Mozzarella in der Schwangerschaft

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Mozzarella in der Schwangerschaft

Mozzarella in der Schwangerschaft – Darf ich das essen?

Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen, die sie ihrem Körper täglich über die Nahrung zuführen müssen. Sie bilden die Grundlage für die optimale Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Eine gute Möglichkeit um den erhöhten Nährstoffbedarf zu decken, bietet Käse. Bei der Wahl der Käsesorte sollten Schwangere jedoch genau hinsehen. Nicht jeder Käse ist in der Schwangerschaft uneingeschränkt empfehlenswert. Hinsichtlich mancher Sorten herrscht unter Schwangeren oft Unsicherheit. Das trifft besonders auf den allseits beliebten Mozzarella zu. Lesen Sie, warum Käse gut für Sie ist, welche Sorten Sie meiden sollten und ob Mozzarella weiterhin auf Ihrem Speiseplan stehen darf.

Mozzarella und Tomate
© DominikSchraudolf / Pixabay

Käse: Nährstofflieferant in der Schwangerschaft

Kaum ein Naturprodukt liefert so viele Nährstoffe wie Käse. Das Milchprodukt ist besonders reich an Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium und enthält wichtige Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, B-Vitamine, Vitamin A und Zink. Viele dieser Nährstoffe sind für die Entwicklung des Gehirns sowie die Ausbildung und Stärkung der Knochen des Kindes von Bedeutung. Darüber hinaus ist Käse ein Lieferant von hochwertigem tierischen Eiweiß, das – wenn möglich – pflanzlichem Eiweiß vorzuziehen ist. Die Eiweißzufuhr sollte mit Fortschreiten der Schwangerschaft bei einer 65 kg schweren Frau etwa 60 bis 65 g Eiweiß am Tag betragen. Je nach Sorte reichen bereits zwei bis drei Scheiben Käse täglich aus, um den Bedarf von Mutter und Kind zu decken. Aber ist es auch bedenkenlos möglich, den täglichen Eiweiß- und Nährstoffbedarf über Mozzarella zu decken?

Ist Mozzarella in der Schwangerschaft unbedenklich?

Die Bedenken, Mozzarella könnte in der Schwangerschaft schädlich sein, haben ihren Ursprung in den 1980ern. Damals wurde die italienische Käsespezialität noch vorwiegend aus Rohmilch gefertigt. Diese stellt tatsächlich ein Risiko für Schwangere dar, da sie Bakterien enthalten kann. Besonders gefürchtet sind Listerien, die zu einer Infektion namens Listeriose führen können. Die Bakterien können über die Nabelschnur und die Plazenta das ungeborene Kind erreichen und infizieren. Der Fötus kann sich in der Regel nicht gegen die Infektion wehren, wodurch sich die Listerien in seinem Organismus ausbreiten und zu Organschäden führen können. Besonders betroffen sind die Lunge, Leber und das Gehirn. Oft endet eine Listeriose mit einer Früh- oder Fehlgeburt. Kommt das Kind trotz Infektion lebend zur Welt, sind seine Überlebenschancen in der Regel gering.

Mozzarella besteht heute vorwiegend aus pasteurisierter Milch

Um Listerien und andere Bakterien sicher abzutöten, ist es notwendig, die Rohmilch stark zu erhitzen. Dieser Prozess wird Pasteurisieren genannt. Dabei wird die frische Milch in einem Kessel für eine vorgegebene Zeit auf 100 °Celsius erhitzt. Ab 70 °Celsius sterben bereits die meisten Listerien und Salmonellen ab. Das Endprodukt ist vollständig frei von Bakterien.

Nachdem es in früheren Zeiten in Molkereien häufiger zu Fällen von Listeriose kam, sind die meisten Produzenten von Mozzarella schon vor Jahrzehnten dazu übergegangen, ihre Produkte nur noch aus pasteurisierter Milch herzustellen. Diese stellt aufgrund der genannten Prozedur für Schwangere und das ungeborene Kind kein Risiko dar und kann bedenkenlos verzehrt werden. Ob ein Mozzarella aus pasteurisierter Milch oder Rohmilch gefertigt ist, lässt sich einfach auf der Verpackung nachlesen.

So erkennen Sie Mozzarella aus pasteurisierter Milch

In Deutschland besteht Mozzarella vorwiegend aus für Schwangere unbedenklicher pasteurisierter Milch. Enthält ein Produkt hingegen Rohmilch, was bei einigen Spezialitäten oder in Restaurants der Fall sein kann, muss dies auf der Verpackung oder auf der Speisekarte vermerkt seien. Auf Verpackungen ist der Hinweis „mit Rohmilch hergestellt“ gesetzlich vorgeschrieben. Steht nichts auf dem Mozzarella, ist dieser aus pasteurisierter Milch hergestellt und stellt kein Risiko dar. In Restaurants kann es erforderlich sein, beim Kellner nachzufragen, ob es sich um einen herkömmlichen Mozzarella oder um einen Mozzarella aus Rohmilch handelt. Im Zweifelsfall sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit und der Ihres Kindes auf den Verzehr verzichten und lieber etwas anderes bestellen.

Vorsichtsmaßnahmen für einen unbedenklichen Käsegenuss

Wie bei allen Produkten, die Sie in der Schwangerschaft zu sich nehmen, sollten Sie auch bei Mozzarella darauf achten, dass dieser stets frisch ist. Bewahren Sie den Käse nie geöffnet im Kühlschrank auf, denn hier können sich Bakterien vermehren. Käse, bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sollten Sie vorsichtshalber entsorgen.

Käsesorten, wie Mozzarella

Ebenso vorsichtig sollten Sie auch bei anderen Käsesorten vorgehen: Beim Verzehr von Hartkäse, aber auch bei Gouda und Edamer, sollten Sie immer die Rinde entfernen. Sie kann Verunreinigungen von Verpackungsmaschinen und dem Transport enthalten. Wichtig: Auch diese Käsesorten können Rohmilch enthalten. Wie beim Mozzarella müssen die Hersteller dies jedoch mit einem Hinweis auf dem Produkt kenntlich machen. Ob ein Rohmilchkäse bedenklich ist, hängt übrigens auch mit der Reifezeit zusammen. Je länger ein Käse gereift ist, umso geringer ist das Risiko einer Verunreinigung mit Bakterien.

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2019-08-21T07:18:34+00:00