Rohmilch in der Schwangerschaft

Rohmilch in der Schwangerschaft

Rohmilch & Rohmilchkäse in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Die gesunde Entwicklung des Kindes und Ihr eigenes Wohlbefinden hängen wesentlich davon ab, was Sie essen. Etliche Lebensmittel sind kritisch zu betrachten, darunter fallen auch Rohmilch und Rohmilchkäse.

Rohmilch in der Schwangerschaft sollte man vermeiden

Inhaltsverzeichnis:

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft
Rohmilch und Rohmilchkäse: Was ist das eigentlich genau?
Welche Risiken können beim Genuss von Rohmilch und Rohmilchkäse auftreten?
Vorsicht beim Einkauf: Daran erkennen Sie Rohmilchkäse
Sicherheit geht vor: Auf Rohmilch in der Schwangerschaft besser verzichten

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft

Frisch, vielseitig, vollwertig, vitaminreich: So sieht eine gute Ernährungsweise in den neun Monaten der Schwangerschaft aus. Den meisten werdenden Müttern ist klar, dass bestimmte Nahrungsmittel gefährlich werden können. Dazu zählt zum Beispiel rohes Fleisch. Doch wie sieht es mit anderen „rohen“ Produkten aus, die gerade wegen ihres unbehandelten Zustands im Allgemeinen als gesund gelten?

Von Rohmilch und Rohmilchkäse raten Ernährungswissenschaftler und Frauenärzte ab. Rohmilch in der Schwangerschaft und der daraus hergestellte Käse können Bakterien, beispielsweise Listerien, Salmonellen oder Coli-Bakterien, enthalten. Gesunde Personen und nicht schwangere Frauen sind von diesen Erregern normalerweise nicht so stark gefährdet. Für Kleinkinder, kranke Menschen sowie Schwangere können jedoch bestimmte Erreger eine große Gefahr darstellen. Teilweise ist auch das ungeborene Baby betroffen. Rohmilch in der Schwangerschaft kann ebenso wie Rohmilchkäse in der Schwangerschaft zu kritischen Situationen bei Mutter und Kind führen.

Rohmilch und Rohmilchkäse: Was ist das eigentlich genau?

Rohmilch ist Kuhmilch, die nicht pasteurisiert und wärmebehandelt wird. Die Milch wird weder in der Molkerei noch später bearbeitet, sie ist also im Urzustand. Sie ist nur direkt ab Hof erhältlich, nicht im Handel. Wenn die Wärmebehandlung unterbleibt, führt dies dazu, dass Krankheitserreger nicht abgetötet werden. In deutschen Molkereibetrieben herrschen zwar meist hygienische Bedingungen, die auch streng überwacht werden, trotzdem können Keime in die Milch gelangen. Bestimmte Mikroorganismen und Erreger sind schädlich, sie können sich bereits in der Milch vermehren. Rohmilch ist deshalb mit dem Hinweis gekennzeichnet, dass sie vor dem Verzehr abgekocht werden muss. Wenn Sie Rohmilch direkt vom Bauernhof kaufen, muss der Landwirt ebenfalls darauf hinweisen.

Vorzugsmilch ist eine Variante der Rohmilch, die im Erzeugerbetrieb in Fertigpackungen abgefüllt wird. Diese Milch ist auch als Rohmilch zu betrachten, obwohl dabei weitere Hygienemaßnahmen gelten und Vorzugsmilch im Handel verkauft werden darf.

Bei Rohmilchkäse handelt es sich wiederum um Käse, der aus Rohmilch entsteht. Bei der Herstellung kann eine Erwärmung der Milch auf höchstens 40° C erfolgen. Diese Temperatur reicht nicht aus, um vorhandene Mikroorganismen abzutöten. In Rohmilchkäse können also noch Bakterien enthalten sein. Hartkäse aus Rohmilch mit einer langen Reifezeit spielt dabei eine Ausnahme. Die Reifezeit sorgt dafür, dass in Hartkäse aus Rohmilch normalerweise keine Mikroorganismen auftreten.

Welche Risiken können beim Genuss von Rohmilch und Rohmilchkäse auftreten?

Gefahr droht hauptsächlich von Listerien, die die Infektionskrankheit Listeriose auslösen können. Die Krankheit äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen. Gesunde Menschen überstehen die Erkrankung meist gut. In der Schwangerschaft kann die Listeriose aber zu Früh- und Totgeburten führen, wenn sie im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt. Listerien können sich auch auf das ungeborene Kind übertragen. Die möglichen Folgen sind Gehirn- und Gehirnhautentzündung. Daraus können körperliche und/oder geistige Behinderungen entstehen. Die Erreger und die daraus entstehende Krankheit sind zwar selten, die Problematik liegt aber vor allem darin, dass die Erkrankung von der Mutter nicht bemerkt wird, während das Baby trotzdem betroffen sein kann.

Erreger, die beim Genuss von Rohmilch in der Schwangerschaft eine Gefahr darstellen:

Listerien können zu Behinderungen beim Baby oder gar Früh- und Totgeburten führen.

Salmonellen führen zu schweren Durchfallerkrankungen bei der Mutter, das Baby ist nicht direkt betroffen. Die Mutter muss aber behandelt werden.

Tuberkulosebakterien können die Mutter und das ungeborene Baby betreffen.

Escherichia coli: Diese Bakterien können ebenfalls auf das Baby übertragen werden.

Beugen Sie daher vor und verzichten Sie besser auf Rohmilch in der Schwangerschaft!

Vorsicht beim Einkauf: Daran erkennen Sie Rohmilchkäse

Wie schon erwähnt, darf Rohmilch im Handel nicht verkauft werden. Meiden Sie auch Vorzugsmilch, um absolut sicherzugehen. Rohmilchkäse ist dagegen ein ganz normales Handelsprodukt, das aber gekennzeichnet sein muss. Auf der Packung oder an der Käsetheke muss Rohmilchkäse den Hinweis „aus Rohmilch hergestellt“ tragen. Fehlt dieser Vermerk, ist die Basis des Produkts pasteurisierte Milch.

Käsesorten, die häufig aus Rohmilch hergestellt werden:

  • Camembert
  • Limburger
  • Tilsiter
  • Roquefort

Etliche Hartkäsesorten wie Allgäuer Bergkäse und Emmentaler oder Parmesan sind ebenfalls oft aus Rohmilch. Bei Hartkäse sind im Inneren wegen der langen Reifezeit keine Bakterien zu finden. Auf der Rinde sind jedoch oft schädliche Erreger. Auch Mozzarella kann mitunter aus Rohmilch hergestellt sein. Wichtig: Achten Sie auf die Kennzeichnung. Wenn Sie offenen Käse kaufen, fragen Sie im Geschäft nach.

Bei Joghurt, Quarkprodukten und Frischkäse gehen Sie kein Risiko ein, da diese Produkte aus pasteurisierter Milch hergestellt werden.

Sicherheit geht vor: Auf Rohmilch in der Schwangerschaft besser verzichten

Mit pasteurisierter oder wärmebehandelter Milch sind Sie und Ihr Baby auf der sicheren Seite. Der Verzehr von Hartkäse aus Rohmilch ist möglich. Beachten Sie dabei aber als Vorsichtsmaßnahme, dass die Rinde von Erregern befallen sein kann. Schneiden Sie die Rinde großzügig ab, spülen Sie danach Messer und Brett möglichst heiß und waschen Sie Ihre Hände gründlich. Große Sicherheit haben Sie, wenn Sie auf Rohmilchkäse in der Schwangerschaft gänzlich verzichten.

 

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2019-08-21T07:26:57+00:00