Salami in der Schwangerschaft

Salami in der Schwangerschaft

Salami in der Schwangerschaft – Darf ich das essen?

Für Schwangere ist es nicht leicht, bei all den erlaubten, möglicherweise problematischen und potenziell schädlichen Lebensmitteln den Überblick zu behalten. Zudem scheint es jede Mutter beim Verzehr von Fisch, Käse und Wurst anders zu halten. Doch es lohnt sich genau hinzusehen, denn einige Lebensmittel erhöhen tatsächlich das Risiko für Infektionen, die bei Schwangeren zu Komplikationen führen können. In diesem Zusammenhang ist vielfach von Salami die Rede, die als Aufschnitt oder herzhafter Belag auf Baguette oder Pizza ein allgegenwärtiges Lebensmittel ist. Aber ist die Wurst wirklich ein Nährboden für Bakterien? Oder kann sie während der Schwangerschaft ohne Bedenken verzehrt werden? Dieser Ratgeber klärt Sie über das tatsächliche Risiko auf.

]Inhaltsverzeichnis:

Salami in der Schwangerschaft – woher kommt die Angst?
Verzehr von Salami in der Schwangerschaft meist unbedenklich
Toxoplasmose-Test für Schwangere hilft das Risiko zu reduzieren
Salami-Verzehr in der Schwangerschaft trotzdem in Grenzen halten

Salami in der Schwangerschaft – woher kommt die Angst?

Bei der Salami handelt es sich streng genommen um eine Rohwurst, da sie während ihres Herstellungsprozesses nicht gekocht wird. Bei rohem Fleisch und Fisch besteht grundsätzlich das Risiko, dass sich Bakterien darauf ablagern und vermehren. Besonders gefürchtet während der Schwangerschaft sind Listerien und Toxoplasmen. Die Erreger sind in der Lage, schwerwiegende Infektionen auszulösen. Konkret können die Parasiten und Bakterien die Blut-Hirn-Schranke überwinden, in die Plazenta eindringen und dem ungeborenen Kind erheblichen Schaden zufügen. Die Folge sind Organschäden sowie Schädigungen des zentralen Nervensystems. Eine Toxoplasmose erhöht überdies das Risiko, eine Fehl- oder Totgeburt zu erleiden. Aber trifft das auch auf die aus rohem Fleisch hergestellte Salami zu?[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Salami
© fichte7 / 3197835 / Pixabay

Verzehr von Salami in der Schwangerschaft meist unbedenklich

Bei Salami ist das Risiko für eine Belastung mit Listerien oder Toxoplasmen gering. Grund dafür ist die Herstellung der Wurst, bei der ihr durch Trocknen oder Räuchern das Wasser und somit den Bakterien der Nährboden entzogen wird. Auch wenn die Salami nicht gekocht wurde, ist sie nach diesem Prozess nicht mehr roh. Dieser Meinung ist auch die Bundesforschungsanstalt für Lebensmittel, die in dem Verzehr der Wurstspezialität während der Schwangerschaft kein Problem sieht. Trotzdem sollten Sie als Schwangere auf Nummer sicher gehen und Risikofaktoren weitgehend ausschalten. Dazu gehört es zu überprüfen, ob Sie in Ihrem Leben bereits an Toxoplasmose erkrankt sind und dadurch Antikörper gebildet haben.

Toxoplasmose-Test für Schwangere hilft das Risiko zu reduzieren

Nur selten erkranken Frauen während der Schwangerschaft an einer Toxoplasmose. Schätzungen gehen von einem Fall pro 100 Schwangerschaften aus. Tritt diese jedoch auf, kann sie weitreichende Folgen für das ungeborene Kind haben. Sie reichen von Hirnhautentzündungen über einen Wasserkopf (Hydrozephalus) bis hin zur vollständigen Erblindung. Darüber hinaus kann das Ungeborene Organschäden davontragen und sich das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen. Deshalb ist es ratsam, zu Beginn der Schwangerschaft vom Frauenarzt einen Toxoplasmose-Test durchführen zu lassen.

Ein solcher Test wird jedoch üblicherweise nur dann durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht für eine Infektion besteht. Bittet die werdende Mutter von sich aus um einen Test, muss sie die Kosten hierfür in der Regel selber tragen, da es sich um eine sogenannte IGel-Leistung handelt. Die Kosten halten sich allerdings in Grenzen und belaufen sich auf 14 bis 17 Euro.

Der Toxoplasmose-Test gibt Aufschluss darüber, ob die Schwangere bereits mit Erregern in Kontakt gekommen ist und sich Antikörper im Blut finden. Ist dies der Fall, besteht ein natürlicher Schutz vor Lebensmittelinfektionen, die durch Toxoplasmen ausgelöst werden. In vielen Fällen fällt der Text auf Antikörper positiv aus. Schätzungen zufolge sind 30 bis 70 Prozent der Schwangeren immun und können somit ohne Bedenken zur Salami greifen. Übrigens muss nicht jede frische Infektion auf das Kind übergehen. Besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist das Risiko gering, da die Plazenta hier noch eine unüberwindbare Barriere für die Erreger darstellt. Zudem verlaufen Infektionen im letzten Drittel der Schwangerschaft oft mild.

Salami-Verzehr in der Schwangerschaft trotzdem in Grenzen halten

Auch wenn das Risiko, sich mit Erregern zu infizieren, bei Salami gering ist, sollte sich der Verzehr in Grenzen halten. Denn Salami ist ein sehr fettreiches Lebensmittel und kann somit Übergewicht begünstigen. Dieses wiederum ist mitverantwortlich für verschiedene Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes. Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wie viel Salami Sie während Ihrer Schwangerschaft verzehren sollten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen Auskunft darüber geben, welche Sorte oder Menge für Sie persönlich unproblematisch ist.

Unser Tipp

Wenn Sie Salami kaufen, sollten Sie stets auf Qualität achten. Die Wurst sollte am Stück und gut verpackt sein. Auch industriell hergestellte Salami gilt als unproblematisch, da es während der Produktion zahlreiche Kontrollinstanzen gibt, die eine Verunreinigung mit Bakterien und Parasiten ausschließen. Bei der Lagerung sollten Sie auf Hygiene achten. Decken Sie die Wurst im Kühlschrank ab und bewahren Sie sie nicht zu lange auf. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich andere Bakterien auf der Wurst ansiedeln und vermehren.

 

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2019-08-21T06:49:00+00:00