Cola in der Schwangerschaft

Cola in der Schwangerschaft

Cola in der Schwangerschaft – Darf man das?

Eine Schwangerschaft ändert alles. Viele Frauen ändern deshalb ab dem Moment, ab dem sie wissen, dass sie schwanger sind, ihre Lebensweise. Sie stellen den Konsum von Alkohol ein, hören mit dem Rauchen auf und versuchen sich zum Wohle ihres noch ungeborenen Kindes gesund zu ernähren. Auch andere Gewohnheiten wie der Konsum von Kaffee und zuckerhaltigen Getränken wie Cola werden hinterfragt. Schließlich enthält gerade Limonade viele künstliche Zusatzstoffe und Koffein. Aber ist das Trinken des Erfrischungsgetränks deshalb gleich gefährlich für Schwangere? Dieser Ratgeber sorgt für Klarheit.

Inhaltsverzeichnis:

Cola in der Schwangerschaft – ist das Koffein ein Problem?
Führt Cola in der Schwangerschaft zu einem geringeren Geburtsgewicht?
Cola in der Schwangerschaft – ein zuckerhaltiger Dickmacher?
Cola Light oder Zero – eine gesündere Alternative für Schwangere?
Fazit

Cola in der Schwangerschaft – ist das Koffein ein Problem?

Koffein ist eine psychoaktive Substanz, die nach dem Genuss von Cola oder Kaffee ihre stimulierende Wirkung entfaltet. Der Mensch fühlt sich aktiver und wacher. Höhere Dosen können hingegen regelrecht aufputschend wirken, den Blutdruck erhöhen, zu einem beschleunigten Puls und Schweißausbrüchen führen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt deshalb Erwachsenen, eine Dosis von 400 mg Koffein pro Tag nicht zu überschreiten. Zum Vergleich: Ein Glas Cola enthält je nach Marke zwischen 20 mg bis 50 mg Koffein, eine Tasse Kaffee bis zu 140 mg und ein Espresso sogar bis zu 300 mg.

Für Schwangere gelten noch niedrigere Grenzwerte. So empfiehlt die EFSA in der Schwangerschaft und Stillzeit eine Tageshöchstdosis von 200 mg Koffein. Wie schnell dieser Grenzwert erreicht ist, hängt von der Cola-Sorte ab. Einige Studien geben einen Hinweis darauf, dass höhere Dosen Koffein für das ungeborene Kind schädlich sein können. Denn dieses gelangt über die Plazenta in den Kreislauf des Fötus und zeigt hier die gleichen Wirkungen wie bei der Mutter.

Cola und Zitrone
© Kantasimo / 1960326 / Pixabay

Führt Cola in der Schwangerschaft zu einem geringeren Geburtsgewicht?

Eine im „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie, deutet darauf hin, dass Koffein in der Schwangerschaft zu Wachstumsstörungen bei dem ungeborenen Kind führt. Die an der Studie teilnehmenden Frauen verzehrten neben Cola weitere koffeinhaltige Getränke wie Tee und Kaffee sowie Süßigkeiten wie Schokolade. Hier zeigte sich, dass sich das Risiko für ein geringes Geburtsgewicht des Kindes ab einem Konsum von 200 mg Koffein pro Tag um 50 Prozent erhöhte. Frühere Studien geben außerdem Anlass zu der Annahme, dass ein überdurchschnittlicher Konsum koffeinhaltiger Getränke das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt drastisch erhöht.

Festzuhalten ist: Solange sich der Konsum in Maßen hält, ist gegen ein bis zwei Gläser Cola nichts einzuwenden. Wichtig ist, die empfohlene Höchstgrenze nicht zu überschreiten und auf den eigenen Körper zu hören.

Alternativ ist es auch möglich, zu einer koffeinfreien Variante der beliebten Limonade zu greifen. Bei ihr besteht das Risiko einer Überdosierung des Alkaloids nicht. Allerdings bietet sie auch nicht die von vielen Konsumenten geschätzte stimulierende Wirkung. Doch das Koffein sollte nicht der einzige Grund sein, den Konsum von Cola auf den Prüfstand zu stellen beziehungsweise einzuschränken.

Cola in der Schwangerschaft – ein zuckerhaltiger Dickmacher?

Einige Frauen leiden während der Schwangerschaft unter einer starken Gewichtszunahme. Der Konsum von Cola kann dazu beitragen, diese noch zu verstärken. Denn ein Glas (250 ml) der klassischen Limonade enthält etwa 27 Gramm Zucker. Das entspricht sieben Stück Würfelzucker. Bereits mit einem Glas des Erfrischungsgetränks übersteigen Schwangere somit die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Tageshöchstdosis von sechs Teelöffeln oder 25 Gramm. Ein übermäßiger Genuss von Cola in der Schwangerschaft kann aber nicht nur zu Übergewicht führen. Indirekt kann er auch eine gefürchtete Komplikation begünstigen: Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Er ist für Mutter und Kind gleichermaßen schädlich. Mögliche Auswirkungen eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes sind Entwicklungsstörungen des Kindes. Eine Möglichkeit, das Risiko zu senken und trotzdem nicht auf Cola verzichten zu müssen, ist die Wahl einer „Light“- oder „Zero“-Cola.

Cola Light oder Zero – eine gesündere Alternative für Schwangere?

Die Cola-Varianten Light und Zero enthalten Zuckeraustauschstoffe. Lange Zeit wurde spekuliert, ob diese ebenfalls zu einer Erhöhung des Blutzuckers führen oder Heißhungerattacken auslösen und somit indirekt doch Übergewicht begünstigen. Mittlerweile sind diese Bedenken jedoch widerlegt, sodass diese Getränke durchaus eine weniger schädliche Alternative für Schwangere sein können, die sich mit dem etwas anderen Geschmack anfreunden können. Trotzdem sollte sich der Genuss in Grenzen halten, da Cola noch viele andere Stoffe enthält, die in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein können. So zum Beispiel die Phosphorsäure, die als „Gefäßgift“ gilt und Osteoporose begünstigen soll sowie Farbstoffe, die in Verdacht stehen, langfristig das Immunsystem zu beeinträchtigen.

Fazit: Cola in Maßen ist unproblematisch

Wenn Sie während der Schwangerschaft nicht auf Cola verzichten wollen, müssen Sie das auch nicht zwingend. Greifen Sie jedoch – wenn möglich – zu koffein- und zuckerfreien Varianten und schränken Sie Ihren Konsum auf wenige Gläser pro Tag ein. Das tut Ihnen und Ihrem Kind gut und Sie gehen keinerlei Risiko ein, wenn Sie mit ihrer restlichen Ernährung für eine ausgewogene Nährstoffzufuhr sorgen.

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2019-08-21T06:39:51+00:00