Selen in der Schwangerschaft

Selen in der Schwangerschaft 2018-05-16T09:47:54+00:00

Selen – was Schwangere wissen sollten

Aufgrund seiner zellschützenden Eigenschaften ist das Spurenelement Selen auch im Rahmen einer Schwangerschaft von enormer Bedeutung. Denn Selen schützt die Zellen vor so genanntem oxidativem Stress, der unter anderem für eine verminderte Fruchtbarkeit verantwortlich sein kann. Daher sollten Sie vor und während der Schwangerschaft auf eine ausreichende Selen-Zufuhr achten.

Selen in der Schwangerschaft
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Das Spurenelement Selen

Der Mineralstoff Selen gehört zu den Spurenelementen und ist in geringen Mengen („Spuren“) essentiell für die menschliche Gesundheit, weswegen er auch in nahezu allen Teilen unseres Körpers in unterschiedlich hoher Konzentration zu finden ist.

Wo wird Selen im Körper gespeichert?

Rund 40 % Selen ist in der Skelettmuskulatur gespeichert. Folgende Organe weisen ebenfalls eine hohe Selenkonzentration auf:

  • Leber
  • Nieren
  • Herz
  • Bauchspeicheldrüse
  • Milz
  • Gehirn
  • Augen

Darüber hinaus ist Selen auch in den roten Blutkörperchen sowie in den Blutplättchen enthalten.

Selen und seine Funktionen im menschlichen Körper

Vor allem für die Aktivität verschiedener Enzyme ist Selen von entscheidender Bedeutung. Enzyme sind Stoffe, die verschiedene Reaktionsprozesse im menschlichen Körper überhaupt erst möglich machen. So spielt z.B. Glutathionperoxidase eine wichtige Rolle beim Zellschutz. Sie schützt die Zellen vor so genannten freien Radikalen, d. h. zellschädigenden reaktiven Sauerstoffverbindungen, die für viele negative Prozesse, wie z.B. die Zellalterung oder chronische Entzündungsprozesse, verantwortlich gemacht werden. Damit dieses Enzym richtig „arbeiten“ kann, ist es auf eine ausreichende Konzentration an Selen angewiesen. Unter anderem enthält die Aminosäure Selenocystein Selen und ist somit ein wichtiger Bestandteil antioxidativer Enzyme.

Selenbedarf und der Gehalt in Nahrungsmitteln

Da der menschliche Organismus nicht in der Lage ist, Selen selbst zu produzieren, können wir das Mineral ausschließlich über die Nahrung aufnehmen.

Wie viel Selen benötigt der menschliche Organismus?

Im Allgemeinen gilt ein Selenspiegel von 120 bis 160 µg pro Liter Vollblut als erstrebenswert. Nach den Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Männer ab einem Alter von 15 Jahren täglich 70 µg Selen zu sich nehmen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sowie bei Schwangeren fällt der Wert hingegen etwas niedriger aus: Hier beträgt die empfohlene Tagesdosis 60 µg. Raucher, alte Menschen sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einem schwachen Immunsystem haben häufig einen höheren Selen-Bedarf.

Pflanzliche und tierische Selenquellen

Selen wird von Pflanzen aus den Böden aufgenommen und gelangt so, organisch gebunden, in den Nahrungskreislauf. Aus diesem Grund ist Selen sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln enthalten. Die Selenaufnahme aus Flüssigkeiten wie Trinkwasser kann dabei eher vernachlässigt werden.

Pflanzliche Selenquellen sind z.B.

  • Paranüsse
  • Kokosnüsse
  • Sesam
  • Hülsenfrüchte
  • Knoblauch
  • Steinpilze
  • Sonnenblumenkerne
  • Hirse
  • Getreide (Vollkorn)

Unter den tierischen Nahrungsmitteln sind Rind-, Kalb- und Hühnerfleisch sowie Eier (Eigelb) sowie bestimmte Fischarten wie Hering, Thunfisch, Rotbarsch oder Forelle hervorragende Selenlieferanten.

Problem: Selenarme Böden

Viele Anbaugebiete (so auch Deutschland) zeichnen sich jedoch durch selenarme Böden aus, weswegen eine Selenzufuhr durch den Konsum selenhaltiger pflanzlicher Nahrungsmittel hier oft nicht in ausreichendem Maß möglich ist. Deshalb dürfen innerhalb der EU bereits seit den 1990er Jahren Futtermittel für Nutztiere zusätzlich mit Selen angereichert werden. Vor allem bei Veganern, die aufgrund ihrer rein pflanzlichen Ernährungsweise kein Selen aus tierischen Quellen aufnehmen, und Menschen mit einem individuellen Mehrbedarf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Selenmangels in diesen Gegenden besonders hoch.

Selen in der Schwangerschaft

Laut der nationalen Verzehrstudie II sind bereits 42 % der Frauen im gebärfähigen Alter mit Selen unterversorgt. Während der Schwangerschaft beträgt die von der DGE empfohlene Dosis 60 µg täglich. Theoretisch kann dieser Bedarf zwar mit einer gesunden auf pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln basierenden Ernährung gedeckt werden, jedoch kann es bei schwangeren Frauen, die sich unregelmäßig, einseitig, vegetarisch oder gar vegan ernähren oder unter einer chronischen Erkrankung leiden, schnell zu einer Selen-Unterversorgung kommen. Daher kann die Einnahme von speziellen Schwangerschaftsvitaminen, welche zusätzlich Selen enthalten (wie z.B. Elevit 1 und 2), im Rahmen einer Schwangerschaft oder bei Kinderwunsch sinnvoll sein.

Selenmangel und seine Folgen

Erste Untersuchungen mit Tieren haben ergeben, dass Selen das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft senken kann. Denn während eine zusätzliche Versorgung mit Selen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Fötus hatte, kam es im Falle eines Selenmangels deutlich häufiger zu Fehl- oder Frühgeburten. Somit ist es naheliegend, dass Selen auch beim Menschen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft hat. So kann eine Selen-Unterversorgung der Mutter, insbesondere zu Beginn der Schwangerschaft, Wachstumsstörungen beim Neugeborenen begünstigen und das Geburtsgewicht des Babys nach unten hin beeinflussen. Auch diversen Erkrankungen, wie beispielsweise der so genannten Präeklampsie, kann mit einer ausreichenden Selenzufuhr vorgebeugt werden. Symptome dieser schwangerschaftsspezifischen Krankheit sind:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Vermehrte Eiweißausscheidungen im Urin
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)

Selenversorgung in der Schwangerschaft sichern – auf die richtige Menge achten

Da es in der Schwangerschaft schwierig sein kann, den Mineralstoff Selen in ausreichender Menge ausschließlich über die Nahrung aufzunehmen, können entsprechende Nahrungsergänzungsmittel oder spezielle Schwangerschaftspräparate dabei helfen, den täglichen Bedarf an Selen in der Schwangerschaft zu decken. Allerdings sollten Sie hierbei darauf, achten, dass der empfohlene Selen-Wert von 60 µg weder unter- noch stark überschritten wird. Um eine Überdosierung und damit verbundene Nebenwirkungen (wie z.B. brüchige Fingernägel) zu vermeiden, empfiehlt sich die Einnahme von Präparaten, die

  • zwar die empfohlene Menge Selen enthalten (ca. 60 µg),
  • aber nicht mehr als 100-200 µg Selen enthalten .

Mit freundlicher Unterstützung von Bayer

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