Fruchtbare Tage

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Fruchtbare Tage 2018-06-05T09:17:00+00:00

Fruchtbare und unfruchtbare Tage – Was Sie über Ihren Zyklus wissen sollten

Sie wünschen sich ein Kind und möchten den Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft nicht dem Zufall überlassen? Wenn man bedenkt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei nur ca. 30 % pro Zyklus liegt und Sie an lediglich 6 Zyklustagen überhaupt schwanger werden können, wird deutlich, dass eine möglichst exakte Bestimmung der fruchtbaren Tage äußerst hilfreich sein kann. Anhand Ihres Menstruationszyklus können Sie Ihre fruchtbaren Tage bestimmen und so die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft deutlich erhöhen.

Fruchtbare Tage mit Temperaturmessung bestimmen
Bildnachweis: © VRD / Fotolia

Der weibliche Menstruationszyklus

Der weibliche Menstruationszyklus dauert durchschnittlich 28 Tage und beginnt mit dem 1.Tag der Periode.

Die erste Zyklushälfte

Im Laufe des Zyklus kommt es zu einem Anstieg des Hormons Progesteron und einem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich dort eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Parallel hierzu reift in einem der beiden weiblichen Eierstöcke eine Eizelle heran, die durch ein Bläschen umhüllt ist. Rund 14 Tage vor der nächsten Blutung – also dem Beginn des nächsten Zyklus – kommt es zum Anstieg der beiden Hormone FSH und LH, die dann den Eisprung, die sogenannte Ovulation, auslösen.

Die zweite Zyklushälfte

Die nun freie Eizelle wandert schließlich über den Eileiter in die Gebärmutter – wo sie innerhalb der nächsten 12-24 Stunden befruchtet werden kann. Kommt es zu einer Befruchtung, nistet sich die mit dem Spermium vereinte Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein und die Schwangerschaft beginnt. Findet keine Befruchtung statt, fällt der Hormonspiegel erneut und die Schleimhaut wird samt unbefruchtetem Ei während der darauffolgenden Periode abgestoßen.

Fruchtbare Tage – wann treten sie ein?

Rein theoretisch ist eine Befruchtung nur in dem maximal 24-stündigen Zeitrahmen nach Einsetzen des Eisprungs möglich. Allerdings können die männlichen Spermien 3-5 Tage im weiblichen Körper überleben, sodass sich das Zeitfenster und die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft um diesen Zeitraum erhöhen. In einigen Fällen macht sich der Eisprung durch ein leichtes Ziehen, den so genannten Mittelschmerz oder auch Intermenstrualschmerz bemerkbar.

Zyklus ist nicht gleich Zyklus

Auch wenn der weibliche Menstruationszyklus im Schnitt 28 Tage beträgt, ergeben sich bei vielen Frauen auch kürzere oder längere Zyklen von 21 bis zu 35 Tagen. Selbst bei ein und derselben Frau muss der Monatszyklus nicht jedes Mal gleich verlaufen. So kann es durch äußere und innere Einflüsse zu einer Verschiebung des Eisprungs und damit des Zyklus kommen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Stress und Müdigkeit
  • Krankheit
  • Die Einnahme von Medikamenten
  • Alkoholkonsum

Leichte Zyklusschwankungen sind noch kein Grund zur Sorge. Kommt es allerdings zu monatelangen Unregelmäßigkeiten und Unterbrechungen, sollten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen. Auch, ob es während des weiblichen Zyklus zu bestimmten Symptomen – beispielsweise den berüchtigten Menstruationsbeschwerden – kommt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Die Kalendermethode- ein sicheres Verhütungsmittel?

Um ihre fruchtbaren Tage bestimmten und das Risiko einer Schwangerschaft eingrenzen zu können, greifen einige Frauen, bei denen aktuell kein Kinderwunsch besteht, zur Verhütung auf die so genannte „Kalendermethode“ zurück. Hierbei werden die Monatszyklen über einen längeren Zeitraum im „Kalender“ dokumentiert und darauf aufbauend die fruchtbaren Tage, an denen theoretisch die Chance einer Schwangerschaft besteht, berechnet. Im Gegensatz zu Frauen, die gezielt versuchen, schwanger zu werden, verzichten sie an diesen Tagen bewusst auf Geschlechtsverkehr. Allerdings setzt eine derartige Berechnung einen sehr regelmäßigen Zyklus voraus. Da sich die Zyklusdauer jedoch durch äußere Einflüsse verändern kann, ist diese Vorgehensweise nur bedingt geeignet, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Doch auch Frauen mit Kinderwunsch sollten sich mit dem eigenen Zyklus und den fruchtbaren Tagen auseinandersetzen, wobei es natürlich keine 100%-Garantie dafür gibt, dass Sie bei Geschlechtsverkehr während der fruchtbaren Tage auch tatsächlich schwanger werden.

Schwangerschaftswunsch: Fruchtbare Tage im Auge behalten

In der Regel bedarf es einer „Übungszeit“ von 2 bis 6 Monaten, ehe es bei einer Frau mit Kinderwunsch zu einer Schwangerschaft kommt. Wie lange ein Paar auf den ersehnten Nachwuchs warten muss, hängt dabei von mehreren Faktoren, wie z.B. dem Alter ab. Dennoch können Sie die fruchtbaren Tage nutzen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen.

So genannte Eisprungrechner erlauben eine mathematisch genaue Berechnung. Basierend auf Ihren Angaben zur ungefähren Zykluslänge und dem ersten Tag Ihrer letzten Periode, wird der Tag des Eisprungs und der geeignete Zeitpunkt für eine Befruchtung ermittelt. Doch ähnlich wie bei der klassischen Kalendermethode kann es auch hier zu Ungenauigkeiten aufgrund von Zyklusschwankungen kommen.

Zusätzliche Bestimmungsmethoden zu den fruchtbaren Tagen erhalten Sie über die Bestimmung der Körpertemperatur und die Beschaffenheit Ihres Zervixschleims.

Mit der Temperaturmethode den Eisprung bestimmen

Studien haben gezeigt, dass die Körpertemperatur der Frau direkt nach dem Eisprung um rund 0,5 Grad ansteigt und erst mit Einsetzen der nächsten Periode wieder fällt. Dieser Temperaturanstieg hängt mit dem Anstieg des so genannten Gelbkörperhormons (Progesteron) zusammen, welches die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet . Mithilfe der Temperatur können also die fruchtbaren Tage bestimmt werden. Diese Methode erfordert allerdings eine gewissenhafte Überwachung der Körpertemperatur. Bitte bedenken Sie, dass Ihre Körpertemperatur durch viele Faktoren (Erkältung, Stress, Müdigkeit, Krankheit, Reisen etc.) beeinflusst werden kann. Befolgen Sie diese Tipps, um Schwankungen und Ungenauigkeiten möglichst zu vermeiden:

  • Messen Sie Ihre Grundtemperatur morgens nach dem Aufstehen, am besten immer zur gleichen Uhrzeit
  • Messen Sie stets an der gleichen Körperstelle
  • Verwenden Sie immer das gleiche Thermometer

Nach ein paar Monaten können Sie mithilfe der Temperaturmethode Aussagen über den Zeitpunkt der Ovulation und, damit einhergehend, Ihre fruchtbaren Tage treffen- vorausgesetzt die Aufzeichnungen und Messungen wurden gewissenhaft durchgeführt.

Den Eisprung per Zervixschleim-Beobachtung bestimmen

Ein weiterer Indikator, der sich zur Bestimmung der fruchtbaren Tage eignet, ist die Beschaffenheit des so genannten Zervixschleims. Dieser Schleim verschließt den Gebärmutterhals an den nicht-fruchtbaren Tagen. Zu dieser Zeit ist er zäh und trüb.

Während der fruchtbaren Tage verändert sich die Konsistenz und das Aussehen des Zervixschleims. Der Ausfluss wird klarer und flüssiger, ähnlich wie rohes Eiweiß: Die Gebärmutter ist nun bereit, Spermien durch den Gebärmutterhals zu lassen.

Viele Frauen mit Kinderwunsch setzen auf eine Kombination aus Temperaturmethode und der Zervixschleim-Beobachtung, um die fruchtbaren Tage so exakt wie möglich bestimmen zu können.

Mit freundlicher Unterstützung von Bayer

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