Zyklusstörungen

//Zyklusstörungen
Zyklusstörungen 2018-06-05T11:12:27+00:00

Zyklusstörungen & unregelmäßiger Zyklus – was steckt dahinter?

Die Natur gibt den Rhythmus vor, doch oft gerät der weibliche Zyklus aus dem Gleichgewicht. Nicht selten sind hormonelle und psychische Ursachen der Grund für Zyklusstörungen. Doch auch physische Veränderungen des Körpers haben Auswirkungen auf den Zyklus und damit auf Kinderwunsch und Schwangerschaft .

Frau mit Zyklusstoerungen / unregelmäßigem Zyklus

Der normale Menstruationszyklus der Frau

Ein normaler Zyklus beginnt am ersten Tag der Regelblutung, endet am letzten Tag vor der nächsten Blutung und dauert damit im Schnitt ungefähr 28 Tage. Diese Zeitspanne differiert bei den meisten Frauen um mehrere Tage, sodass Zyklen mit einer Länge von 23-35 Tagen als normal gelten.

Während der Periode (Menstruation) reifen ungefähr zwanzig Eizellen im Eierstock heran. Der sogenannte Eisprung beschreibt den Zeitpunkt, an dem das Eibläschen (Follikel), das zuerst sein Wachstum vollendet, platzt. Die Follikelsprung findet immer um den 14. Tag vor Beginn der nächsten Periode statt. Dabei kommt es zu einem Anstieg der Körpertemperatur und der Zervixschleim verändert seine Konsistenz, um für Spermien durchlässiger zu werden.

Durch den Eisprung wird die Eizelle aus dem sie umschließenden Eibläschen (Follikel) freigesetzt und über den Eileiter zur Gebärmutter transportiert. Die Eizelle ist nach ihrer Freisetzung nur für 12-24 Stunden im Eileiter befruchtungsfähig. Erfolgt innerhalb dieser Zeitspanne keine Befruchtung, wird die Eizelle zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut bei der nächsten Regelblutung ausgestoßen. Erreichen die männlichen Spermien innerhalb des Zeitfensters den gesprungenen Follikel, wird die Zelle befruchtet. Anschließend beginnt die Eizelle ihren dreitägigen Weg in die Gebärmutter, um sich dort einzunisten. Als Reaktion bleibt die Körpertemperatur (Basaltemperatur) weiterhin auf einem höheren Niveau. Ohne eine Befruchtung fällt die Basaltemperatur mit dem Einsetzen der nächsten Menstruation.

Was sind Zyklusstörungen?

Der weibliche Zyklus beinhaltet 3-7 Tage Regelblutung, das Heranreifen der Eizelle sowie den Eisprung mit der befruchtungsfähigen Phase. Diese Prozesse können durch innere und äußere Einwirkung gestört werden. In diesem Fall spricht man von Zyklusstörungen.

Wie äußern sich Zyklusstörungen?

Treten beim Monatszyklus Störungen auf, können sich folgende Symptome zeigen:

  • krampfartige Bauchschmerzen während der Blutungen
  • Kopfschmerzen und Übelkeit während der Regelblutung
  • die zeitlichen Intervalle bis zur nächsten Periode sind mit 35-45 Tagen übermäßig lang (Oligomenorrhoe)
  • die Abstände zwischen zwei Blutungen umfassen weniger als 25 Tage (Polymenorrhoe )
  • Zwischenblutungen innerhalb der normalerweise blutungsfreien Zeit (Metrorrhagie )
  • die Blutungen sind sehr schwach (Hypomenorrhoe)
  • sehr starke Blutungen (Menorrhagie)

Welche Ursachen haben Zyklusstörungen?

Der weibliche Zyklus ist ein Prozess, der von Hormonen gesteuert wird. Dabei setzt die Hirnanhangdrüse die Hormone LH und FSH frei, die in den Eierstöcken die Ausschüttung der Sexualhormone Progesteron und Östrogen bewirken. Beide Hormone regulieren den weiblichen Monatszyklus. Störungen in diesem sensiblen Zusammenspiel können durch physische und psychische Faktoren entstehen.

Hormonell und systembedingte Ursachen

  • Übergewicht
  • Untergewicht
  • Gewichtsschwankungen (Abnehmen durch Diät)
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • extreme sportliche Belastungbestehende Schwangerschaft
  • Wechsel der Pille oder Einsetzen einer Spirale
  • Drei-Monats-Spritze
  • verletzte Blutgefäße
  • chronische Entzündungsprozesse
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankung
  • Nierenerkrankung
  • Bluterkrankung
  • Mineralstoffmangel (Eisenmangel)

Werden die ursächlichen Krankheitsbilder behandelt, normalisiert sich der Monatszyklus. Bei einem Wechsel der Pille oder der erstmaligen Benutzung mechanischer Verhütungsmittel, reguliert sich der Zyklus meist innerhalb weniger Monate.

Physische Veränderungen im Bereich der Geschlechtsorgane

Zyklusstörungen können auch durch körperliche Veränderungen ausgelöst werden, die den Bereich der Geschlechtsorgane betreffen.
Dazu zählen:

  • bösartige Tumoren (Gebärmutterkrebs)
  • Tumoren des Muskelgewebes
  • Ausstülpungen, die sich in der Schleimhaut befinden (Polypen)
  • Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, die sich in den Raum außerhalb der Gebärmutter erstrecken(Endometriose)

Außerdem können Verletzungen an den Blutgefäßen, Blutstauungen im Becken, Bluthochdruck, chronische Entzündungen sowie Herz-, Nieren- oder Bluterkrankungen für Menstruationsstörungen verantwortlich sein.

Stellen sich Zyklusstörungen nach dem 40. Geburtstag ein, ist der Eizellenvorrat fast aufgebraucht und der Körper tritt mit der Einstellung der Regelblutung in die Phase der Wechseljahre ein.

Psychische Ursachen

Hormonell gesteuerte Abläufe des Körpers stehen in engem Zusammenhang mit der Psyche. Ängste, Stress, Unsicherheit und Trauer sind Gefühle, die Auswirkungen auf das chemische Gleichgewicht des Körpers haben. Bei Angstzuständen werden beispielsweise vermehrt Stresshormone ins Blut ausgeschüttet, parallel dazu werden andere Vorgänge im Körper gedrosselt. Konflikte im Elternhaus und der Schule, Partnerschaftsprobleme, Ängste aufgrund finanzieller Probleme, einschneidende Erlebnisse im privaten Umfeld oder Probleme im Sexualleben haben ihre Auswirkungen auf den physischen Körper. Auch die Frustration wegen einem unerfüllten Kinderwunsch kann dazu führen, dass der monatliche Zyklus komplett außer Kontrolle gerät. Selbst ein Urlaub kann aufgrund der Zeitverschiebung oder einem Klimawechsel dafür sorgen, dass sich der Monatszyklus verschiebt, auch wenn die Regelblutung sonst immer in gleichen Intervallen auftritt.

Gelbkörperschwäche

Eine unregelmäßige Zyklusdauer sowie Zwischenblutungen können auch eine Gelbkörperschwäche als Ursache haben. Progesteron, das auch als Gelbkörperhormon bezeichnet wird, ist nach dem Eisprung für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich, damit sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann. Wird dieses Hormon nicht in ausreichender Menge gebildet, wird die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend aufgebaut, wodurch die Aufnahme der Eizelle behindert wird.

Hilfe bei Zyklusstörungen

Suchen Sie im Fall von anhaltenden oder extremen Zyklusstörungen einen Gynäkologen auf, um die Ursachen abzuklären. Dabei werden Ihre Vorerkrankungen und die persönlichen Lebensumstände hinterfragt sowie eine körperliche Untersuchung und Labortests durchgeführt. Je nach Diagnose lassen sich anschließend die Symptome behandeln. Bei Hormonstörungen kann eine hormonelle Therapie eingesetzt werden. Auch pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer oder homöopathische Mittel wie Pulsatilla, Sepia oder Lachesis können einen gestörten Zyklus positiv beeinflussen. Schüßlersalze, chinesische Kräuter oder Akupunktur lassen sich ebenfalls einsetzen, um den Monatszyklus zu harmonisieren.

Funktionsstörungen einzelner Organe werden medikamentös behandelt. Gutartige Geschwulste, die an der Gebärmutter für Zyklusstörungen sorgen, lassen sich operativ behandeln. Bei psychischen Auslösern muss die persönliche Situation hinterfragt und geschaut werden, ob und wie sich Umstände und die eigenen Ansichten zum Positiven verändern lassen. Yoga, autogenes Training, Entspannungsübungen oder Körper- und Psychotherapie helfen in diesem Zusammenhang bei der Bewältigung innerer Ängste und Anspannungen.

Trotz unregelmäßigem Zyklus schwanger werden – geht das?

Eine Schwangerschaft ist natürlich auch mit einem unregelmäßigen Zyklus möglich. Hierbei müssen Sie sich stärker als andere Frauen auf die Signale Ihres Körpers verlassen, die den Eisprung anzeigen (Zervixschleim und Körpertemperatur). Die Spermien des Mannes können bis zu fünf Tage im weiblichen Körper überleben. Zwei Tage vor dem Eisprung und direkt am Eisprungtag ist eine Empfängnis damit am sichersten.

Mit einem Ovulationstest lassen sich die fruchtbaren Tage auch bei einem unregelmäßigen Zyklus feststellen. Durch die Bestimmung der Hormonkonzentration lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs vorhersagen. Mönchspfeffer und Hormonpräparate unterstützen den Körper, um den Monatszyklus einpendeln zu können. Sind körperliche Erkrankungen ausgeschlossen, ist innere Ruhe, Ausgeglichenheit und das Vertrauen in die Fähigkeit des eigenen Körpers unerlässlich, um den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen.

Weitere interessante Artikel