Schwanger mit Multiple Sklerose: Geburt & Stillzeit

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Schwanger mit Multiple Sklerose: Geburt & Stillzeit

Schwanger mit Multiple Sklerose: Geburt und Stillzeit

Wenn Sie an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind, können Sie trotzdem Kinder bekommen und diese nach der Geburt auch stillen. Forscher wiesen nach, dass Schwangere besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft eine niedrigere Schubrate als im Jahr zuvor aufweisen.

 

Baby wird gestillt

© alfcermed / Pixabay

Inhaltsverzeichnis

Schwangerschaft und Stillzeit auch bei MS möglich
Medikamente gegen MS in Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft beeinflusst MS oft positiv
Die Geburt des Kindes
Stillen mit Multiple Sklerose
Frühzeitig nach Unterstützung und Hilfe suchen
Fazit: Schwangerschaft und Stillzeit sind mit MS vereinbar

 

Schwangerschaft und Stillzeit auch bei MS möglich

Hierzulande sind fast eine Viertel Million Menschen an Multiple Sklerose erkrankt, die meisten von ihnen sind Frauen und zu Beginn der Krankheit oft zwischen 20 und 40 Jahre alt. Während die Ärzte früher den an MS erkrankten Frauen von einer Schwangerschaft abrieten, sieht das heute anders aus. Auch mit MS ist Schwangerschaft ebenso möglich wie die anschließende Stillzeit. Wenn Sie MS-Patientin sind und gerne ein Kind bekommen möchten, sollten Sie das rechtzeitig sowohl dem Frauenarzt als auch dem behandelnden Neurologen mitteilen. Das hat durchaus seinen Grund: Sie sollten eine Schwangerschaft in einer stabilen Phase, also möglichst in einer Zeit mit wenig oder keinen Schüben, planen. Sie können auch dann ein gesundes Kind zur Welt bringen, wenn Sie an MS erkrankt sind, da durch die Erkrankung die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigt wird. Stattdessen wird der Verlauf der MS durch eine Schwangerschaft oft positiv beeinflusst, die Schubrate nimmt im letzten Drittel der Schwangerschaft ab, steigt allerdings anschließend wieder auf das Niveau vor der Schwangerschaft.

Medikamente gegen MS in Schwangerschaft und Stillzeit

Aktuell ist keines der aktuell verfügbaren MS-Medikamente vollumfänglich in der Schwangerschaft und Stillzeit zugelassen. Einige Medikamente können die Schwangerschaft gefährden oder das ungeborene Kind schädigen. Es gibt aber auch Therapien, die bis zur Bestätigung einer Schwangerschaft beibehalten werden können und erst bei Eintritt der Schwangerschaft abgesetzt werden, sodass ein Zeitraum ohne Therapie vermieden werden kann. Deshalb ist es wichtig die Schwangerschaft gemeinsam mit dem behandelnden Neurologen zu planen.

Schwangerschaft beeinflusst MS oft positiv

Sobald Sie schwanger sind, stellt sich Ihr Körper mit Hilfe von Hormonen darauf ein und fährt die körpereigene Abwehr herunter. Das ist auch notwendig, soll das eigene Kind nicht als Fremdkörper gelten. Das nutzt auch der MS, ebenso wie die körpereigene Produktion von Kortison und Schwangerschaftshormonen. Die Zahl und die Heftigkeit der Schübe nehmen während dieser Zeit ab. Übrigens erkranken nur sehr wenige Kinder ebenfalls an Multipler Sklerose. Auch wenn die Erbfaktoren das begünstigen können, sind sie doch nur ein kleiner Teil der möglichen Ursachen. So brauchen Sie keine Angst davor zu haben, dass Ihr Kind später selbst an MS erkranken könnte. Wird das Kind nach der Geburt gestillt, kann sich die Stillzeit ebenfalls positiv auf die MS auswirken.

Die Geburt des Kindes

Ganz gleich, ob Sie gesund sind oder an Multiple Sklerose leiden: Der Verlauf der Schwangerschaft ist in jedem Fall ähnlich. Die Geburt ist für Sie damit genauso möglich wie bei einer gesunden Frau. Von der Art der Entbindung ist ein Anstieg der Schübe jedenfalls nicht abhängig, daher muss wegen Multiple Sklerose kein Kaiserschnitt sein. Auch die sogenannte Periduralanästhesie (PDA) kann in der Regel eingesetzt werden, da diese ebenfalls keinen Einfluss auf den nächsten Schub hat. Wird das Baby per Kaiserschnitt entbunden, kann sowohl eine Vollnarkose als auch eine Spinalanästhesie durchgeführt werden. Auch wenn die Zahl der Kaiserschnitte bei an MS erkrankten Frauen etwas höher liegt, ist sie doch nur knapp über dem Durchschnitt der gesunden Schwangeren. Sie können also sicher sein, dass Sie Ihr Baby so entbinden können, wie Sie das wollen und auch eine Anästhesie bekommen können.

Babyfuß nach Geburt

© rawpixel / Pixabay

Stillen mit Multiple Sklerose

Wie für jedes andere Baby ist auch für Ihr Baby Stillen und somit Muttermilch die beste Art der Ernährung. Je nach Schwere Ihrer Erkrankung steht somit einem Stillen eigentlich nichts im Wege. Das gilt vor allem für Frauen, bei denen die MS bisher leicht und recht moderat verläuft. Auf die MS-Schübe lässt sich ein negativer Effekt des Stillens nicht nachweisen, im Gegenteil. Wird der Säugling wie von der WHO empfohlen für die ersten Monate voll gestillt, wird das Risiko eines neuen MS-Schubs sogar gesenkt. Gemeinsam mit dem behandelnden Neurologen sollten Sie abklären, wie lange Sie stillen wollen und können und ab wann Sie wieder mit einer MS-Therapie beginnen sollten.

Frühzeitig nach Unterstützung und Hilfe suchen

Das Leben mit einem Neugeborenen kann auch für ganz normale Frauen eine Herausforderung sein, die viel Kraft kosten kann, ganz unabhängig davon, dass jedes Kind selbstverständlich eine großartige Bereicherung darstellt. Sie sollten daher bereits frühzeitig anfangen, sich Unterstützung zu suchen, Menschen, die Ihnen im Fall eines Schubes helfen können. Das können nicht nur Familienmitglieder und Freunde sein, sondern auch Nachbarn. Ob in der Schwangerschaft oder danach im Alltag mit Baby: Es gibt neben den privaten Helfern aus dem eigenen Kreis auch weitere Angebote. Suchen Sie einfach in Ihrem Wohnort danach, was beispielsweise Caritas, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrt an Unterstützung bieten können.

Fazit: Schwanger und Stillzeit ist mit MS vereinbar

Sind Sie an MS erkrankt, ist das noch lange kein Grund, auf eigene Kinder zu verzichten. Sie können selbstverständlich ein Kind trotz MS austragen und stillen. Sie sollten in jedem Fall Ihren Arzt über Ihren Kinderwunsch informieren, damit er die eventuell notwendigen Medikamente darauf abstimmen kann.

2019-08-26T10:10:43+00:00