Jod in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft

Jod in der Schwangerschaft

Das Spurenelement Jod ist für die Funktion der Schilddrüse wichtig. In der Schilddrüse werden lebenswichtige Hormone produziert. Während der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf. Ob Sie ausreichend mit Jod versorgt sind, lässt sich mit einer Laboruntersuchung feststellen. Ihr Arzt informiert Sie, ob eventuell ein Jodmangel vorliegt und was Sie dagegen tun können.

Fisch enthält viel Jod und ist gut in der Schwangerschaft

Inhaltsverzeichnis:

Jod und die Funktion der Schilddrüse
Erkrankungen der Schilddrüse und Jod in der Schwangerschaft
Jodmangel während der Schwangerschaft: Mögliche Folgen
Dosierung von Jod in der Schwangerschaft
Welche Lebensmittel enthalten Jod?

Jod und die Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone T3 und T4. Diese Hormone sind für viele Stoffwechselvorgänge im Körper verantwortlich. Jod ist ein Spurenelement, das der Schilddrüse im richtigen Verhältnis zur Verfügung stehen muss. Wenn die Schilddrüse nicht korrekt arbeitet, kann es zu einer Über- oder Unterfunktion kommen, beide Erscheinungen äußern sich mit zahlreichen Störungen des Wohlbefindens und können zu unspezifischen Beschwerden führen. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse durch Jodmangel muss immer behandelt werden.

Jod kommt in der Natur vor, es kann im Boden und im Grundwasser enthalten sein. Auch etliche Lebensmittel sind reich an Jod. Hierzu zählen aufgrund des natürlichen Vorkommens von Jod insbesondere Meeresfrüchte und Seefische wie Schellfisch oder Lachs. Auch Salz wird in Deutschland mit Jodzusatz angeboten und steigert somit beispielsweise den Jodgehalt bei Getreideprodukten.

Wenn Sie schwanger sind, steigt Ihr Bedarf an Schilddrüsenhormonen an. Der Grund dafür ist die Bildung des Schwangerschaftshormons Beta-hCG, das die Hormonproduktion der Schilddrüse stimuliert. Dadurch steigt auch der Bedarf an Jod. Eine gesunde Schilddrüse passt sich den neuen Anforderungen an. Die Schilddrüse kann sich in den ersten Schwangerschaftswochen ein wenig vergrößern, das ist aber kein Grund zur Sorge.

Bis zur 12. Schwangerschaftswoche versorgt Ihre eigene Schilddrüsenhormonproduktion Ihr Baby mit. Danach kann es schon selbst Schilddrüsenhormone produzieren, wenn auch nur geringen Mengen. Das Baby ist immer noch von der Mutter abhängig. Nach der Geburt reift die Produktion der Schilddrüsenhormone beim Kind weiter, dieser Prozess ist erst einige Wochen nach der Geburt vollständig abgeschlossen. Deshalb ist auch während der Stillzeit eine ausgewogene Jodversorgung der Mutter wichtig.

Erkrankungen der Schilddrüse und Jod in der Schwangerschaft

Wenn Sie schon vor der Schwangerschaft von einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse betroffen sind, müssen die Werte der Schilddrüsenhormone genau überwacht werden. Möglicherweise ist eine Umstellung der Schilddrüsenmedikamente notwendig. Der Arzt überwacht die Schilddrüse engmaschig. Ultraschalluntersuchungen und Blutwerte geben Auskunft darüber, ob die Dosierung der Medikamente neu eingestellt werden muss.

Manchmal liegt eine Unterfunktion oder Störung der Hormonproduktion vor, die Sie selbst bis zur Schwangerschaft gar nicht bemerkt haben. Nicht erschrecken, wenn es jetzt plötzlich heißt, dass Sie Schilddrüsenhormontabletten einnehmen müssen. So ist sichergestellt, dass Sie und Ihr Baby gut versorgt sind.

Ob Ihre Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft ausreichend ist, wird mit einer Untersuchung der Harnprobe festgestellt. Die Schilddrüse nimmt ungefähr 40 Prozents der Jodzufuhr auf. Der Rest wird über die Nieren und Blase ausgeschieden. Im Labor wird mit dem sogenannten Kreatinin-Wert festgestellt, ob ein Jodmangel oder eine Überversorgung vorliegt und reguliert werden muss.

Jodmangel während der Schwangerschaft: Mögliche Folgen

Wenn ein Jodmangel vorliegt, kann die Schilddrüse der Mutter nicht richtig arbeiten. Das hat zur Folge, dass auch das ungeborene Kind nicht gut versorgt wird. Unbehandelte Funktionsstörungen der Schilddrüse können zu einer Fehlgeburt führen. Wenn zu wenig Jod im Organismus vorhanden ist, kann es beim Baby zu Entwicklungsstörungen und Einschränkungen der Gehirnleistung kommen. Mit einer guten ärztlichen Überwachung lässt sich ein Jodmangel jedoch schnell erkennen und behandeln.

Die häufigsten negativen Folgen, wenn zu wenig Jod in der Schwangerschaft aufgenommen wird, sind:

  • Das Risiko einer Fehlgeburt kann steigen.
  • Beim Fötus kann es zu Wachstumsstörungen und zu einer verlangsamten Knochenreifung kommen.
  • Die Lungenreifung ist verzögert, das ist vor allem bei Frühgeborenen kritisch.
  • Beim neugeborenen Baby kann eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegen.
  • Manchmal ist die Hirnentwicklung verzögert, daraus können sich geistige Entwicklungsdefizite ergeben.
  • Das Risiko für die Entwicklung von Hördefekten steigt möglicherweise.

Dosierung von Jod in der Schwangerschaft

Die Empfehlung für Schwangere liegt bei 230 Mikrogramm pro Tag. Dieser Bedarf kann über die Nahrung nicht immer vollständig gedeckt werden. Jodtabletten sind eine gute Unterstützung. Allerdings ist eine Überdosierung nicht ratsam, nehmen Sie deshalb Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente, die Jod enthalten, nicht auf eigene Faust ein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Bedarf. Teilen Sie ihm auch mit, wenn Sie bereits Jodtabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel mit Jod einnehmen. Eine langfristige Überdosierung ist nicht ungefährlich. Bei zu viel Jod kann die Entwicklung der Krankheiten Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis begünstigt werden.

Welche Lebensmittel enthalten Jod?

Jod kommt in etlichen Nahrungsmitteln vor. Gute Jodlieferanten sind:

  • Meeresfische; Schellfisch hat mit 240 µg pro 100 g den höchsten Jodgehalt. Auch Hering, Kabeljau und Seelachs enthalten Jod.
  • Garnelen und Muscheln
  • Kuhmilch und Käse, besonders Mozzarella
  • Brokkoli, Champignons und Feldsalat
  • Brot und Backwaren, die mit Jodsalz hergestellt sind
  • Meersalz

Das Meersalz enthält 2000 µg Jod pro 100 g. Hohe Anteile sind auch in Meeresalgen (Spirulina) mit etwa 461 µg Jod /100 g. Normales Salz gibt es in Deutschland mit und ohne Jodzusatz. Jodiertes Speisesalz ist auch in vielen Fertigprodukten enthalten. Außerdem kann Mineralwasser mit Jod angereichert sein.

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2019-08-21T07:10:00+00:00