Kaffee in der Schwangerschaft

Kaffee in der Schwangerschaft 2018-05-15T10:18:08+00:00

Kaffeekonsum während der Schwangerschaft erlaubt?

Einige Genussmittel sind in einer Schwangerschaft in jedem Fall tabu, Nikotin und Alkohol schaden zweifelsfrei dem Kind. Wie steht es aber um Kaffee? Während einige Frauen in der Schwangerschaft ohnehin keine Lust mehr verspüren auf den morgendlichen Koffein-Kick, entwickeln andere Schwangere gerade jetzt eine besondere Lust. Problematisch ist Kaffee als solches prinzipiell nicht, Klärungsbedarf gibt es nur für das enthaltene Koffein. Darf man während der Schwangerschaft Kaffee konsumieren?

Kaffee in der Schwangerschaft
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Kaffee während der Schwangerschaft: eine Frage der Dosis

Wie bei vielen anderen Lebensmitteln auch, lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es ist letztlich eine Frage der Dosis. Hinsichtlich der Dosierungsempfehlungen für Schwangere gibt es durchaus sehr unterschiedliche Einschätzungen: die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren einen maximalen Konsum von 300 mg Koffein täglich. Dies entspricht etwa drei kleinen Tassen (150 ml) Filterkaffee, die in mittlerer Stärke geprüft worden. Anders schätzt der amerikanische Verband der Frauenärzte die Koffeinproblematik ein: maximal 200 mg sollten täglich aufgenommen werden, wenn der Rat der US-Mediziner befolgt wird. Tatsächlich erscheint die untere Grenze empfehlenswerter, weil das heranwachsende Kind über die Gebärmutter letztlich genauso viel Koffein aufnimmt, wie die Mutter selbst. Zudem sollte auch beachtet werden, dass Koffein nicht nur in Kaffee, sondern auch Tee, einigen Limonaden und Energydrinks enthalten ist. Insbesondere letztere sind aufgrund eines hohen Koffein-Gehaltes von etwa 30 mg je 100 ml problematisch.

Welche Folgen ein hoher Koffein-Konsum während der Schwangerschaft hat

Dänische Forscher konnten nachweisen, dass sich mit einer gesteigerten Aufnahme von Koffein während der Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt erhöht. Auch ein Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht und der Einnahme koffeinhaltiger Nahrungsmittel konnte nachgewiesen werden; je 100 Milligramm Koffeinkonsum täglich sank das Geburtsgewicht einer Studie zufolge um 21-28 g. Beachtet werden sollte in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass die genannten Höchstmengen von Koffein auch für die Stillzeit gelten.

Ist Kaffee darüber hinaus ungesund?

Abgesehen vom enthaltenen Koffein besitzt Kaffee einen relativ schlechten Ruf und wird häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Diverse Studien haben diese Vorwürfe allerdings entkräften können, ein Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und resultierenden Erkrankungen kann nicht nachgewiesen werden. Hier ist es abermals das Koffein, welches das Trinken von zu viel Kaffee keinesfalls empfehlenswert macht. Denn durch zu viel Koffein werden Schlaflosigkeit, Herzrasen und Unruhe hervorrufen, was das Wohlbefinden letztlich negativ beeinflusst.

Allerdings konnte auch ein positiver Effekt nachgewiesen werden, der den Rückschluss zulässt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Entstehung von Diabetes Typ 2 durch einen moderaten Kaffeekonsum reduziert werden kann. Unterschiede gibt es natürlich auch in der Zubereitung oder der Art des Kaffees. Wenn Sie sich beispielsweise gerne einen Cappuccino zubereiten, sollte der Zuckeranteil berücksichtigt werden – gerade bei fettigen Pulverprodukten ist oft viel Zucker enthalten.

Kaffee kann Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen

Ein anderer Aspekt blieb bisher noch unberücksichtigt: Wenn Sie schwanger sind, haben Sie für sich und das Kind einen erhöhten Nährstoffbedarf. Unter Umständen kann es empfehlenswert sein, diesen zusätzlichen Bedarf mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln zu decken. Hierbei sollte beachtet werden, dass mindestens eine halbe Stunde vor und nach der Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel kein Kaffee konsumiert werden sollte. Der Grund: die Aufnahme der Nährstoffe wird durch Kaffee häufig reduziert, sodass diese nicht die volle Wirkung entfalten können. Insgesamt zeigt sich also: Kaffee ist in der Schwangerschaft nicht direkt problematisch, wenn Sie sich hinsichtlich der Mengen zurückhalten. Alternativ können Sie natürlich auch auf koffeinfreie Kaffee zurückgreifen, um so die Aufnahme von Koffein zu reduzieren.

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