Lebensmittel in der Schwangerschaft

Lebensmittel in der Schwangerschaft 2018-06-05T11:21:16+00:00

Lebensmittel in der Schwangerschaft – Was dürfen Schwangere essen bzw. nicht essen?

Gerade die erste Schwangerschaft ist für Frauen mit großen Unsicherheiten verbunden. Viele werdende Mütter fragen sich, was jetzt das Beste für ihr Kind ist und was sie während der 9 Monate bis zur Geburt vermeiden sollten. Dass Alkohol und Rauchen ab dem ersten Tag der Schwangerschaft tabu sind, ist den meisten Frauen intuitiv klar. Aber zum Beispiel bei der Ernährung gibt es häufig widersprüchliche Empfehlungen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Lebensmittel Sie in der Schwangerschaft auf keinen Fall, nur in geringen Mengen oder nur mit Vorsicht konsumieren sollten.

Gesunde Lebensmittel in der Schwangerschaft
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Ernährung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft entdecken viele werdende Mütter ganz neue kulinarische Gelüste. Das liegt vor allem am veränderten Hormonhaushalt, der den Geschmackssinn beeinflusst und die berüchtigten Heißhungerattacken auslöst. Doch nicht alles, wonach Ihr Körper verlangt, ist gut für Ihr Kind. Besonders bei rohen Speisen aus Fisch, Fleisch und Geflügel besteht das Risiko für eine Infektion mit Listerien oder Toxoplasmoseerregern. Auch bei einigen Eierspeisen und bestimmten Käsesorten sollten Sie Vorsicht walten lassen und im Zweifel bis nach der Geburt auf Ihre Lieblingsspeise verzichten. Die nachfolgende Aufstellung gibt Ihnen Klarheit darüber, bei welchen Lebensmitteln Sie in der Schwangerschaft aufpassen sollten.

Gemüse, Obst und Salat

Frisches Obst

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Mit Gemüse und Obst versorgen Sie Ihren Körper und Ihr Kind mit wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen. Eine Höchstmenge gibt es während der Schwangerschaft nicht. Jedoch sollten Sie Gemüse, Obst und Salat nur frisch kaufen, vor dem Verzehr gut abwaschen und bei ersten Anzeichen für Schimmel sofort entsorgen. Meiden sollten Sie abgepackte und bereits geschnittene Salate sowie Keimlinge und Sprossen. Sie können erhöhte Bakterienkonzentrationen aufweisen.

Eier und Eierspeisen

Eier liefern Ihnen während der Schwangerschaft wichtige Nährstoffe und können durchgegart oder gebraten ohne Bedenken verzehrt werden. Das gilt beispielsweise für Kuchen und Teilchen sowie anderes Gebäck, aber auch für industriell hergestellte Soßen und Mayonnaise.

Rohe Eier und Produkte, in denen rohe oder halbrohe Eier verarbeitet sind, sollten Sie während der Schwangerschaft meiden. Dazu zählen beispielsweise Speisen wie Carbonara, Mousse au Chocolat, Tiramisu und selbstgemachte Soßen wie Mayonnaise. Hier besteht unter anderem das Risiko einer Infektion mit Salmonellen. Ist unklar, ob Lebensmittel rohes Ei enthalten, sollten Sie zur Sicherheit komplett darauf verzichten.

Fisch und Meeresfrüchte

Fisch enthält wichtige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die gut für Mutter und Kind sind. Er kann – wie Meeresfrüchte – gut durchgegart bedenkenlos verzehrt werden. Das gilt auch für die bei vielen Schwangeren beliebten, eingelegten Rollmöpse sowie industriell abgepackten Fisch aus der Dose. Thunfisch sollten Sie nur in geringen Mengen verzehren. Er enthält größere Mengen Quecksilber, das sich im Körper anreichert und das Kind schädigen kann.

Komplett meiden sollten Sie während der Schwangerschaft jegliche Form von rohem oder nicht komplett durchgegartem Fisch. Demnach sollten Sie Sushi, Sashimi, Surimi und andere Gerichte mit Rohfisch vom Speiseplan streichen. Vorsicht ist auch bei gebeiztem und geräuchertem Fisch wie Lachs oder Forelle geboten.

gesunde Ernährung bei Kinderwunsch
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Selen in der Schwangerschaft
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Fleisch und Geflügel

Eisen, Kalium, Zink, B-Vitamine – Geflügel und Fleisch enthalten viele wichtige Nährstoffe und sind Lebensmittel, die in der Schwangerschaft auf den Speiseplan gehören. Durchgegarte Schnitzel, Steaks oder Geflügelbrust können Sie ohne Bedenken verzehren. Gegen gelegentlichen Verzehr von Fast Food wie Burger, Currywurst und Döner ist ebenfalls nichts einzuwenden. Auch gekochte Wurstspezialitäten wie Kochschinken oder Leberkäse dürfen während der Schwangerschaft auf dem Speiseplan stehen.

Auf den Verzehr von Innereien, insbesondere Leber (auch Leberwurst), sollten Sie verzichten. Sie kann große Mengen Vitamin A enthalten. Das Vitamin ist zwar essenziell wichtig für werdende Mütter, kann aber in extrem hohen Konzentrationen schädlich wirken. Vermeiden sollten Sie außerdem rohes Geflügel und Fleisch. Mett, lediglich geräucherte Fleischwaren wie Rohschinken sowie Rohwurst, wie zum Beispiel unbehandelte Salami, sollten Sie für die Dauer der Schwangerschaft weglassen.

Getränke

Bis auf alkoholische Getränke gibt es kaum Einschränkungen bei Getränken, die Sie während Ihrer Schwangerschaft zu sich nehmen dürfen. Lediglich unbehandelte Milch, die direkt vom Erzeuger stammt, ist Vorsicht geboten. Darüber hinaus kommt es bei vielen Getränken mehr auf die Menge an, die Sie zu sich nehmen.

Cola, Kaffee und Energy-Drinks enthalten hohe Mengen Koffein und häufig auch Zucker. Koffein kann in hohen Mengen zu sich genommen die Nabelschnur passieren und bei Ihrem Kind zu einem geringeren Geburtsgewicht führen. Zu große Mengen Zucker lassen Ihren Insulinspiegel steigen, führen zu Übergewicht und lassen das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes steigen. In Maßen genossen stellen Kaffee und Co. jedoch ein geringeres Risiko dar. Als verträglich gelten ein bis drei Tassen Kaffee pro Tag.

Käse und Milch

Käsesorten, wie Mozzarella

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Käse und Milchprodukte sind ein wichtiger Lieferant für Calcium und Protein und als Lebensmittel in der Schwangerschaft erlaubt. Es kommt jedoch auf die Art an. Generell sind Käse und Milch sowie Milchprodukte wie Joghurt und Quark aus pasteurisierter Milch unproblematisch. Dieser Anforderung entsprechen die meisten Produkte auf dem Markt. Problematisch sind hingegen Produkte aus Rohmilch. Sie können theoretisch mit Keimen belastet sein, die zu Infektionen führen und die Gesundheit des Kindes gefährden. Ausnahmen von dieser Regel sind Hartkäse wie Gruyère und Parmesan. Sie stellen aufgrund ihrer langen Lagerzeit kein Risiko mehr dar. Im Handel sind Rohmilchprodukte leicht zu erkennen, da sie explizit als solche gekennzeichnet sein müssen.

Generell meiden sollten Sie über längere Zeit offen gelagerten Käse in Scheiben (zum Beispiel an Buffets), offenen Mozzarella, bei dem unklar ist, ob er aus Rohmilch besteht sowie geriebenen Käse. Ebenso sollten Sie Käse mit Blauschimmel und Rotschmiere für die Dauer der Schwangerschaft vom Speiseplan streichen.

Fazit

Auf Rohes verzichten, Genussmittel in Maßen verzehren

Überraschenderweise gibt es für Sie als Schwangere wenig Einschränkungen. Auf viele der genannten Lebensmittel wie rohes Ei und nicht durchgegartes Fleisch würden Sie wahrscheinlich schon von selbst verzichten. Bei Genussmitteln, die Koffein und Zucker enthalten, gilt: Die Dosis macht das Gift! In vernünftigen Maßen verzehrt stellen auch Schokolade, Kaffee und Cola kein Problem dar. So können Sie Ihre Schwangerschaft sorgenfrei genießen.

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