Sonnencreme und Sonnenbaden in der Schwangerschaft

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Sonnencreme und Sonnenbaden in der Schwangerschaft

Sonnencreme und Sonnenbaden in der Schwangerschaft – so schützen Sie sich richtig

Viele werdende Mütter nutzen die Schwangerschaft für den sogenannten Babymoon, um noch einmal mit dem Partner den Urlaub alleine unter südlicher Sonne zu genießen. Wenn Sie schwanger in die Ferien fahren, ist es wichtig, auf den richtigen Sonnenschutz zu achten. Welche Sonnencreme dürfen Sie als Schwangere benutzen und was sollten Sie beim Sonnenbaden beachten?

Baden in der Schwangerschaft

Welche Sonnencreme sollten Schwangere verwenden?

Durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft reagiert Ihre Haut empfindlicher und Sie vertragen auf einmal Kosmetika nicht mehr, mit denen es zuvor kein Problem gab. Hypoallergene Sonnenschutzmittel sind daher grundsätzlich eine gute Wahl. Bedenken sollten Sie bei der Auswahl, dass in den gängigen Sonnenschutzmitteln chemische Filter enthalten sind. Diese sind laut Forschungsergebnissen gesundheitlich nicht bedenklich, wobei eine Schwangerschaft natürlich eine Ausnahmesituation darstellt. Denn die Auswirkungen auf das Ungeborene sind noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist hingegen, was chemische Filter grundsätzlich bewirken:

  • UVA- und UVB-Strahlen werden durch die Filtersubstanzen in Wärme umgebaut. Dadurch heizt sich die Haut auf, was auch das Ungeborene überhitzen kann.
  • Die Inhaltsstoffe erreichen das Kind durch Blut oder die Muttermilch.
  • UV-Filter stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken.

Wenn Sie sicher gehen wollen, nutzen Sie Sonnenschutzmittel auf mineralischer Basis. Titan- und Zinkoxid als Filter reflektieren die UV-Strahlen und dringen nicht in die Haut ein. Ein weiterer Vorteil: Während Sie bei herkömmlichen Sonnenschutzmitteln etwa eine halbe Stunde warten müssen, bevor Sie mit dem Sonnenbad beginnen, wirken mineralische Filter direkt. Hin und wieder werden Allergien auf diese Produkte beobachtet, was vor allem von den darin enthaltenen natürlichen ätherischen Ölen ausgeht. Lesen Sie daher vor dem Kauf unbedingt das Etikett oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten.

Wie lange dürfen Schwangere in die Sonne?

Wie lange Sie ohne Schutz sonnenbaden können, hängt von Ihrem Hauttyp ab. Maßgeblich ist die Eigenschutzzeit. Damit ist der Zeitrahmen gemeint, den Sie in der Sonne verbringen können, ohne dass Ihre Haut eine Rötung zeigt.

  • Rothaarige und blonde Typen: Bleiben maximal 10 Minuten in der Sonne.
  • Mittelblonde bis braunhaarige Typen: Die Eigenschutzzeit beträgt etwa 15 Minuten
  • Dunkelhaarige Typen: Sie genießen die Sonne bis zu einer halben Stunde ohne Schutz.

Gut zu wissen:

Bei sehr intensiver Sonnenbestrahlung verkürzt sich die Eigenschutzzeit.

Welcher Lichtschutzfaktor für Schwangere?

Mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) wird angegeben, um welchen Faktor sich der Eigenschutz verlängern lässt. Die geschützte Zeit kann leicht ermittelt werden, indem Sie den LSF mit Ihrem Eigenschutz multiplizieren. Das bedeutet, eine blonde Frau mit der Eigenschutzzeit von 10 Minuten kann mit LSF 10 rund 100 Minuten in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Mit LSF 50 können Sie trotzdem nicht stundenlang am Strand braten, denn die Formel funktioniert nur bis LSF 15. Den richtigen Lichtschutzfaktor wählen Sie in Abhängigkeit vom Reiseziel. In den Tropen, im Gebirge und direkt am Meer benötigen Sie einen höheren Lichtschutzfaktor als beispielsweise bei einem Urlaub in der Lüneburger Heide. Denken Sie daran, dass Sie auch dann einen Sonnenschutz benutzen, wenn Sie vorhaben, im Schatten zu bleiben.

So tragen Sie Sonnenmilch richtig auf

Für das Gesicht benötigen Sie einen walnussgroßen Klecks Sonnenmilch. Besonders sorgfältig sollten Sie Nase, Ohren, Kinn und Unterlippe eincremen. Ebenfalls Aufmerksamkeit verdienen Schultern und der Fußrücken. Für den kompletten Körper sollte Ihnen eine Menge von etwa drei Esslöffeln ausreichen. Viel hilft nicht viel: Sie müssen Ihren Körper nicht mit einem weißen Schutzmantel überziehen – verteilen Sie lieber alles gut, sodass jedes Fleckchen Haut und vor allem der Babybauch bedacht wird. Cremen Sie sich alle zwei Stunden nach, da der Schutzfilm durch Schwitzen weniger wird oder wenn Sie im Sand liegen. Ebenfalls neu cremen müssen Sie nach jedem Badegang. Übrigens: Doppelt eincremen verdoppelt nicht Ihre Schutzzeit!

UV-Strahlung lässt Ihren Folsäurespiegel sinken

Im ersten Trimester sollten Sie vorsichtig mit dem Sonnenbaden sein. Denn das UV-Licht zerstört die für die gesunde Entwicklung des Fötus wichtige Folsäure. Ein Folsäuremangel kann das Risiko für Fehlbildungen erhöhen. Aus diesem Grund fahren viele Frauen erst im zweiten Trimester in den Urlaub. Sollten Sie schon vor Bekanntwerden der Schwangerschaft einen Trip in den Süden gebucht haben, sollten Sie Ihr Sonnenbad auf den Vormittag sowie den späten Nachmittag legen. Doch das Sonnenlicht hat auch einen Vorteil: Es regt die Bildung von Vitamin D an, das für den Knochenaufbau notwendig ist.

Sonne meiden bei Schwangerschaftsmaske

Die Haut ist in der Schwangerschaft gegenüber Sonneneinstrahlung deutlich empfindlicher. Viele Frauen beobachten zudem Hautveränderungen wie wachsende Muttermale, dunkel verfärbte Brustwarzen oder den Linea nigra genannte braunen Streifen zwischen Schambein und Bauchnabel. Häufig bilden sich auf der Stirn, am Kinn, den Wangen und den Schläfen hormonell bedingte Pigmentflecken. Diese Schwangerschaftsmaske verschwindet nach der Geburt von selbst und ist harmlos. Da UV-Licht die Pigmentierung verstärkt, sollten Sie ausgedehnte Sonnenbäder meiden und auch im Schatten einen hohen Lichtschutzfaktor benutzen.

Muss der Babybauch vor der Sonne speziell geschützt werden?

Selbst dunkle Hauttypen sollten nicht länger als 15 Minuten in der prallen Sonne liegen. Denn die gespannte Haut über dem Bauch ist zwei Drittel dünner und widerstandsfähiger als üblich. Schützen Sie Ihren Babybauch mit einem Lichtschutzfaktor ab 20 und legen Sie ein dünnes Tuch darüber, um einen in dieser Region ziemlich unangenehmen Sonnenbrand zu vermeiden. Übrigens: Von Ihrem Sonnenbad bekommt Ihr Baby etwa ein Zehntel des Lichts ab, was für Abwechslung in der Fruchtblase sorgt.

Sollten Schwangere nur bekleidet in die Sonne?

Auch Kleidung schützt nur bedingt vor UV-Strahlung. Vor allem bei dünnen, leichten Sommerstoffen dringt die Strahlung schnell durch. Baumwolle ist etwas widerstandsfähiger als Synthetik. Cremen Sie sich daher auch unter der Kleidung ein. In Outdoor-Geschäften gibt es Shirts, Shorts oder Bademode mit speziellem UV-Schutz. Alternativ lässt sich Sonnenschutz mit einem speziellen Waschpulver in das Gewebe hinein waschen. Verlassen Sie sich darauf allerdings nicht alleine und ganz wichtig: Schützen Sie sich immer mit einem Sonnenhut!

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2019-08-22T10:37:57+00:00