Bluthochdruck in der Schwangerschaft

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Bluthochdruck in der Schwangerschaft 2018-07-05T06:44:06+00:00

Bluthochdruck in der Schwangerschaft – Wie gefährlich ist zu hoher Blutdruck?

In der Schwangerschaft verändern sich viele Funktionen des Körpers, um sich an die neue Situation anzupassen. Etwa 10% der Schwangeren entwickeln einen Bluthochdruck, der ohne Behandlung gefährliche Folgen für Mutter und Kind haben kann. Welche Gefahren im Einzelnen drohen, ab wann ein Bluthochdruck behandlungsbedürftig ist, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, und wie Sie einem Bluthochdruck in der Schwangerschaft vorbeugen können, erfahren Sie hier.

Ab wann gilt Blutdruck als Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben, dem sogenannten systolischen (erstgenannten) und diastolischen (zweiten) Wert. Im Ruhezustand ist ein Blutdruck von 120 mmHg zu 80 mmHg optimal. Bei körperlicher Anstrengung oder psychischer Belastung steigt der Blutdruck kurzfristig an.

Wenn die Werte jedoch wiederholt oder sogar dauerhaft über 140/90 mmHg liegen, sprechen Mediziner von Bluthochdruck (Hypertonie). Der Schweregrad der Hypertonie hängt von den gemessenen Durchschnittswerten ab. Demnach ist der Blutdruck bei folgenden Werten:

etwas zu hoch, aber noch im Normalbereich
(„hoch normal„):
bis 139/89 mmHg

leicht:
bis zu 159/99 mmHg

mittelschwer:
bis zu 179/109 mmHg

schwer:
ab 180/110 mmHg

Symptome: Wie äußert sich schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck?

Schwankungen und kleine Veränderungen des Blutdrucks sind in der Schwangerschaft normal und meistens harmlos. Bei vielen Frauen sinkt der Blutdruck in den ersten Schwangerschaftsmonaten und normalisiert sich in den Wochen vor der Geburt wieder. Eine leichte Erhöhung des Blutdrucks, die sich innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt wieder verliert, ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. Wenn die Blutdruckwerte jedoch etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche über einen längeren Zeitraum hinweg erhöht sind, handelt es sich um einen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck. Er äußert sich mit den gleichen Symptomen wie ein chronischer Bluthochdruck:

  • Druckgefühl im Kopf, Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • verstärkte Urinausscheidung
  • Wassereinlagerungen

Welche Ursachen hat Bluthochdruck in der Schwangerschaft?

Grundsätzlich sind zwei Formen von Bluthochdruck (Hypertonie) in der Schwangerschaft zu unterscheiden:

Schwangerschaftsunabhängiger Bluthochdruck (chronische Hypertonie)

Bei der chronischen Hypertonie waren die Blutdruckwerte schon vor der Schwangerschaft erhöht. Diese Form des Bluthochdrucks tritt bei ca. 3% aller Schwangerschaften auf und kann viele verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel:

  • organische Erkrankungen
  • Übergewicht
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • erhöhte Harnsäurewerte
  • Diabetes
  • übermäßiger Konsum von Salz
  • Bewegungsmangel
  • chronischer Stress
  • Nikotinkonsum
  • Alkoholkonsum

Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Gestationshypertonie)

Tritt der Bluthochdruck zum ersten Mal während der Schwangerschaft auf, sprechen Mediziner von einer Gestationshypertonie. Sie tritt in etwa 6% aller Schwangerschaften auf. Wodurch diese Form des Bluthochdrucks verursacht wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass es mit der schwangerschaftsbedingten Erhöhung des Blutvolumens und der Umstellung des Stoffwechselns während der Schwangerschaft zu tun hat. Darüber hinaus gibt es Risikofaktoren, die eine Gestationshypertonie begünstigen.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Ein erhöhtes Risiko, während der Schwangerschaft an Bluthochdruck zu leiden, haben Frauen mit/die

  • einer familiären Vorbelastung
  • einer bereits bestehenden chronischen Hypertonie
  • Übergewicht (BMI über 30)
  • Diabetes
  • Bewegungsmangel
  • falscher Ernährung
    – rauchen
    – viel Koffein konsumieren

Warum ist Bluthochdruck in der Schwangerschaft gefährlich?

Chronischer und schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck gehört zu den häufigsten – und gefährlichsten – Komplikationen in der Schwangerschaft. Etwa 30% der Säuglingssterblichkeit und 20% der Müttersterblichkeit während der Geburt sind auf den Bluthochdruck und seine Folgen zurückzuführen. Eine dieser Folgen ist die sogenannte Präeklampsie.

Präeklampsie

Bei diesem Krankheitsbild verengen sich die Blutgefäße mit teilweise dramatischen Folgen: Der Körper scheidet vermehrt Eiweiße über den Urin aus, Gewebe und Organe werden nicht mehr richtig durchblutet und deshalb nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Gefäße verlieren an Elastizität, es kommt zu Entzündungen und Schäden an den inneren Gefäßschichten.

Etwa 25% aller schwangeren Frauen leiden an dieser Krankheit. Ob sich eine Präeklampsie entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Auch wenn die genauen Ursachen noch nicht geklärt sind, ist bekannt, dass das Risiko für eine Präeklampsie bei Frauen erhöht ist, auf die eine oder mehrere dieser Faktoren zutreffen:

  • sehr jung
  • über 40 Jahre alt
  • chronischer Bluthochdruck (bereits vor der Schwangerschaft)
  • sehr früher Beginn des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft
  • starkes Übergewicht
  • Diabetes
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • chronische Nierenerkrankungen
  • Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft

Um zu verhindern, dass sich eine Präeklampsie entwickelt oder diese möglichst früh erkannt wird, kontrollieren Ärzte bei jeder Schwangerschaftsuntersuchung den Blutdruck und Urin. Nehmen Sie diese Vorsorgeuntersuchungen ernst und informieren Sie den Arzt über eine eventuelle Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft. Nur wenn die Präeklampsie rechtzeitig erkannt und behandelt wird, können schwerwiegende Folgen und bleibende Schäden verhindert werden.

Besteht Gefahr für das Baby?

Entwickelt sich aus dem Bluthochdruck eine Präeklampsie, können auch die Blutgefäße der Plazenta beschädigt werden. Dies führt dazu, dass das Kind im Mutterleib nicht mehr mit genügend Sauerstoff und ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Darunter leidet das Wachstum des Kindes, das häufig ein vergleichsweise geringes Geburtsgewicht aufweist. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Totgeburten sowie tödlich verlaufende Komplikationen für die Mutter.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich müssen Frauen, die während der Schwangerschaft an Bluthochdruck leiden, besonders engmaschig medizinisch überwacht werden. So soll sichergestellt sein, dass die Entwicklung einer Präeklampsie frühzeitig erkannt wird. Häufig erhalten Frauen, die einen oder mehrere Risikofaktoren aufweisen, zur Vorbeugung der Präeklampsie ab der 12. Schwangerschaftswoche Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosis.

Die Behandlung der Gestationshypertonie ist nicht einheitlich geregelt und abhängig von dem Schweregrad des Bluthochdrucks. Bei einer leichten Ausprägung empfehlen Ärzte eine ausgewogene gesunde Ernährung und das Vermeiden von körperlicher Anstrengung. Einigen Frauen wird zur Bettruhe geraten. In schweren oder lang andauernden Fällen mit einem Blutdruck von 160-170/100-110 mmHg werden zusätzlich Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dihydralazin oder Methyldopa verordnet. Auch Betablocker können zur Behandlung von schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck eingesetzt werden.

Wie können Sie Bluthochdruck in der Schwangerschaft vorbeugen?

Die beste Behandlung von Bluthochdruck ist eine gute Prävention. Sie können selbst mit verschiedenen Maßnahmen Ihr Risiko für Bluthochdruck in der Schwangerschaft senken. Folgen Sie hierzu diesen Empfehlungen:

  • Reduzieren Sie Ihr Gewicht auf einen BMI von unter 30 (falls erforderlich).
  • Verzichten Sie auf Koffein, Alkohol und Nikotin.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung.
  • Finden Sie die Balance zwischen ausreichend Bewegung und körperlicher Entlastung.

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