Trockene Haut bei Babys

//Trockene Haut bei Babys

Trockene Haut bei Babys

Trockene Haut bei Babys – Ursachen und richtige Pflege

Babyhaut ist deutlich empfindlicher als Erwachsenenhaut. Schnell kommt es bei den Kleinen zu trockener Haut. Wichtig ist, die Auslöser zu identifizieren und die Kinderhaut richtig zu pflegen. Meist ist die Ursache harmlos, doch in manchen Fällen kann trockene Haut bei Babys auch ein Hinweis auf Neurodermitis sein.

Baden in der Schwangerschaft

Trockene Haut bei Babys – ein häufiges Problem

Viele Kinder leiden im Säuglingsalter unter trockener Haut. Das liegt daran, dass die natürliche Barrierefunktion der Haut noch nicht vollständig ausgereift ist. Es sind zu wenig Hautlipide vorhanden, die für einen starken Zusammenhalt der Hornzellen in der Hornschicht sorgen. Dieser natürliche Schutzmantel ist später im Leben dafür verantwortlich, dass Schadstoffe und Bakterien Schwierigkeiten haben, die Hautbarriere zu durchbrechen. Als Ergebnis ist Babyhaut dünner und ist nicht in der Lage, Wasser ausreichend stark zu binden. Die Babyhaut verliert überdurchschnittlich viel an Feuchtigkeit, was zu Trockenheit führt. Die Haut ist rau und rissig, häufig werden die Kinder von einem Juckreiz gequält. Daneben kommen noch weitere Ursachen infrage, wenn Ihr Baby trockene Haut hat. Im Winter kann der Wechsel zwischen der Kälte draußen und der warmen Heizungsluft der kindlichen Haut zu schaffen machen. Andere Babys reagieren auf bestimmte Pflegeprodukte überempfindlich oder neigen zu Allergien. Häufiges Baden bei Babys führt außerdem dazu, dass die Haut an Feuchtigkeit verliert. Daneben kann trockene Haut bei Kindern ein erster Hinweis auf Neurodermitis sein. Tritt trockene Haut am Kopf in den ersten Lebenswochen auf, kann es sich um Kopfgneis mit teigigen Schuppen handeln, der von alleine verschwindet. Milchschorf nach dem dritten Lebensmonat kann ein erster Hinweis auf Neurodermitis sein. Wenden Sie sich bei Verdacht unbedingt an den Kinderarzt.

Trockene Haut bei Babys – Ursachenforschung

Tritt bei Ihrem Baby trockene Haut auf, erschrecken Sie verständlicherweise. Fühlt sich die Haut nur rau an, ist es notwendig, dass Sie Ursachenforschung betreiben. Viele Auslöser von trockener Kinderhaut können Sie leicht beseitigen:

Allergien:

Zeigt sich die trockene Haut im Beikostalter, könnte es sich um die Reaktion Ihres Babys auf seinen eigenen Speichel handeln. Sobald das Kind ein neues Lebensmittel erhält, steigert sich die Produktion von Verdauungsenzymen. Dadurch wird die Konsistenz des Speichels verändert, was eine allergische Reaktion hervorrufen kann. Ein Verdacht auf eine Allergie gegen den eigenen Speichel, die sich mit der Zeit wieder legt, liegt nahe, wenn die trockene Haut im Gesicht auftritt. Hält die trockene Haut an, könnte eine Nahrungsmittelallergie der Grund sein. Testen Sie selbst, indem Sie immer wieder bestimmte Lebensmittel weglassen. Einige Kinder reagieren außerdem allergisch auf Kuhmilch. Wenden Sie sich bei Unklarheiten an Ihren Kinderarzt.

Unverträglichkeitsreaktionen:

Hat Ihr Kind am Körper trockene, rötliche und juckende Stellen, liegt eventuell eine Überempfindlichkeit gegen ein Waschmittel vor. Wechseln Sie das Produkt und achten Sie bei der Auswahl darauf, ein Waschmittel speziell für Babys und sensible Haut zu kaufen.

Kleidung:

Neigt Ihr Kind ohnehin schon zu trockener Haut, achten Sie auf die Kleidung. Die sollte glatt und kratzfrei sein. Sortieren Sie das selbstgestrickte Westchen im Zweifelsfall aus. Waschen Sie neue Kleidung immer vor dem ersten Anziehen, damit nichts die Kinderhaut reizt.

Äußere Einflüsse:

Neben trockener Heizungsluft im Winter können auch die Klimaanlage und das Meerwasser während des Sommerurlaubs trockene Haut bei Babys verursachen. Das Problem kann ebenfalls durch Chlorwasser auftreten, etwa, wenn Sie regelmäßig zum Babyschwimmen gehen.

Babys mit trockener Haut richtig baden

Badewasser für Babys mit trockener Haut darf nicht zu heiß sein. Verzichten Sie auf zu lange Badezeiten, weil der Verbleib im Wasser die Haut aufquellen lässt und die Feuchtigkeitsbindung erschwert. Waschen Sie Ihr Kind mit der Hand und nutzen Sie keinen Waschlappen oder Schwamm, der die sensible Haut zusätzlich reizen würde. Es ist ausreichend, wenn Sie klares Wasser verwenden. Nehmen Sie einen Zusatz, sollte dieser seifenfrei sein, damit die Lauge den Säureschutzmantel der Haut nicht noch zusätzlich angreift. Achten Sie auf rückfettende Badezusätze, da diese den Feuchtigkeitsverlust bereits im Wasser ausgleichen.

Extratipp: Geben Sie statt Waschlotion einen Schuss Muttermilch ins Badewasser. Rubbeln Sie Ihr Baby nach dem Bad nicht trocken und tupfen Sie das Kind nur vorsichtig ab. Nach einem Ölbad wird das Baby überhaupt nicht abgetrocknet, damit das pflegende Fett nicht wieder von der Haut abgetragen wird. Um ein Auskühlen zu vermeiden, muss das Zimmer entsprechend warm sein.

Babys mit trockener Haut richtig eincremen

Hat Ihr Baby trockene Haut, sollten Sie es täglich eincremen. Achten Sie wie beim Badezusatz auf rückfettende Produkte ohne Zusatz von Alkohol, die auch in tiefere Hautschichten eindringen. Um die Hornschicht der Haut zu stabilisieren eigenen sich außerdem Cremes mit Harnstoff oder ungesättigten Fettsäuren. Die Creme sollte nicht zu zäh sein und sich gut auf der Haut verteilen. Viele Kinder bevorzugen Lotionen. Durch zu dicke Cremeschichten kann sich ein Hitzestau auf der Kinderhaut bilden, was möglicherweise Hautreizungen und Ausschläge verursacht. Hat das Kind nur einzelne trockene Stellen, können Sie diese mit Baby- oder Mandelöl einreiben. Am besten vor dem Schlafengehen, da das Öl über Nacht gut einzieht. Setzen Sie Fettcreme nur als Kälteschutz und im Windelbereich ein, nicht aber zur Pflege trockener Kinderhaut.

Der Unterschied zwischen trockener Haut und Neurodermitis bei einem Baby

Neurodermitis ist eine häufige Hautkrankheit bei Kindern, die nach dem dritten Lebensmonat auftreten kann, wenn eine erbliche Veranlagung zu Allergien besteht. Die auch atopisches Ekzem genannte Krankheit ist an folgenden Anzeichen zu erkennen:

  • Fettarme, trockene und rissige Haut
  • rote, schuppige und manchmal nässende Ekzeme an Kopfhaut und Wangen, aber auch den Streckseiten von Beinen, Armen, Fußrücken sowie Händen
  • starker Juckreiz

Die entzündliche Hautkrankheit ist nicht heilbar, doch lassen sich die Beschwerden mit entsprechenden Salben und Cremes gut lindern. Abhängig vom Hautzustand und dem klinischen Bild wird der Arzt Cremes verordnen, die den Fettgehalt der Haut erhöhen. In schweren Fällen muss eine Behandlung mit Kortison erfolgen.

Quellen:
Laue, Das Baby 1×1, G&U
von Cramm, Unser Baby – das erste Jahr, G&U
Röhnelt, Kindergesundheit, Thieme

2019-08-22T10:48:46+00:00