Unerfüllter Kinderwunsch – Ursachen und Möglichkeiten

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Unerfüllter Kinderwunsch – Ursachen und Möglichkeiten 2018-06-05T11:05:30+00:00

Unerfüllter Kinderwunsch – Ursachen und Möglichkeiten

Kinder sind etwas Wundervolles, sind sie doch oftmals ein wesentlicher Faktor unseres eigenen Lebensglückes. Laut Umfrage-Ergebnissen gaben 62% der Jugendlichen im Alter zwischen 12-25 Jahre an, später einmal Kinder haben zu wollen. Die gleiche Tendenz zeigt sich in einer weiteren Studie befragter Akademiker. Insgesamt ca. 92% der Befragten gaben an, sich „eventuell“, „sehr wahrscheinlich“ oder „in jedem Fall“ Kinder zu wünschen.

traurige, nachdenkliche Frau bei unerfülltem Kinderwunsch
Bildnachweis: © Antonioguillem / Fotolia

Doch nicht selten warten Paare vergeblich darauf, dass sich eine Schwangerschaft einstellt. Bei manchen ist es das erste Kind, was sie sich wünschen. Bei anderen sollen weitere Kinder das Familienglück ergänzen. Die Ursachen für die ausbleibende Schwangerschaft können sehr verschieden sein. Nur wenn diese bekannt sind, ist es meist möglich eine Lösung zu finden, um den Kinderwunsch zu erfüllen.

Vorübergehende Unfruchtbarkeit

Eine der möglichen und gleichzeitig eine der häufigsten Ursachen, ist die vorübergehende Unfruchtbarkeit. Dabei handelt es sich um eine Zeugungsunfähigkeit, die aufgrund zeitweiliger Fruchtbarkeitsstörungen entsteht, denn auch die Fruchtbarkeit unterliegt natürlichen Schwankungen. Die vorübergehende Unfruchtbarkeit kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen eintreten. Psychischer Stress, Alkohol, Nikotin oder Drogen sowie Unter- oder Übergewicht können diese begünstigen. Oftmals verhindert der Körper von selbst, dass in solchen Phasen eine Schwangerschaft eintritt. Doch wie der Name es schon sagt, ist diese Form der Unfruchtbarkeit nur vorübergehend. Hat der Körper die Gelegenheit sich zu erholen, erholt sich für gewöhnlich auch die Zeugungsfähigkeit wieder.

Unregelmäßiger Zyklus bei Frauen

Auch ein unregelmäßiger Zyklus kann ein Grund dafür sein, dass es nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Hervorgerufen werden kann er zum Beispiel durch Hormonstörungen, wiederholte Fehlgeburten, chronische Eileiter- oder Eierstockentzündungen oder das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom). Häufig resultiert aus dem unregelmäßigen Zyklus ein fehlender Eisprung, der wiederum eine Schwangerschaft unmöglich macht. Um dennoch schwanger werden zu können, ist eine Zyklusregulierung erforderlich. Hierzu stehen unter anderem folgende Möglichkeiten zu Verfügung:

  • Mönchspfeffer zur Regulierung von Zyklusstörungen > mehr
  • Clomifen als Arzneistoff zur Auslösung des Eisprungs
  • Hormonersatztherapie zum Ausgleich bei Hormonstörungen

Hormonstörung bei Männern

Bei Männern ist vor allem ein Testosteronmangel meist schuld an einer Sterilität. Diese ist entweder angeboren oder kann durch äußere Einflüsse bedingt sein.

Äußere Einflüsse für Sterilität:

  • Hodenverletzungen oder -entzündungen
  • Medikamentenmissbrauch
  • Als Folge von Mumps im Erwachsenenalter

Um die Befruchtungsfähigkeit des Mannes wiederherzustellen, sollten je nach Möglichkeit, die Ursachen behoben werden. Bei einem entsprechenden Befund empfehlen Urologen, meist eine Hormonersatztherapie, um so den Haushalt der Sexualhormone zu regulieren.

Stress kann die Fruchtbarkeit verringern

Auch Stress hat einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern. Ständiger Termin- und Leistungsdruck, hohe Anspannung oder die Psyche haben ihre Auswirkungen. Es wird davon ausgegangen, dass wenn der Stressmarker Alpha-Amylase steigt, die Fruchtbarkeit abnimmt.

Durch Stress kann es unter anderem zu körperlichen sowie mentalen Verspannungen kommen. Das wiederum kann die Durchblutung verschlechtern und die Sauerstoffversorgung der Organe reduzieren. Die Organfunktion wird eingeschränkt und in der Folge beispielsweise auch die Produktion wichtiger Sexualhormone. Manchmal findet zwar eine Befruchtung statt, aber Stress minimiert die Chancen einer möglichen Einnistung in der Gebärmutter.

Um Stressfaktoren zu vermeiden und so die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Versuchen Sie, dem Kinderwunsch nicht zu viel Raum in ihrem Kopf zu gestatten
  • Yoga und Meditation bringe Entspannung und geistige Ausgeglichenheit
  • Versuchen Sie ggf. Ihren Alltag neu zu organisieren und schaffen Sie mehr Freiräume für sich selbst, um Ihren eigenen Wünschen nachzugehen
  • Lernen Sie auch einmal „Nein“ zu sagen
  • Pflanzliche Heilmittel zur Beruhigung helfen (z.B. Lavendel oderohanniskraut)
  • Scheuen Sie sich nicht davor therapeutische Hilfe eines Psychologen in Anspruch zu nehmen

Depressionen wirken schwangerschaftsverhütend

Es ist kann frustrierend sein, wenn jeden Monat die Hoffnung auf die ausbleibende Menstruation zerschlagen wird und es nur zu deutlich wird, dass es wieder nicht mit der gewünschten Schwangerschaft geklappt hat. Nicht selten vergehen so Jahre, die meist nicht spurlos an der Psyche von Mann und Frau vorbeigehen. Depressionen machen sich breit und ein Teufelskreis beginnt, denn sie können negativ auf die Fruchtbarkeit wirken.

Helfen kann hier die ärztliche Unterstützung durch einen Therapeuten. Mit Gesprächssitzungen und gegebenenfalls einer medikamentösen Begleitung können Depressionen behandelt werden, so dass sich wieder ein mentaler Normalbereich einstellt. Auf diese Weise kann dem negativen Einfluss auf den erhofften Kinderwunsch entgegengewirkt werden.

Zu beachten bleibt aber, dass Depressionen meist erst in Folge des unerfüllten Kinderwunsches auftreten bzw. erschwerend hinzukommen. Auch wenn Depressionen erfolgreich behandelt worden sind, ist die Hauptursache weiterhin vorhanden und sollte vom entsprechenden Spezialisten diagnostiziert werden.

Gewicht kann Schwangerschaften verhindern

Ein weniger bekannter Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch kann das Gewicht von Frau und Mann sein. Während sich bei der Frau Unter- und Übergewicht negativ auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist es bei Männern meist das Übergewicht, das sie zeugungsunfähig macht. In beiden Fällen hilft eine Gewichtsreduzierung beziehungsweise -zunahme, die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, sofern keine anderen medizinischen oder psychischen Gründe vorliegen, die den Kinderwunsch unerfüllt lassen.

Übergewicht

Übergewicht hat Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, da Fettgewebe nicht nur als Speicher agiert, sondern indirekt auch Einfluss auf den Hormonhaushalt nimmt. Aufgrund übermäßiger Fettansammlungen bei Übergewicht, wird die Ausschüttung von Botenstoffen und verschiedener Hormone begünstigt. Darunter fällt unter anderem auch Testosteron, das bei erhöhtem Gehalt Funktionsstörungen von Eierstöcken sowie Hoden hervorrufen kann: Spermien können an Qualität verlieren, Eier sich nicht richtig ausreifen, die Spermaanzahl sowie -beweglichkeit abnehmen oder der Eisprung ausbleiben.

Untergewicht

Bei starkem Untergewicht verhält es sich im Prinzip gleich, wie beim Übergewicht: Das System funktioniert nicht optimal. Wenn Sie nur wenig im Verhältnis mit Ihrer Körpergröße wiegen, verfügen Sie in der Regel auch über wenig Fettgewebe. Dies ist aber notwendig, um das Hormon „Leptin“ ausreichend zu bilden, was für die optimale Eireifung erforderlich ist. Wird aufgrund von zu wenig Fettgewebe Leptin nur geringfügig produziert, können zu kleine oder gar keine Follikel wachsen, die nicht auf eine erfolgreiche Befruchtung hoffen lassen.

Endometriose als Ursache

Bei einer Endometriose handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich verirrte Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter meist im Bauchraum bildet und/oder wuchert. Bei einer gesunden Frau verbleibt die Gebärmutterschleimhaut ausschließlich im Gebärmutterhals sowie in der Gebärmutterhöhle. Ein Befall am Darm, den Eierstöcken oder der Blase sind bei einer Endometriose keine Seltenheit. Die verirrte Schleimhaut verhält sich ähnlich wie die normale. Bedingt durch Geschlechtshormone wird sie zyklisch auf- und abgebaut.  Anders als bei der normalen Schleimhaut in der Gebärmutter, kann diese aber nicht abbluten, was in der Folge dazu führt, dass sie größer wird, sich entzündet und schließlich aufbricht. Meist ist dies mit starken Schmerzen verbunden.

Da die verirrten Schleimhautnester das Zusammenwirken der weiblichen Fortpflanzungsorgane aus dem Takt bringen kann, beeinträchtigt die Endometriose somit die Fruchtbarkeit der Frau. Der normale Zyklus kann gestört werden und somit auch die Eireifung und der Eisprung. Zudem kann verirrte Schleimhaut im Eileiter die Befruchtung und den Eitransport beeinflussen oder in der Gebärmutter die Einnistung des Eis.

Sind Sie von einer Endometriose betroffen, bleibt oft nur der chirurgische Eingriff. Hierbei werden Endometriose-Knoten sowie Verwachsungen entfernt. Gleichzeitig werden die Eileiter auf ihre Durchgängigkeit geprüft und im Falle eines Verschlusses, wieder durchgängig gemacht. Danach steht im Grunde genommen einer Schwangerschaft nichts mehr im Wege. Sollten sich allerdings noch Reste im Bauchrauminneren befinden, so empfehlen viele Gynäkologen eine sogenannte „Hormonentzugstherapie“. Hierbei kommt es zu einer Produktionshemmung von Östrogen sowie Gestagen und folglich stirbt restliches Gebärmuttergewebe ab.

Zusätzliche Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist enorm wichtig, wenn Sie versuchen schwanger zu werden. Nicht alle benötigten Nährstoffe lassen sich immer in ausreichender Menge über die Nahrung zu sich nehmen. Dabei spielen sie gerade bei Kinderwunsch eine so große Rolle. Zink beispielsweise kann die Fruchtbarkeit unterstützen. Es übernimmt eine wesentliche Funktion bei der Zellteilung und fördert auf diese Weise auch die Entwicklung befruchtungsfähiger Eizellen. Darüber hinaus besteht bei Kinderwunsch ein zusätzlicher Bedarf an Folsäure. Sie verringert das Risiko von Fehlbildungen und sollte daher schon vor der Schwangerschaft aktiv eingenommen werden. Nahrungsergänzungsmittel oder Mikronährstoffkomplexe können den zusätzlichen Bedarf wunderbar abdecken und haben sich sowohl vor als auch während der Schwangerschaft immer wieder bewährt.

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