Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

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Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: Hilfe und Ursachen

Kopfschmerzen können zu jedem Zeitpunkt in der Schwangerschaft auftreten. Besonders häufig jedoch im ersten Trimester. Leider können Sie nicht unbedingt auf die klassischen Helfer wie Aspirin oder Paracetamol zurückgreifen. Hier erfahren Sie, was Kopfschmerzen in der Schwangerschaft auslöst und was Sie selbst dagegen tun können.

Schwangere Frau mit Kopfschmerzen auf dem Sofa liegend

© Antonioguillem / Fotolia

Inhaltsverzeichnis:

Wodurch entstehen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?
Migräne in der Schwangerschaft
Was Sie selbst gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft tun können
Alternative Heilmethoden bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
Welche Medikamente bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?
Kopfschmerzen in der Schwangerschaft – wann zum Arzt?

Wodurch entstehen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?

Die hormonelle Umstellung führt im ersten Trimester häufig zu Kopfschmerzen. Sobald der Körper sich an die neue Situation gewöhnt hat, klingen die Kopfschmerzen schnell wieder ab. Doch auch zu jedem anderen Zeitpunkt in der Schwangerschaft können Kopfschmerzen in Form von Spannungs– oder Clusterschmerzen sowie Migräne auftreten. Die Auslöser sind vielfältig und entsprechen häufig denen außerhalb der Schwangerschaft:

  • Psychische Belastungen: Stress und Sorgen führen zu Verspannungen, die als Ursache von Kopfschmerzen infrage kommen.
  • Zu wenig Flüssigkeit: In der Schwangerschaft sollten Sie besonders gut auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Verzicht auf Kaffee: Die Meinungen über Kaffee in der Schwangerschaft gehen auseinander. Während nichts gegen eine Tasse spricht, verzichten manche Frauen komplett darauf. Fehlt das Koffein auf einmal, sinkt nicht nur das Leistungsniveau, sondern auch Kopfschmerzen können die Folge sein.
  • Zu wenig Bewegung: Spaziergänge an der frischen Luft beugen einem Sauerstoffmangel und somit Kopfschmerzen vor.
  • Sauerstoffmangel: Sauerstoffmangel kann noch weitere Gründe haben. Infrage kommen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft in Verbindung mit Überanstrengung, Rauchen, auch passiv, oder Vena-cava-Syndrom.
  • Ernährung: Leiden Sie unter Schwangerschaftsübelkeit, sind Sie durch den Mangel an Appetit eventuell unterzuckert. Das kann ebenso zu Kopfschmerzen führen wie eine Übersättigung, wenn zu intensiv Gelüsten nachgegeben wird.
  • Schwangerschaftserkrankungen: In seltenen Fällen können schwangerschaftsbedingte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Präeklampsie, Eklampsie oder eine Thrombose für Kopfschmerzen sorgen.

Migräne in der Schwangerschaft

Eine gute Nachricht gibt es für schwangere Migränepatientinnen: In vielen Fällen, sorgt die Hormonumstellung dafür, dass die Attacken weniger werden. Wer trotzdem noch unter den pulsierenden, quälenden Schmerzen im Bereich von Stirn, Schläfen und Augen leidet, muss die Migräne in der Schwangerschaft anders behandeln, da viele Mittel nun nicht mehr angewendet werden dürfen. Schmerzmittel sollten vor allem im ersten und im letzten Trimester nicht zum Einsatz kommen. Auch das in der Schwangerschaft häufig verordnete Schmerzmittel Paracetamol wird mittlerweile nicht mehr empfohlen. Studien* haben nachgewiesen, dass dies vermehrt zu ADHS, Asthma und Atemwegserkrankungen beim Baby sowie zu Unfruchtbarkeiten bei Jungs führen kann.

Sollte Migräne in der Schwangerschaft auftreten, kann es helfen, sich in ein dunkles Zimmer zurückzuziehen und kühlende Kompressen zu verwenden. Auch Kopfmassagen können wohltuend wirken. Spätestens im letzten Trimester sollten dank des hohen Östrogenspiegels selbst hartnäckige Migräneattacken verschwinden. Leider kehrt die Migräne nach der Geburt durch die fallenden Hormone schnell wieder zurück.

Was Sie selbst gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft tun können

Um Kopfschmerzen zu lindern, stehen Ihnen verschiedene Hausmittel zur Verfügung:

  • Trinken: Zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder verdünnte Saftschorlen sollten es sein.
  • Frischluft: Gehen Sie so oft wie möglich zum Spazieren nach draußen oder treiben Sie eine Sportart an der frischen Luft (z. B. Walking).
  • Schlaf: Achten Sie auf einen gesunden Schlafrhythmus. Zu viel sollten Sie nicht schlafen, aber auch nicht zu wenig.
  • Essen: Essen Sie regelmäßig kleine Portionen. So bleibt der Blutzuckerspiegel stabil und Sie fühlen sich gleichzeitig nicht zu voll.
  • Fußbäder: Warme Fußbäder wirken sich entspannend auf Ihren gesamten Organismus aus.
  • Kompressen: Legen Sie einen warmen oder kalten Lappen auf die Stirn. Je nachdem, was Ihnen gut tut.
  • Kleine Helfer: Nackenkissen, Kirschkern- oder Dinkelkissen oder die gute alte Wärmflaschen entspannen Nacken und Schultern.
  • Pfefferminzöl: Ätherisches Pfefferminzöl, das mit Oliven- oder Mandelöl gemischt wird, empfinden viele Schwangere bei Kopfschmerzen als sehr angenehm. Massieren Sie das Öl auf Stirn, Schläfen und den Nacken ein.
    Achtung: Ätherische Öle dürfen in der Schwangerschaft nur sehr sparsam verwendet und sollten unbedingt mit einem Basisöl (wie Kokos- oder Arganöl) verdünnt werden.
  • Entspannungstechniken: Yoga oder Autogenes Training helfen auch gegen Kopfschmerzen. Haben Sie keine Erfahrung, bietet sich der Besuch eines Yoga Kurses für Schwangere an (siehe auch Schwangerschaftsgymnastik).

Alternative Heilmethoden bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Akupunktur hat sich bei der Behandlung von Kopfschmerzen bewährt und kann in der Schwangerschaft angewendet werden. Viele Hebammen haben eine Ausbildung und bieten Akupunktur oder Homöopathie in ihrer Praxis an. Ein Osteopath kann Blockaden aufspüren und durch sanfte manuelle Therapie lösen. Auch diese nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode eignet sich gut für Schwangere. Die Kosten für diese alternativmedizinischen Therapien müssen Sie allerdings selbst tragen. Experimentieren Sie nicht selbst mit Naturheilmitteln, da einige, wie zum Beispiel Pestwurz gegen Kopfschmerzen, in der Schwangerschaft nicht verwendet werden dürfen.

Welche Medikamente bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?

Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin sind oft die schnelle Wahl gegen Kopfschmerzen. Doch dürfen Sie je nach Trimester, in dem Sie sich befinden, nicht jedes Mittel anwenden. Hierzu sollten Sie vorab immer Rücksprache mit dem Arzt halten. Unter Umständen wird Ihr Arzt Ihnen Vitamin B12 oder Magnesium empfehlen, wenn Sie unter Migräne in der Schwangerschaft leiden. Da die meisten Mittel in die Muttermilch übergehen, sollten Sie Medikamente gegen Kopfschmerzen nach der Geburt ebenfalls nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft – wann zum Arzt?

Leiden Sie unter anhaltenden, wiederkehrenden oder ungewöhnlich starken Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Sehstörungen oder Schwindel einhergehen, müssen Sie sich dringend dem Arzt vorstellen. Dahinter können sich schwangerschaftstypische Krankheitsbilder wie eine Eklampsie verbergen.

 

Quellen:
Holzgreve, B- 300 Fragen zur Schwangerschaft, G&U
Kainer, Nolden – Das große Buch zur Schwangerschaft, G&U
Laue – Schwangerschaft und Geburt, G&U
*http://www.publichealth.pitt.edu/Portals/0/EOH/Journal%20Club/TomSpring2014.pdf

 

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2019-11-04T11:17:38+00:00