Thunfisch in der Schwangerschaft

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Thunfisch in der Schwangerschaft

Thunfisch in der Schwangerschaft – Darf man das essen?

Fisch ist wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Sein Fleisch ist kalorienarm und beugt aufgrund seines hohen Gehalts an wertvollen Omega-3-Fettsäuren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt deshalb Erwachsenen und Kindern, ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche in den Speiseplan zu integrieren. Viele Menschen versuchen dieser Empfehlung gerecht zu werden, indem sie Salate, Pizzen oder Pasta mit Thunfisch zubereiten. Mehrmals pro Woche und auf Dauer stellt der Konsum von Thunfisch jedoch – ob frisch oder aus der Dose – ein Gesundheitsrisiko dar, das besonders Schwangere und stillende Mütter betrifft. Erfahren Sie hier, warum Thunfisch in der Schwangerschaft schädlich ist und ob es Alternativen gibt.

]Inhaltsverzeichnis:

Thunfisch in der Schwangerschaft – warum ist das ein Risiko?
Wie viel Thunfisch gilt während der Schwangerschaft als unbedenklich?
Sollten Schwangere und stillende Mütter weitere Fischarten meiden?
Gibt es Alternativen für Schwangere, die gerne Fisch essen?

Thunfisch in der Schwangerschaft – warum ist das ein Risiko?

Durch den Schiffsverkehr, aber auch Unternehmen, die ihre Abwässer in Zuflüsse leiten, hat die Verschmutzung der Weltmeere in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Das macht sich heutzutage in schadstoffbelasteten Fischen und Meeresfrüchten bemerkbar. Besonders stark betroffen ist der weltweit beliebte Thunfisch. In dem Gewebe der bis zu 15 Jahre alten Fische reichern sich Schwermetalle an, die dem Tier selbst nicht schaden. Hier ist insbesondere das extrem gesundheitsschädliche Methylquecksilber zu nennen, das als giftigste Quecksilberverbindung überhaupt gilt. Über frischen Fisch und Konserven gelangt das Quecksilber in die Nahrungskette des Menschen – und häufig auch auf den Teller von Schwangeren und stillenden Müttern.

Wenn Sie zu einer dieser beiden Gruppen gehören, sollten Sie Thunfisch Ihrem Kind zuliebe meiden. Denn das Methylquecksilber ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Über den Kreislauf der Mutter erreicht das Quecksilber die Plazenta, die für diese Substanz ebenfalls keine Hürde darstellt. Von hier aus ist der Weg in den Blutkreislauf des Ungeborenen frei. Die natürliche Wirkung der Plazenta als schützende Instanz zwischen Mutter und Fötus wird somit ausgehebelt.

Ebenso einfach kann das Quecksilber über die Muttermilch in den Kreislauf des Kindes gelangen. Während das Schwermetall für die gesunde Mutter und generell alle gesunden Erwachsenen keine akute gesundheitliche Bedrohung darstellt, können die Folgen für das Kind gravierend sein und sich auf unterschiedliche Weise zeigen.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich das Methylquecksilber aus dem Thunfisch im gesamten Körper des Ungeborenen anreichert. Eine mögliche Folge sind Entwicklungsverzögerungen des Gehirns, die sich beim Aufwachsen des Kindes unter anderem in Verhaltensauffälligkeiten oder einem niedrigeren IQ zeigen können. Auch das periphere Nervensystem und die Nieren des Kindes sind durch das Quecksilber bedroht und können Schaden nehmen.

Thunfisch
© sea2400 / 2098253 / Pixabay

Wie viel Thunfisch gilt während der Schwangerschaft als unbedenklich?

Eine unbedenkliche Menge Thunfisch gibt es nicht. Schon beim Verzehr kleinster Mengen gelangen geringe Dosen Methylquecksilber über den Blutkreislauf der Mutter zum Kind und können dieses nachhaltig schädigen. Deshalb sollten Sie zum Wohle Ihres Ungeborenen, aber auch wenn Sie stillen, gänzlich auf den Verzehr von Thunfisch verzichten. Das gilt übrigens für alle Varianten des beliebten Fisches wie Thunfischfilet, Thunfisch aus der Dose oder auch Sushi mit Thunfisch.

Sollten Schwangere und stillende Mütter weitere Fischarten meiden?

Neben Thunfisch gibt es noch weitere Fischarten, die einen erhöhten Quecksilbergehalt aufweisen. Diese sollten von Schwangeren und stillenden Müttern ebenfalls gemieden oder aber nur nach Rücksprache mit dem Frauenarzt verzehrt werden. Konkret geht es um die nachfolgenden Arten:

  • Aal
  • Heilbutt
  • Hecht
  • Rotbarsch
  • Seeteufel

Bei einigen Fischarten entscheidet die Herkunft über den Grad seiner Belastung. Fragen Sie, wenn Sie sich unsicher sind, auch hier besser Ihren Frauenarzt oder greifen Sie im Zweifel zu einem der folgenden Fische, die Sie als Schwangere oder stillende Mutter bedenkenlos verzehren können.

Thunfisch als leckere Mahlzeit
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Gibt es Alternativen für Schwangere, die gerne Fisch essen?

Ganz auf den Verzehr von Fisch verzichten müssen Sie als Schwangere oder stillende Mutter selbstverständlich nicht. Denn gerade während dieser kräftezehrenden Zeit können sich die wertvollen Inhaltsstoffe von Fisch positiv Ihren Körper und den Ihres Kindes auswirken. Insbesondere der Eiweißbedarf steigt während der Schwangerschaft an und kann zum Teil über Fisch gedeckt werden. Als weitestgehend unbedenklich gelten während der Schwangerschaft und Stillzeit Fischsorten wie Seelachs, Lachs, Makrele und Sardine. Aber auch der Verzehr von saurem Hering stellt in der Schwangerschaft kein Risiko dar.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wenn ja, welchen Fisch oder welche Meeresfrüchte Sie in Ihren Speiseplan einbauen sollten, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt. Dieser kann Ihnen Ratschläge geben, welcher Fisch für Sie geeignet ist und wie häufig Sie diesen ohne Bedenken genießen können.

Generell gilt jedoch: Fisch, Krabben und Muscheln sollten möglichst durchgegart sein. Vermeiden Sie während der Schwangerschaft den Verzehr von rohem oder geräuchertem Fisch. Roher Fisch birgt neben der Gefahr, sich mit Salmonellen anzustecken, das Risiko einer Listerieninfektion. Sie kann bei einer Übertragung über die Plazenta zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen und das Risiko für Fehlgeburten drastisch erhöhen.

 

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2019-08-21T06:42:33+00:00