Ernährung bei Kinderwunsch

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Ernährung bei Kinderwunsch 2018-06-06T10:08:44+00:00

Die richtige Ernährung bei Kinderwunsch – Was Sie wissen müssen

Sie haben einen Kinderwunsch und möchten die Chancen auf eine gesunde, glückliche Schwangerschaft steigern sowie sich optimal auf Schwangerschaft und Geburt vorbereiten? Die richtige Ernährung ist zwar auch kein Garant dafür, auf jeden Fall schwanger zu werden, allerdings legen Sie mit einer gesunden Ernährungsweise einen wichtigen Grundstein für eine erfolgreiche und baldige Schwangerschaft. Das Ziel ist daher keine Radikaldiät, sondern ein gesunder Mix aus abwechslungsreichen und ausgewogenen Lebensmitteln, die Ihren Körper ideal auf die Empfängnis und die bevorstehende Schwangerschaft vorbereiten.

gesunde Ernährung bei Kinderwunsch
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Ausgewogene Ernährung – Der Schlüssel zum Erfolg?

Viele Menschen ernähren sich heutzutage viel zu einseitig, lassen Obst und Gemüse häufig weg und greifen stattdessen lieber zu zucker- und fettreichen Lebensmitteln, was nicht nur zu Übergewicht und vielen so genannten „Wohlstandskrankheiten“ führen, sondern sowohl bei Männern als auch bei Frauen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Nicht ohne Grund ist der Ausdruck „ausgewogene Ernährung“ derzeit in aller Munde. Ausgewogen bedeutet, dass Sie Lebensmittel aus allen Kategorien zu sich nehmen. Gemeint ist also eine Mischung aus allen Nährstoffen, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien, die Ihr Körper braucht, um optimal zu funktionieren. Folgende Lebensmittel sollten daher, insbesondere bei bestehendem Kinderwunsch, ein fester Bestandteil Ihres Speiseplans sein:

  • Frisches Obst und Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Eiweißhaltige Lebensmittel
  • Gesunde Fette
  • Möglichst wenig Zucker

Ab wann sollte die Ernährung umgestellt werden?

Wer schwanger werden möchte, sollte idealerweise bereits Monate vor einer Schwangerschaft mit der Umstellung auf eine gesunde Ernährung beginnen. Auch das Erreichen und Halten von Normalgewicht (BMI: 18,5- <25) begünstigt die Chancen schwanger zu werden. Und auch hier gilt: Sowohl Frauen als auch Männer. Schließlich machen sich die positiven Auswirkungen einer Ernährungsumstellung, wie ausreichende Nährstoffkonzentration im Blut sowie das Erreichen des Normalgewichts, erst nach einer gewissen „Vorlaufzeit“ bemerkbar. So nimmt bei Männern die Samenproduktion rund 64 Tage in Anspruch – ausreichend Zeit, um auch die eigene Ernährung an die der werdenden Mama anzupassen und sich gesünder zu ernähren. Mithilfe der richtigen Lebensmittel und den Verzicht auf Schädliches können die Qualität der Spermien verbessert und somit auch die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung erhöht werden.

Lebensmittel, die den Kinderwunsch begünstigen

Eines vorweg: es gibt kein „Super-Lebensmittel“, das eine erfolgreiche Befruchtung garantiert. Und auch, wer sich komplett ausgewogen ernährt, wird nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sofort schwanger. Dennoch ist eine gesunde Ernährung eine sehr gute Ausgangsbasis, weswegen Sie in den Monaten vor der geplanten Schwangerschaft vermehrt zu folgenden Lebensmitteln greifen sollten:

  • Obst und Gemüse: die wichtigsten Vitaminlieferanten (vor allem Vitamin C, welches das Immunsystem unterstützt). Empfohlen werden täglich zwei Portionen Obst (insgesamt 250 Gramm) und drei Portionen Gemüse (ca. 400 Gramm) pro Tag.
  • Rotes Fleisch (Rind, Lamm) 1 x pro Woche. Fleisch hat einen hohen Zinkgehalt, was wiederum sowohl die Fruchtbarkeit der Frau als auch die des Mannes unterstützen kann.
  • Zwei Mal wöchentlich Fisch: Neben Zink sind einige Fischsorten reich an wertvollen Omega 3-Fettsäuren, die wiederum bei Frauen in der Schwangerschaft die Entwicklung des Gehirns und der Augen beim Fötus unterstützen.
  • Pflanzliche Alternativen für eine Zink- und Omega-3-Fettsäure Versorgung sind: Hülsenfrüchte, Äpfel, Bananen, grünblättriges Gemüse oder grüne Bohnen.
  • Tierisches und pflanzliches Eiweiß in Form von Fleisch (300 – 600 Gramm pro Woche), Eier, Linsen oder Bohnen.
  • Milchprodukte: Käse, Joghurt etc. für eine ausreichende Kalziumversorgung.
  • Kohlenhydrate: Nudeln, Reis, Brot, aber auch Kartoffeln sind ein guter Kohlenhydrate-Lieferant. Dabei ist die Vollkorn-Variante dem „weißen“ Mehl vorzuziehen.

Allerdings ist, den Ergebnissen der nationalen Verzehrstudie II zur Folge, ein Großteil der Männer und Frauen in Deutschland nicht in der Lage, ihren empfohlenen Nährstoffbedarf allein über die Ernährung zu decken. Um einer Unterversorgung während der Schwangerschaft vorzubeugen, können daher spezielle Nahrungsergänzungsmittel für werdende Mütter zum Einsatz kommen, die den Körper mit wichtigen Nährstoffen und Mineralien versorgen.

Spezielle Nahrungsergänzungsmittel und Wirkstoff-Präparate

Es gibt einige Nährstoffe, die der menschliche Organismus nicht oder nur in unzureichender Menge selbst produzieren kann und die dem Organismus deshalb von außen, also über die Nahrung, zugeführt werden müssen. Hierzu zählt z.B. Folat, ein Vitamin, das zu einer gesunden Entwicklung des Embryos beiträgt. Grundsätzlich ist es möglich, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen zu versorgen. So gibt es auch einige Lebensmittel, die reich an natürlichem Folat sind, wie beispielsweise

  • Blattgemüse (wie z.B. Spinat)
  • Spargel
  • Orangen
  • Papayas
  • Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen und Bohnen)

Jedoch kam die nationale Verzehrstudie II zu dem Ergebnis, dass bei über 80 % der Frauen im gebärfähigen Alter der tägliche Bedarf an Folat nicht ausreichend über die Nahrung gedeckt wird . Auch in Bezug auf andere wichtige Nährstoffe wurde eine Unterversorgung festgestellt. Da sich der Bedarf an Folat im Rahmen einer Schwangerschaft noch einmal deutlich erhöht, raten Fachleute zu einer unterstützenden Gabe von mindestens 400µg synthetischem Folat (auch bekannt als Folsäure), um die hinreichende Versorgung mit Folat im Rahmen der Schwangerschaft zu gewährleisten. Die Präparate werden dabei nicht nur während der eigentlichen Schwangerschaft genommen, sondern spätestens vier Wochen im Voraus. Oft wird das Folat in Kombination mit weiteren Vitaminen und Mineralstoffen, wie z.B. Eisen, Zink oder Selen eingenommen, die ebenfalls wichtig in der Schwangerschaft sind. Derartige Kombipräparate gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke und in Online-Apotheken.

Was Sie bei Kinderwunsch unbedingt vermeiden sollten

So wie es „gute“ Lebensmittel gibt, die eine erfolgreiche Befruchtung unterstützen können, gibt es auch weniger gute Lebensmittel und Genussmittel, die eher das Gegenteil bewirken und in der Ernährung bei Kinderwunsch tabu sein sollten, vornean Alkohol und Zigaretten. Bei Alkohol und Nikotin handelt es sich um Wirkstoffe, die unseren Körper negativ beeinflussen und somit auch ungewünschte Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit bei Frau und Mann haben können.

Vorsicht mit Alkohol, Tabak und Koffein!

Besteht ein Kinderwunsch, so sollte der Alkoholkonsum reduziert oder, im besten Fall, ganz auf Alkohol verzichtet werden. Ähnlich verhält es sich mit Koffein: Als werdende Eltern müssen Sie zwar nicht komplett auf Kaffee verzichten, aber mehr als 2 Tassen Kaffee, Schwarz- oder Grüntee sollten Sie nicht trinken, sofern Sie bald schwanger werden möchten. Für Raucher gilt: Je früher Sie mit dem Rauchen aufhören oder Ihren Zigarettenkonsum zumindest einschränken, desto besser für Sie und die Gesundheit Ihres Babys. Schließlich dauert es eine Weile, bis sämtliche Giftstoffe der Zigaretten aus dem Körper ausgeschieden werden.

In Maßen: Zucker und Fett

Solange Sie nicht in Zucker- und Fettorgien schwelgen und auf die Zufuhr mit allen wichtigen Nährstoffen Acht geben, ist gegen ein Stückchen Schokolade ab und an nichts einzuwenden. Im Gegenteil: So hilft dunkle Schokolade beispielsweise dabei, Ihren Körper mit ausreichend Magnesium, einem weiteren wichtigen Mengenelement, zu versorgen.

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und Fruchtbarkeit

Eine Schwangerschaft stellt stets eine starke körperliche Belastung dar, weswegen gerade Untergewicht die Fruchtbarkeit „drosseln“ kann, da sich der Körper nicht in der Lage sieht, eine Schwangerschaft unbeschadet zu überstehen. Doch auch bei Übergewicht kann es zu Schwierigkeiten mit der Befruchtung kommen, da der Körper zu viel Insulin produziert, das einen regelmäßigen Eisprung verhindern kann. Informieren Sie in beiden Fällen Ihren Frauenarzt über den bestehenden Kinderwunsch- denn prinzipiell ist weder Über- noch Untergewicht ein Ausschlusskriterium für eine Schwangerschaft. Jedoch sollte ein Normalgewicht mit einem BMI von 18,5- <25 vor der Schwangerschaft angestrebt werden.

Was ist, wenn Sie Medikamente einnehmen müssen?

Falls Sie aufgrund einer chronischen Krankheit bestimmte Medikamente einnehmen müssen, kann dies ebenfalls die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung und Schwangerschaft stark mindern. Dazu gehören unter anderem Medikamente gegen:

  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Rheuma
  • Epilepsie etc.
  • sowie Medikamente, die bei Krebstherapien zum Einsatz kommen

Sind Sie auf die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente angewiesen und planen eine Schwangerschaft, sollten Sie Ihren Kinderwunsch unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Frauenarzt besprechen. Dieser kann Sie eventuell auf alternative Medikamente umstellen oder andere Therapieformen nutzen, die sich besser mit einer Schwangerschaft vereinbaren lassen.

Und was ist mit dem werdenden Vater?

Alle genannten Empfehlungen lassen sich, mit Ausnahme der zusätzlichen Einnahme von Folsäure, eins zu eins auf den Mann übertragen. Wie bereits erwähnt, kann eine Ernährungsumstellung sowie der Verzehr von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten die Spermienqualität verbessern. Gleiches gilt auch für den Verzicht auf Zigaretten.

Mit freundlicher Unterstützung von Bayer

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