Leberwurst in der Schwangerschaft

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Leberwurst in der Schwangerschaft

Leberwurst in der Schwangerschaft – Genuss bedenkenlos möglich?

Es ist ganz normal, in der Schwangerschaft ungewöhnliche und vielleicht für andere irritierende Essensgelüste zu haben. Während manche Frauen plötzlich Rollmops mit Nuss-Nougat-Creme genießen, löst der Heißhunger bei anderen das Verlangen nach einem Leberwurstbrot mit Marmelade aus. Aber sind all die Lebensmittel, nach denen der Körper verlangt, auch unbedenklich? Schließlich herrscht unter Schwangeren beim Thema Wurst oft Unsicherheit. Insbesondere Wurst mit Leberanteil soll für das ungeborene Kind schädlich sein, heißt es manchmal. Lesen Sie, ob diese Sorge begründet ist oder ob Sie doch bedenkenlos zur Leberwurst greifen dürfen.

Inhaltsverzeichnis:

Warum habe ich plötzlich Hunger auf Leberwurst?
Leberwurst in der Schwangerschaft – ein Problem?
Wie viel Leberwurst ist für Schwangere unbedenklich?
Kann Leberwurst mit Bakterien belastet sein?

Warum habe ich plötzlich Hunger auf Leberwurst?

Ihr ganzes Leben haben Sie einen großen Bogen um Leberwurst gemacht. Doch jetzt, seitdem Sie schwanger sind, haben Sie ein ständiges Verlangen nach der herzhaften Wurstspezialität und lassen alles andere links liegen. Verantwortlich für Ihren Sinneswandel ist die Hormonumstellung, die Sie durchmachen. Sie macht sich besonders zu Beginn der Schwangerschaft bemerkbar. Hier ist vor allem das Schwangerschaftshormon Beta-HCG zu nennen. Dieses sorgt dafür, dass sich Ihr Geruchs- und Geschmackssinn leicht verändert und Sie plötzlich Hunger auf Lebensmittel haben, die Sie vorher strikt gemieden haben. Wozu dies gut ist, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Besonders häufig sind jedoch eher schlanke Frauen von dem Heißhunger auf Herzhaftes betroffen. Deshalb vermuten Experten, dass sich diese Frauen unbewusst durch den Verzehr kalorienreicher Speisen ein „Fettpolster“ für die zehrende Schwangerschaftszeit anlegen. Aber ist ausgerechnet Leberwurst das richtige Lebensmittel?

Leberwurstbrot
© Dreblow / 556489 / Pixabay

Leberwurst in der Schwangerschaft – ein Problem?

Ob fein oder grob – Leberwurst schmeckt, und ist als ein durchaus wertvolles Lebensmittel anzusehen. In der Schwangerschaft ist die Wurstspezialität aber nicht ganz unproblematisch. Grund dafür ist die – je nach Art und Herstellungsverfahren mehr oder weniger – enthaltene Leber. Das vom Rind, Schwein oder Kalb stammende Organ enthält unter anderem viel Vitamin A, das unter anderem für Augen, Blut, Haare, Haut, Knochen und das Immunsystem wichtig ist. Gerade in der Schwangerschaft hat Vitamin A eine besondere Bedeutung, denn es wird für die Zellbildung benötigt. Deshalb haben Schwangere auch einen leicht erhöhten Bedarf (1,1 mg statt 0,8 mg).

Allerdings kann ein Übermaß an Vitamin A das ungeborene Kind schädigen und unter anderem zu Augenproblemen, Hautveränderungen, Leberschäden und Wachstumsstörungen führen. Ein erhöhtes Risiko für eine solche Hypervitaminose besteht allerdings nur im ersten Trimester der Schwangerschaft (innerhalb der ersten 12 Wochen) und auch nur, wenn Leber pur oder Leberwurst in sehr großen Mengen verzehrt wird.

Darüber hinaus ist Leber, vor allem Lamm- und Schafleber, in der Vergangenheit immer wieder durch die Kontamination mit dem Umweltgift Dioxin aufgefallen. Dioxin lagert sich in den Organen der Tiere ab und gelangt über die Wurst in unsere Nahrungskette. Beim Menschen (auch beim ungeborenen Kind) kann es das Nerven-, Immun- und Hormonsystem schädigen und zu einer Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit führen. Überdies gelten Dioxine krebserregend oder krebsfördernd. Das BfR rät Schwangeren deshalb, während der Schwangerschaft auf Leber zu verzichten und Produkte wie Leberwurst, die höchstens zu einem Fünftel aus Leber besteht, nur in Maßen zu genießen.

Wie viel Leberwurst ist für Schwangere unbedenklich?

Ganz auf Leberwurst verzichten müssen Sie als Schwangere glücklicherweise nicht. Allerdings sollten Sie nicht mehr als die empfohlene Menge zu sich nehmen. Allgemein als unbedenklich gilt der Verzehr von 60 Gramm Leberwurst pro Tag. Am besten auf zwei Portionen zu je 30 Gramm aufgeteilt. Das entspricht ungefähr zwei Scheiben Brot mit Leberwurst.

Kann Leberwurst mit Bakterien belastet sein?

Das Risiko, sich durch den Genuss von Leberwurst mit Bakterien zu infizieren, ist gering. Denn wie bei den meisten Würsten handelt es sich auch bei der Leberwurst um eine Kochwurst. Das heißt, die Wurst wird bei einer Temperatur von etwa 80 °Celsius gegart. Bakterien wie Listerien oder Toxoplasmoseerreger können so nicht überleben. Dennoch ist es wichtig, die Leberwurst im Kühlschrank aufzubewahren und sie abzudecken, damit sich keine Bakterien auf ihr ablagern und vermehren können. So steht dem sorgenfreien Genuss kaum etwas im Wege.

Um Rohwürste sollten Sie jedoch sich und Ihrem Kind zuliebe einen großen Bogen machen. Sie werden nicht erhitzt und bergen somit ein gewisses Risiko, mit Bakterien belastet zu sein. Selten ist das jedoch bei industriell gefertigten Würsten wie Salami der Fall. Ein Tabu sollte jedoch generell Mettwurst oder rohes Mett sein.

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2019-08-21T07:31:28+00:00