwangerschaften besonders intensiv, wenn sich folgende Probleme und gesundheitliche Einschränkungen zeigen:

  • Während der Schwangerschaft wird Schwangerschaftsdiabetes festgestellt.
  • Bestimmte Infektionen wie Röteln oder Toxoplasmose können Auswirkungen auf die Gesundheit und die Entwicklung von Mutter und Kind haben.
  • Bei der Blutuntersuchung zu Beginn oder vor einer geplanten Schwangerschaft stellt sich heraus, dass Ihr Rhesusfaktor negativ ist. Das bedeutet, dass das Blut der Mutter mit dem Blut des Kindes nicht kompatibel ist. Bei einer ersten Schwangerschaft besteht keine Gefahr, aber zweite und folgende Schwangerschaften erfordern besondere prophylaktische Maßnahmen. Die heutige Medizin ist in der Lage, auch bei einem negativen Rhesusfaktor die Lage zu beherrschen, sodass Ihr Kind auf jeden Fall gesund bleibt.
  • Die Präeklampsie wurde früher als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet. Dabei kommt es zu einem erhöhten Blutdruck, außerdem treten Ödeme, Schwindel, Übelkeit und Eiweiß im Urin auf. Wenn zusätzlich Krampfanfälle auftreten, handelt es sich um eine Eklampsie.
  • Weitere Komplikationen können sich einstellen, wenn sich das Fruchtwasser verändert oder Probleme in der Plazenta auftreten. Schwierigkeiten bei der Blutgerinnung müssen ebenfalls überwacht werden.
  • Ein sehr enges Becken der Mutter oder eine Beckenfehlstellung kann eine Einstufung als Risikoschwangerschaft erfordern.
  • Zudem kann es während der Schwangerschaft zu Blutungen und vorzeitigen Wehen kommen.

Die Risikoeinstufung im Mutterpass

Der Mutterpass gibt Aufschluss über den gesamten Verlauf der Schwangerschaft. Zu Beginn der Schwangerschaft werden Sie eingehend untersucht. Vorerkrankungen und aktuelle gesundheitliche Einschränkungen werden berücksichtigt. Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zu der Entscheidung kommt, dass es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt, steht dies im Mutterpass. Sie sollten den Pass immer bei sich tragen. Falls während der Schwangerschaft plötzlich Schwierigkeiten und Probleme auftreten, weshalb Sie ins Krankenhaus müssen oder der notärztliche Dienst gefragt ist, wissen die behandelnden Ärzte sofort Bescheid.

Was sollten Sie beachten, wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt?

Halten Sie die angeordneten Untersuchungstermine bei Ihrer Frauenärztin auf jeden Fall ein. Vermutlich müssen Sie häufiger zur Kontrolle. Je nachdem, welche Ursachen für die Einstufung als Risikoschwangerschaft vorliegen, ist neben der ärztlichen Überwachung auch die Verordnung und regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente notwendig. Bei einigen Grunderkrankungen ist es sinnvoll, wenn der Frauenarzt mit Ihrem Hausarzt oder Internisten zusammenarbeitet. So lassen sich eventuell auftretende Komplikationen gut beherrschen.

Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sollte im Interesse der Gesundheit Ihres Kindes bei jeder Schwangerschaft selbstverständlich sein. Vor allem aber denken Sie immer daran: Risikoschwangerschaft bedeutet nicht automatisch, dass Sie mit einem erhöhten Risiko rechnen müssen – es ist nur eine ärztliche Einstufung, die auf bestimmte Risikofaktoren hinweist, die aber nicht zwangsläufig eintreten!

 

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2019-08-26T11:09:17+00:00