Möglichkeiten der Entbindung

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Möglichkeiten der Entbindung 2019-05-15T08:57:58+00:00

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt? Möglichkeiten der Entbindung

Viele Frauen bezeichnen die Geburt ihres Kindes als wichtigstes Erlebnis in ihrem Leben. Die Art, wie ihr Kind zur Welt kommt, können Sie als werdende Mutter in vielen Fällen selbst bestimmen. Neben der natürlichen, vaginalen Geburt in verschiedenen Varianten, gibt es mit dem Kaiserschnitt eine operative Methode, um das Kind zur Welt zu bringen. Wollen Sie die Art und Weise der Geburt nicht dem Zufall überlassen, sollten Sie sich frühzeitig Gedanken über Ihre Wünsche machen. Ihre Familie und Freunde sowie Ihre Hebamme und Ihr Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin können Sie dabei unterstützen.

baby schläft

Natürliche Geburt

Die meisten Mütter entscheiden sich für eine natürliche, vaginale Geburt. Dies ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft die beste Methode, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen. Entscheiden Sie sich für diese Variante, haben Sie die Wahl zwischen einer ambulanten oder stationären Geburt. Bei der ambulanten Entbindung können Sie darüber hinaus wählen, ob Sie Ihr Kind in einer Klinik oder in einem von Hebammen geführten Geburtshaus zur Welt bringen möchten. Geburtshäuser gibt es in Deutschland etwa 100, mit steigender Tendenz.

Mama nach Geburt mit baby im Arm

Stationäre Geburt

Viele Mütter wünschen sich eine möglichst sichere Umgebung, um ihr Kind zur Welt bringen. Diese Möglichkeit bietet die stationäre Geburt in einem Krankenhaus. Hier können Sie Ihr Kind unter ärztlicher Aufsicht gebären und sich nach der Entbindung noch drei bis vier Tage erholen. Ist die Geburt ohne Komplikationen verlaufen, können Sie im Anschluss mit Ihrem Kind das Krankenhaus verlassen und sich unter Betreuung durch Ihre Nachsorge-Hebamme gemeinsam zuhause einleben.

Ambulante Geburt

Die ambulante Geburt kann sowohl in einem Krankenhaus als auch in einem Geburtshaus erfolgen. Wichtig für diese Variante der Entbindung ist, dass keine Komplikationen zu erwarten sind, die eine Geburt im Krankenhaus nötig machen würden. Bei der ambulanten Geburt erscheinen Sie zum Geburtstermin bzw. beim Einsetzen der Wehen in der von Ihnen gewählten Klinik bzw. dem Geburtshaus Ihrer Wahl und entbinden Ihr Kind auf natürliche Weise. Sind Sie und Ihr Kind wohlauf, können Sie nach vier bis sechs Stunden zusammen nach Hause in Ihre vertraute Umgebung gehen. Weiter betreut werden Sie hier durch Ihre Nachsorge-Hebamme.

Vor der Geburt

Ob Sie sich für eine ambulante oder eine stationäre Geburt entscheiden: In beiden Fällen müssen Sie sich frühzeitig in der Klinik oder dem gewünschten Geburtshaus anmelden. In der Regel erhalten Sie rechtzeitig eine Überweisung Ihres Frauenarztes bzw. Ihrer Frauenärztin, um sich dort vorzustellen. In einem Vorgespräch mit dem Arzt oder der Hebamme wird dann geklärt, ob Risiken bestehen und wie Sie sich die Entbindung vorstellen. Hier können Sie in Ruhe die Räumlichkeiten besichtigen und auch Sorgen oder Wünsche ansprechen, die Sie in Zusammenhang mit der Geburt haben. Fühlen Sie sich nicht gezwungen, sich für ambulant oder stationär zu entscheiden. Auch, wenn eigentlich eine ambulante Geburt geplant ist, können Sie sich spontan bei der Geburt dazu entscheiden, doch noch einige Tage in Obhut der Ärzte zu bleiben.

Neben der Art der Geburt haben Sie die Möglichkeit, sich für eine Geburtsposition oder eine spezielle Form der natürlichen Geburt, wie die Wassergeburt, zu entscheiden.

Geburtspositionen

Die häufigste Geburtsart bzw. Geburtsposition ist das Gebären im Sitzen oder Liegen. Dabei setzen Sie sich aufrecht oder leicht angelehnt auf einen Gebärstuhl oder nehmen auf einem Bett Platz. Hier legen Sie Ihre Beine hoch oder winkeln sie an, und geben der Hebamme so Platz, um Sie bei der Geburt zu unterstützen. Vorteil dieser beiden Positionen ist, dass Sie sich bei Bedarf mittels einer sogenannten Periduralanästhesie (PDA) die Schmerzen nehmen lassen können. Zudem kann ein Arzt mittels Geburtszange oder Saugglocke in den Geburtsprozess eingreifen.

Eine in immer mehr Kliniken verfügbare Alternative ist die Wassergeburt. Dabei begeben Sie sich für den Geburtsprozess in ein mit 38 Grad Celsius angenehm temperiertes Wasserbecken. Das warme Wasser sorgt dafür, dass Sie sich während der Geburt entspannen. Diese Variante der Entbindung wird von vielen Frauen als angenehmer empfunden. Oft läuft die Geburt wie von selbst ab und bedarf keiner Unterstützung durch Ärzte oder Hebammen. Am Ende heben Sie das Kind selbst aus dem Wasser. Ein Nachteil der Wassergeburt ist jedoch, dass bei starken Schmerzen keine PDA möglich ist.

Geburt mittels Kaiserschnitt

Beim Kaiserschnitt (auch Sectio caesaria oder kurz Sectio) kommt das Kind im Rahmen einer Operation über einen Schnitt in der Bauchdecke auf die Welt. Ursprünglich wurde der Eingriff nur bei medizinischer Indikation durchgeführt. Mittlerweile gibt es aber auch den Wunsch-Kaiserschnitt. Hierbei können sich werdende Mütter bewusst für diese Geburtsvariante entscheiden – auch, wenn keine medizinische Veranlassung dazu besteht. Durch die Möglichkeit des Wunsch-Kaiserschnitts hat die Zahl der Geburten, die auf diese Weise erfolgen, stark zugenommen, sodass heute etwa jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommt.

Geburt als Kaiserschnitt im OP

In der Medizin wird zwischen der primären Sectio (geplanter Kaiserschnitt), der sekundären Sectio (ungeplanter Kaiserschnitt) und  dem Wunsch-Kaiserschnitt unterschieden.

Die primäre Sectio wird durchgeführt, wenn ein medizinischer Grund für den Kaiserschnitt vorliegt. Das können zum Beispiel eine ungünstige Lage des Kindes, eine Mehrlingsgeburt oder die Form des Beckens der Mutter sein. In diesem Fall wird der Kaiserschnitt geplant und noch vor dem Einsetzen der Wehen durchgeführt.

Eine sekundäre Sectio erfolgt in Situationen, wenn es bei der vaginalen Geburt zu Komplikationen kommt.

Der Wunsch-Kaiserschnitt beruht hingegen auf der Entscheidung der Mutter für diese Geburtsmethode. Oft sind Angst vor Schmerzen und/oder vaginalen Verletzungen oder die Sorge vor Komplikationen bei der regulären Geburt Gründe für diese Entscheidung. Auch die gewisse Planbarkeit der Entbindung und die Wahl des Termins spielt für viele werdende Mütter eine Rolle.

Der Ablauf einer Kaiserschnitt-Geburt

Handelt es sich um einen geplanten Kaiserschnitt, erscheinen Sie zum vereinbarten Geburtstermin in der Klinik. In den meisten Fällen ist das mindestens ein Tag vor der OP der Fall. Nach den Voruntersuchungen kommen Sie am Tag der Operation in den OP-Saal. Als Mutter haben Sie die Wahl, welche Narkose Sie wünschen. Mit einer PDA oder Spinalanästhesie können Sie die Geburt bewusst und ohne Schmerzen miterleben. Sie können sich aber auch für eine Vollnarkose entscheiden. Letztere Variante wird allerdings nur selten gewählt.

Im nächsten Schritt eröffnet der Arzt mit dem Skalpell Ihren Bauch und entnimmt das Kind. Heute wird dabei meist nach der schonenden Misgav-Ladach-Methode vorgegangen, die zu einer geringeren Verletzung des Gewebes und einer schnelleren Heilung führt. Der gesamte Geburtsprozess von Narkose bis zum abschließenden Vernähen der Wunde dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Anschließend verbringen Sie und Ihr Kind noch etwa eine Woche im Krankenhaus.

Die ursprüngliche Hausgeburt

In den letzten Jahren gibt es einen Trend zur Hausgeburt. Bei dieser ursprünglichsten aller Geburtsvarianten bringen Sie Ihr Kind in den eigenen vier Wänden zur Welt. Viele werdende Mütter können sich in der gewohnten Umgebung besser entspannen, was die Geburt günstig beeinflusst. Idealerweise findet die Hausgeburt mithilfe einer Hebamme statt, die Sie bei der Entbindung unterstützt. Neuerdings gibt es eine Steigerung, bei der werdende Mütter gänzlich auf Hilfe verzichten und ihr Kind komplett allein zur Welt bringen. Hier besteht jedoch das Risiko, dass Kind und Mutter bei ernsten Komplikationen zu Schaden kommen.

Bald ist es soweit. Nutzen Sie unsere praktischen Checklisten – für die Zeit der Geburt und danach.

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